DER AGGRESSIVE UND EGOZENTRISCHE PRÄSIDENT TRUMP FÜR EINE POLITIK IM INTERESSE DER AMERIKANISCHEN MULTINATIONALEN KONZERNE

 

Trump ist zweifellos extrovertiert, egozentrisch und mitunter sogar bizarr, doch in diesem Verhalten folgt er einer sehr präzisen politischen Logik: der Stärkung der Interessen der großen amerikanischen multinationalen Konzerne. Er handelt nicht planlos, wie es scheinen mag.

Im Wettbewerb auf den internationalen Märkten sieht auch er – ebenso wie die großen US-Unternehmen und Banken – eine große Gefahr für die Interessen des US-Imperialismus heraufziehen: den Aufstieg des mächtigen Konkurrenten China, der in absehbarer Zeit auch zur führenden Wirtschaftsmacht der Welt werden wird. Ein kapitalistischer, imperialistischer Konkurrent, der sich mit seinen riesigen Banken und Unternehmen schnell und leise ausbreitet – nicht nur auf dem asiatischen Kontinent, sondern auch massiv in Afrika und Südamerika.

Es gibt sehr viele Kommentare zur starken und schnellen Expansion des chinesischen Imperialismus. Wir greifen einige davon heraus.

Handelsblatt vom 26. Januar 2026: „ Die Erfolge chinesischer Unternehmen auf den Weltmärkten erscheinen gleichermaßen eindrucksvoll wie ungebremst. Ungeachtet der globalen Handelskonflikte konnte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss im Außenhandel in Höhe von 1,189 Billionen US-Dollar erzielen.“

Oder Il Sole 24 Ore vom 13. Januar 2026: „Häfen, Metalle und Soja: So hat sich China Lateinamerika bereits genommen. Wie die Wende in 

Venezuela zeigt, muss sich Peking darauf vorbereiten, Investitionen in Höhe von 200 Milliarden Dollar zu verteidigen.“

Oder Manager Magazin vom 12. März 2023: „Afrika. Chinesische Gesandte sind überall zwischen Kairo und Kapstadt präsent. Sie sichern sich systematisch Rohstoffe, Märkte und Einfluss.“

Dieser Anstieg der internationalen Konkurrenz verwandelt sich im erbitterten interkapitalistischen Kampf (so detailliert von Marx im Kapital beschrieben) in schwere Widersprüche im Profitsystem und ist Ursache gewaltiger Zusammenstöße.

Für die marxistische Analyse ist es gerade das

kapitalistische Gesetz der Akkumulation des Kapitals, das durch die Ausdehnung und endlose Vermehrung der Unternehmen die Konkurrenz auf den internationalen Märkten verschärft – mit dem Endergebnis, dass es schließlich zu viele Unternehmen im Verhältnis zur Nachfrage gibt. Bis zu dem Punkt, dessen Konsequenzen wir bereits kennen: gewaltige Krisen, Börsencrashs und schließlich Kriege.

In einer höheren Gesellschaft, in der Produkte nicht mehr zum Zweck des Profits verkauft, sondern gerecht verteilt werden, bedeutet MEHR UNTERNEHMEN = MEHR WOHLSTAND. Im widersprüchlichen und perversen Kapitalismus hingegen bedeutet ZU VIELE UNTERNEHMEN = KATASTROPHE. Das ist der monströse und grundlegende WIDERSPRUCH, auf dem die bürgerliche Gesellschaft beruht.

Genau in dieser Logik müssen wir den viel diskutierten und kontroversen Trump analysieren. Also in einem weltweiten Kontext, in dem sich amerikanische Unternehmen aus Profitstreben und zur daraus folgenden Akkumulation immer weiter ausdehnen und vermehren – genau wie europäische Unternehmen, ebenso wie chinesische, und morgen auch indische, brasilianische usw. Mit der keineswegs fantasievollen, sondern völlig realistischen Perspektive einer Zukunft, die durch eine Überfüllung der Industrie in einer Welt gekennzeichnet ist, die paradoxerweise in einem globalen Markt, der für sie „zu klein“ geworden ist.

