Willst du über das Thema diskutieren oder Erklärungen bekommen, schreib uns eine Email. Wir freuen uns mit Interessierten darüber zu diskutieren

 

MARXISMUS

 

 

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MARX: WISSENSCHAFTLER

UND REVOLUTIONÄR

 

Der Marxismus ist die wissenschaftliche Methode, die es uns erlaubt, die verzwickte und anscheinend unverständliche Wirklichkeit, die uns umgibt, zu verstehen.

Die dominierenden Klassen arbeiten in jedem Land systematisch daraufhin es zu vermeiden, dass die marxistische  Konzeption, seine Analyse, seine Prinzipien sich nicht unter den proletarischen Massen breit machen. Die dabei angewandten Methoden sind zahlreich und die heutzutagenam häufigsten benutzte ist die methodische Verfälschung: Intellektuelle, Professoren, Journalisten, Kolumnisten und Wirtschaftswissenschaftler kritisieren den Marxismus jeden Tag von ihren bequemen Sesseln aus.

Lenin schrieb 1917 auf den Seiten von “Staat und Revolution” Folgendes : “Heute geschieht mit der Doktrin von Marx das, was in der Vergangenheit so oft mit den Doktrinen revolutionärer Denker und der Anführer der unterdrückten Klassen im Kampf für die Befreiung geschah. Die dominierenden Klassen haben die großen Revolutionäre in ihrem Leben immer mit unerbittlichen Verfolgungen belohnt […].Aber, nach ihrem Tod versucht man sie in ungefährliche Ikonen zu verwandeln, sie sozusagen heilig zu sprechen, ihren Namen mit einer Art Heiligenschein des Ruhmes zu umgeben, zum  ‘Trost’ und zur Mystifizierung der unterdrückten Klassen, während die jeweilige revolutionäre Doktrin ihres Inhalts entleert, ihr der Schneid genommen, sie abgeschwächt wird. Das Bürgertum und die Opportunisten unterziehen den Marxismus heutezutage einer solchen ‘Behandlung’.

Aber die von Marx herausgearbeiteten Gesetzmäßigkeiten des kapitalistischen Systems werden, trotz der mächtigen Konfusion, die die bürgerliche Presse und das Fernsehen schaffen, jeden Tag bestätigt. Für denjenigen, der die Aufmerksamkeit aufbringt zu beobachten, nachzuforschen und zu verstehen, ist klar ersichtlich, dass die Wirtschaft die Politik beherrscht, wie Marx behauptete, dass die kapitalistischen Geschäfte die Regierungen, Parteien, Gesellschaften und Nationen lenken und dass die lohnabhängigen Massen brutal unterworfen und ausgebeutet werden.

Aber Marx (und Engels) war nicht nur ein Wirtschaftswissenschaftler und der Gründer des Historischen Materialismus, sondern auch und vor allem ein außerordentlich praktischer Revolutionär. Für ihn und für Engels sollte die Kenntnis des Funktionierens des Kapitalismus ein praktisches Instrument sein, um der ausgebeuteten proletarischen Klasse zu helfen, die Wirklichkeit zu verstehen, damit ihr Kampf gegen die Unterdrückung und für die Befreiung ein bewusster Kampf werde, um eine gemeinschaftliche höhere Gesellschaft zu erreichen, nämlich den Kommunismus.

Man kann die außergewöhnlich praktische revolutionäre Arbeit , die Marx und Engles geleistet haben nicht genug hervorheben: gemeinsam mit Bebel und Liebknecht bauten und entwickelten sie während der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts die revolutionäre deutsche Sozialdemokratische Partei auf; 1865 nahmen sie and der Gründung der Ersten Internationalen teil, aus der anschließend die revolutionären kommunistischen Parteien aller Welt hervorgingen.  Sie fuhren dann fort, idem sie diese revolutionären Parteien begleiteten.

Dank ihrer praktischen Arbeit hat sich die marxistische Wissenschaft in der ganzen Welt verbeiten können und wir können sie heute anwenden.

Wie man sieht, eine unglaublich außergewöhnliche Arbeit, die die bürgerliche Meinung über einen Marx, der nur “Philosoph” und “Wirtschaftswissenschaftler“ war, die immer wieder propagiert wird, widerlegt. Eine Meinung, die, wie Lenin es ausdrücken würde:  “die revolutionäre Doktrin ihres Inhalts entleert, ihr den Schneid nimmt, sie abschwächt”.

Jetzt ist es an uns …..