Analysiert man die gegenwärtige Situation aus dieser kapitalistischen Perspektive, sehen die amerikanischen und europäischen Multinationalen ihre Märkte in ihren „Einflusszonen“ in Südamerika, Afrika und auch im Nahen Osten von konkurrierenden chinesischen Unternehmen und Banken überschwemmt – in einem Mechanismus kontinuierlicher und endloser Expansion. Im Wettbewert zwischen Imperialismen wird dies auf Dauer unerträglich.

Trumps Aggressivität – als Präsident – ist daher nichts anderes als die Aggressivität der großen amerikanischen multinationalen Konzerne (die ihn entschlossen unterstützen), die reagieren, um die imperialistische Expansion der chinesischen Unternehmen zu bremsen. Mit allen möglichen Mitteln, sowohl diplomatischen als auch militärischen. In diesem Zusammenhang ist Trumps Aggressivität einzuordnen.

Er griff im Nahen Osten ein, indem er die Huthi im Jemen und anschließend den Iran direkt bombardierte. Danach beauftragte er Israel damit, die Hisbollah im Libanon und die Hamas in Palästina zu neutralisieren, und schließlich trug er zum Sturz des Assad-Regimes in Syrien bei. Allesamt Einflusszonen und Verbündete des russischen Imperialismus, aber indirekt auch Einflusszonen Chinas.

In Südamerika stellte Trump gleich zu Beginn seiner Amtszeit den Panamakanal unter die Kontrolle der US-Multinationalen, da ihm vorgeworfen wurde, zu viele chinesische Schiffe passieren zu lassen. So kommentierte Il Fatto Quotidiano am 4. März 2025. „Die Verwaltung des Panamakanals wird an 

den US-amerikanischen Finanzkonzern BlackRock übergeben. Der Deal hat ein Wert von 19 Milliarden Dollar - Abkommen mit der Hongkonger Gruppe CK Hutchison, die die Lizenz bis 2047 innehatte. Die Operation folgt den wiederholten Forderungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, die darauf abzielten, den chinesischen Einfluss auf das zentralamerikanische Land zu verringern.“

Anschließend ging er dazu über, den als russisch-chinesisch orientiert geltenden venezolanischen Präsidenten Maduro entführen zu lassen und setzte damit auch ein klares Signal an andere chinafreundliche Regierungen in Südamerika.

In Europa verlangte er die vollständige Kontrolle über Grönland, dem ebenfalls vorgeworfen wurde, zu viele chinesische Schiffe passieren zu lassen. Seine aggressive Forderung, sich die Insel mit allen Mitteln – auch militärischen – anzueignen, zielte vermutlich auf den später erzielten Kompromiss ab: eine hohe Zahl strategisch platzierter Militärbasen auf der Insel zu erhalten, um die Durchfahrt chinesisch-russischer Schiffe zu bremsen oder zu verhindern.

Bezüglich des Ukraine-Russland-Krieges titelte die Agentur ANSA am 21. Januar 2026: „Trump: ‚Es ist Aufgabe der NATO und Europas, sich um die Ukraine zu kümmern, nicht der USA‘.“Dies ist auch unsere These, die wir stets vertreten haben. Wir erklären sie.

In diesem interimperialistischen Kampf, in dem Präsident Trump im Interesse der US-Multis die imperialistische Expansion Chinas auch militärisch eindämmen und bremsen will, sind die Streitkräfte der USA weder unendlich noch unbegrenzt. Die Ukraine im Krieg gegen Russland militärisch zu unterstützen und gleichzeitig Streitkräfte auf der ganzen Welt zu stationieren, um die Expansion Chinas einzudämmen, ist selbst für eine Supermacht wie die Vereinigten Staaten zu viel. In diesem Kampf müssen also auch die Verbündeten ihren Teil beitragen, sich bewaffnen und einen Teil der interimperialistischen Auseinandersetzung übernehmen. In dieser Logik der Arbeitsteilung sollen – so Präsident Trump, wie ANSA titelt – die Europäer sich um den Krieg in der Ukraine kümmern, während sich die USA weltweit um die Eindämmung Chinas kümmern.