"Der kommunistische Kampf  - Januar 2016

 AKTUALITÄT

DES MARXISMUS

 

"Die Geschichte jeder bisher existierten Gesellschaft ist eine Geschichte des Klassenkampfs. Freie und Sklaven, Patrizier und Plebejer, Barone und Leibeigene, Mitglieder der Korporationen undLaufburschen, mit anderen Worten Unterdrückte und Unterdrücker, haben sich immer im Konflikt befundenden, haben einen, zeitweise versteckten, manchmal offenen, ununterbrochenen Kampf geführt: ein Kampf, der immer mit einer revolutionären Transformation der gesamten Gesellschaft oder mit dem Ruin der im Kampf befindlichen Klassen endet.".

(Marx-Engels, Manifest der kommunistischen Partei - 1848

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Wir sind es gewöhnt Tag für Tag zu leben. Es ist schwer sich vorzustellen, dass die Gesellschaft sich verändert hat und sich weiterhin verändern könnte. Aber es ist so.

Wie Darwin in der Evolution der Arten gezeigt hat und die modernen Wissenschaftler bestätigen, dass die Natur sich in einer kontinuierlichen Evolution befindet, so haben Marx und Engels bewiesen, dass auch die Gesellschaft dem gleichen Weg gefolgt ist.

Engels verdeutlicht in der “Dialektik der Natur” in Zusammenarbeit mit Marx, wie der Mensch sich, um seine Überlebens- und Beziehungprobleme zu lösen, in den Jahrhunderten in verschiedenen Gesellschaftsformen organisiert hat. Gesellschaftsformen abgesehen vom primitiven Kommunismus, wo der Mensch in Stämmen lebte, jagte, das Land bestellte, und alles unter den Mitgliedern des Stammes aufgeteilt wurde. Wo der Klassenkampf um die Aneignung der Produktion herrschte.

In den Gesellschaften mit Sklavenhaltung (Ägypten, Assyrien-Babylon, der griechisch-römischen, usw.) mussten die Sklaven für ihre Besitzer (die das Recht besaßen, über deren Leben und Tod zu verfügen) arbeiten und erhielten dafür das Notwendige zum Überleben (wie die Nutztiere).

Im Mittelalter waren die Leibeigenen Bauern, die wie die Ländereien dem Adligen gehörten. Sie bestellten das Land für sich selbst, mussten allerdings einen Teil (das berühmte Zehntel) der Ernte an den Adligen und den Klerus abgeben.

Im Kapitalismus gehören die Lohnarbeiter niemandem, sie sind frei. Sie verkaufen ihre Arbeitskraft gegen einen Lohn.

Diese Unterteilung in Klassen hat immer zu erbitterten Kämpfen und gesellschaftlichen Umwälzungen geführt.

Warum? Der Mechanismus war immer der gleiche: die Unterdrückten, die Ausgebeuteten haben, sobald sie die Mehrheit der Bevölkerung darstellten, begonnen gegen die unterdrückende Klasse zu rebellieren. Dies ist zurückzuführen auf die Mechanismen der Arbeitsspezialisierung, sie hatten begonnen bessere Lebensbedingungen und eine höhere Gesellschaftsform anzustreben.

Zum Beispiel die Sklaven: warum sollten sie dem Besitzer alles, was auf den Feldern und auf dem Hof produziert wurde gegen das fürs Überleben Notwendige abtreten und sich wie Tiere behandeln lassen, wenn doch sie all dies produzierten? Es war für sie ein enormer Fortschritt als sie, nicht mehr in Sklaverei gehalten als Leibeigene die Felder und Bauernhöfe der Adligen bewirtschaften und die Produktion behalten konnten, nur einen Teil an die Adligen und den Klerus abtreten mussten.

Für die Handwerker des Mittelalters (Vorfahren des heutigen Bürgertums) hieß das: in den Werkstätten der Städte wuchs die Produktion als Folge der Arbeitsspezialisierung, ließ die Preise sinken und folglich die Warennachfrage steigen: warum nicht mehr produzieren indem man jemand anstellt? Angestellte, d.h. freie Personen, die für einen Lohn arbeiten statt dem Adligen verbunden zu bleiben und das Land zu bewirtschaften? Warum nicht an Stelle des kleinen Feudalismus der Adligen einen groß angelegten Staat fördern, wo die Waren frei zirkulieren können?

Für den Bauern des Hohen Mittelalters hieß das: in den Städten entwickelte sich die Manufaktur und suchte Arbeitskraft: warum nicht frei sein, die eigene Arbeitskraft gegen einen Lohn verkaufen und seine Lebensbedingungen verbessern anstatt dem Land des Adligen verbunden zu bleiben, wo das Leben sehr arm war?

All diese Veränderungen waren enorme Fortschritte für die Menschheit und haben viel Kraft und riesige Kämpfe gekostet, um von einer Ordnung zur anderen überzugehen.

Jetzt stellt sich die Frage: bleibt die Menschheit in der kapitalistischen Gesellschaftsform gefangen?

Der Wissenschaftler Marx sagt: NEIN. Absolut NICHT. Auch die kapitalistische Gesellschaft entwickelt sich weiter. Genauso wie Darwin uns lehrt, dass die Evolution der Arten sich weiter entwickelt.

Das Proletariat wird, wenn es zur Klasse der Mehrheit geworden sein wird, eine andere Gesellschaftsform brauchen.

Das Proletariat wird den Unternehmer (zur Minderheit der Bevölkerung geschrumpft), sei er privat oder öffentlich, nicht mehr brauchen, um die Produktion zu garantieren. Produktion, die so organisiert werden kann, dass die Produkte nicht verkauft werden um Profit zu erzielen, sondern deren Produkte unter der Bevölkerung verteilt werden. So wird den Krisen, den Kriegen (der enormen und unnötigen Zerstörung von Leben und Waren), der Ausnützung und den Klassen ein Ende gemacht.

Aber das wird weder einfach noch glimpflich sein, wie die Geschichte lehrt.

 

Marx erklärt, dass die enormen kaptialistischen Krisen die Reaktion von riesigen Massen an erbosten Proletariern provozieren und provozieren werden. Diese Massen wünschen sich ein angemessenes, würdevolles, normales Leben. Die kapitalistische Gesellschaft kann ihnen das nicht geben. Die höhere Gesellschaft, die kommunistische Gesellschaft, ist und wird kein schöner Traum bleiben, sie wird zu einer Notwendigkeit werden.

 

"Der kommunistische Kampf  - Januar 2015



DER MARXISMUS, DER RICHTIGE SCHLÜSSEL UM ZU VERSTEHEN, WIE DIE GESELLSCHAFT FUNKTIONIERT.

 

-DIE WAHRHEIT DER REICHEN UND DIE WAHRHEIT DES PROLETARIATS-

G. V. ist eine unserer internationalistischen Aktivistinnen. In ihrer täglichen politischen Arbeit hat sie viel Erfahrung gesammelt, sie hat die marxistische Zeitung verteilt und bei der Ausbildung und Organisation von Personen, die an der überlegenen Gesellschaftsform interessiert sind, geholfen.

Wir fragen sie, wie die jungen Leute reagieren, wenn man sie fragt, ob sie verstehen, wie die Gesellschaft, in der wir leben, funktioniert.

Frage: – Sind die jungen Leute daran interessiert zu verstehen, wie die Gesellschaft funktioniert?

Antw.: – “Ein Teil ist sicher interessiert und neugierig, aber zu verstehen, wie die Gesellschaft funtioniert ist keine leichte Angelegenheit.  Die Mechanismen, die sie regeln, sind kompliziert und verwickelt. Es ist ein bisschen so, wie das Funktionieren des menschlichen Körpers. Mit ein bisschen Interesse und Geduld kann man es allerdings gut verstehen”.

Frage: - Wissen die jungen Leute, die bei dir stehen bleiben, schon etwas über dieses Thema?

Antw.: - “Viele meinen natürlich etwas zu wissen, aber in der Diskussion bemerken sie, dass sie eigentlich nichts Genaues wissen, dass ihnen einige grundlegende Konzepte fehlen. Wenn man ein bisschen diskutiert, sind sie ziemlich verlegen. In Wirklichkeit wiederholen die Leute und auch die jüngeren im Allgemeinen ohne es zu wissen genau das, was sie im Fernsehen sehen oder in den Zeitungen lesen. Sie wiederholen diese Nachrichten und diese Argumentationen, die die Reichen durch ihre Medien – Fernsehen, Zeitungen, Politiker usw. verbreiten wollen und verbreiten, unbewusst”.

Frage: - Willst du damit sagen, dass das Fernsehen und die Zeitungen nicht die ganze Wahrheit berichten und es eine andere Wahrheit gibt?

Antw.: - Aber sicher! Das Fernsehen und die Zeitungen sagen längst nicht alles und es gibt eine andere Wirklichkeit. Man muss den Dingen allerdings auf den Grund gehen und sich gut auskennen, um sie zu entdecken, und zwar die Realität des Proletariats, jene, die die lohnabhängigen Arbeiter Tag für Tag erleben. Wenn wir genau überlegen, sind die Reichen eigentlich nur eine winzige Minderheit der Bevölkerung, sie können der überwiegenden Mehrheit nicht erzählen, dass sie sie regelmäßig ausbeuten, dass sie dank dieser Ausbeutung einen Haufen Geld verdienen, dass die Krisen und die Kriege durch ihre Geschäftemachereien verursacht werden, mit dem Hintergedanken immer nur mehr zu verdienen”.

Frage: - Kannst du das bitte genauer ausführen?