Trump scheint es bei dieser Operation jedoch sehr eilig zu haben – sehr eilig. Er will, dass sich die Europäer schnell bewaffnen und den Krieg gegen Russland selbst in die Hand nehmen. Deshalb hat er den Zoll-Erpressungsdruck eingesetzt, damit die europäischen Regierungen ihre Militärausgaben rasch erhöhen. Aber nicht nur Zölle. Auch diese – unserer Ansicht nach – seltsame Unterstützung Trumps für Putin und sein angekündigter Rückzug aus dem Ukraine-Krieg sind lediglich eine geschickte Taktik des Tycoons, um den europäischen Regierungen Angst zu machen, damit sie – in der Verteidigung der Ukraine überfordert – die Aufrüstung weiter beschleunigen und den Krieg gegen Putin übernehmen.

Eine zweifellos wirksame und erfolgreiche Taktik, denn jedes Mal, wenn Trump mit einem Rückzug aus der Ukraine droht, kommen die „willigen“ Europäer unter Druck sofort zusammen  und beschließen weitere Erhöhungen ihrer Militärausgaben.

Und Trump erklärt ganz offen, ohne Hemmungen, dass er seine Ziele mit allen möglichen Mitteln erreichen will – auch mit militärischen. Er sagt dies so offen und klar (auch das ist eine Taktik), damit die verängstigten Konkurrenten wissen, was sie erwartet.

Achtung jedoch: Diese Konflikte sind keine Neuheit in der jüngeren kapitalistischen Geschichte. Ähnliche Situationen einer Verschärfung der Konkurrenz mit entsprechendem Anstieg militärischer Auseinandersetzungen lassen sich bereits vor dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg finden – mit den bekannten folgenden schrecklichen Katastrophen.

Dass wir in eine neue Phase eingetreten sind, sagt auch der deutsche Bundeskanzler Merz, Regierungschef der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt (nach den USA und China), ganz klar. So die Tagesschau vom 22. Januar 2026: „Wir sind in eine Zeit der Großmachtpolitik eingetreten - Beim Weltwirtschaftsforum hat Kanzler Merz ein düsteres Bild eines Zeitalters der Großmächte gezeichnet. Eine neue Ära habe begonnen - doch Europa könne diese mitgestalten. Und Deutschland wolle zum Fortbestand der NATO beitragen.“ Übersetzt aus der politischen Sprache heißt das: Wir sind in eine Ära der Auseinandersetzung zwischen großen Kontinenten eingetreten – USA – China – Europa. In diesem Wettbewert will Deutschland Europa in einem Bündnis mit den USA anführen.

Die Tagesschau behauptet, dass sich die Zukunft „düster“, also „finster“, abzeichnet. Das bestätigt auch die marxistische Analyse: Die Unternehmen auf dem Planeten werden immer größer und vermehren sich unaufhörlich – bis zu dem Punkt, an dem sie schließlich katastrophal aufeinanderprallen. Das Ergebnis dieses Zusammenstoßes kennen wir bereits.

Der aggressive und egozentrische Trump erscheint also nicht zufällig in diesem kritischen Moment, seine Aggressivität, die von den großen amerikanischen „demokratischen”Unternehmen unterstützt wird, ist das historische Ergebnis dieser Verschärfung des Konflikts zwischen den Kapitalisten.

Auch die kommenden US-Präsidenten werden dieser Logik folgen – vermutlich noch schlimmer. Es gibt kein Zurück aus diesen tragischen Situationen, das wissen wir alle. Die „düstere“ Zukunft zeichnet sich bereits ab – So funktioniert der Kapitalismus nun einmal.

Bis die Revolutionen ihn aufhalten werden!


Email

Visits

Social

Blog

Home