Antw.: - “Na klar! Also zu dem Haufen Geld, den die Reichen verdienen: das BIP, mit anderen Worten der nationale Reichtum,  ist im vergangenen Jahr 2015 um 1,7% angewachsen, 2014 um 1,6%, 2013 um 0,3% usw. (Quelle: Statistisches Bundesamt), dies bedeutet, dass die Unternehmen und die Banken sehr viel Geld verdienen. Aber wo fließt dieses Geld hin, das die Arbeiter produziert haben? Haben die Arbeiter etwas davon? Angesichts des produzierten Reichtums müssten die Löhne folglich eigentlich steigen, stattdessen belegen die Daten und die Statistiken (die von den wichtigen Medien natürlich nicht weitergegeben werden, sondern in den kleinen und spezialisierten Medien hängen bleiben), dass die realen Löhne der Arbeiter trotz zahlreicher und erbitterter Streiks seit mehreren Jahren schon nicht einmal die Inflationsrate abdecken (Quelle: Daten bis 2007 Eurostat, ab 2008 Statistisches Bundesamt), d.h, sie decken nicht einmal den Anstieg der Preise! Unglaublich. Dies bedeutet, dass die Arbeiter und ihre Familien von diesem, nicht unbedeutenden Verdienst absolut nichts abbekommen, sondern alles in die Taschen der Unternehmer und der Banken fließt. Dies sagen die Politiker, das Fernsehen und die Medien im Allgemeinen absolut nicht! Aber dies ist die wirkliche Realität, die Realität die verborgen bleibt. Es passiert sogar, dass sich die Unternehmer und die Banken in ihren Fernsehsendern, Zeitungen usw. beklagen, weil die Dinge nicht “ganz” so gut laufen, wie sie es sich wünschen würden, sie müssten eigentlich noch mehr verdienen. Verrückt! … Über die Kriege: ihrer Wirklichkeit entsprechend sagen uns die Reichen durch ihre Medien, dass die Kriege durch böse Feinde verursacht werden, von hinterhältigen Personen, die uns Böses wollen. Sie sagen uns, dass der Mensch auch eine böse Natur besitzt ,und dass wir uns deshalb gegen diese bösen Feinde verteidigen, sie besiegen und eliminieren müssen. Wenn man genauer nachforscht, entdeckt man eine andere Wahrheit. Man entdeckt, dass es sich genau so verhält, wie der berühmte General von Clausewitz behauptete, und zwar, dass die Kriege nur ‘die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln’ ist. Mit anderen Worten, die Reichen haben absolut keine Skrupel, von einer friedlichen Politik zu einem Krieg überzugehen, falls die Geschäfte nicht gut laufen, und zwar um die Konkurrenz auszuschalten und so weiterhin Verdienst einzuheimsen. Aber kein Kommentator, Journalist oder Politiker, aber wirklich überhaupt keiner, spricht dies aus, nur wir Marxisten. Die Gemeinheit und die Böswilligkeit der Personen haben absolut nichts mit den Kriegen zu tun, das haben sich die Unternehmer und die Banken  nur ausgedacht um uns wieder einmal für ihre Interessen einzuspannen, mitzureißen und uns zu opfern. In Wirklichkeit ist es das System, das pervers, böse, das abzuschaffen ist.”

Frage: - Also behauptest du, dass man sehr wohl alles gut verstehen kann?

 

Antw.: - “Na auf jeden Fall. Aber man darf es nicht dabei belassen auf das Fernsehen, die Zeitungen usw. zu hören, also auf die sogenannten Medien der Information und die Politiker usw. Man muss klar vor Augen haben, dass sie für das Unternehmertum sprechen, also für die Reichen. Man muss darüber hinaus kommen. Wir als Proletariat zielen darauf ab, diese Gesellschaft voller Widersprüche zu verändern und müssen vor allem VERSTEHEN. Verstehen wie das System funktioniert. Und der Marxismus ist ohne Zweifel der Schlüssel zur Interpretation, das beste und passendste Werkzeug für diesen Zweck. Folglich haben wir die Möglichkeit zu verstehen wie wir uns organisieren müssen um, zu einer überlegenen Gesellschaftsform zu gelangen. Wir, das Proletariat, können zu der realen Wirklichkeit gelangen, UNSERER Wirklichkeit.

DIE GROßEN REVISIONISTEN VON MARX

Ende 19.Jahrhundert : BERNSTEIN

 

 

-VON DER GESCHICHTE SPEKTAKULÄR WIDERLEGT-

 

 

Wie oft hören wir, dass Marx überholt sei? Andauernd! Im Fernsehen, in den Debatten, bei den Diskusionsrunden ist immer jemand dabei, der genau dies behauptet (apropos: wie kommt es, dass die angeblich ultrademokratischen TV-Moderatoren nie wirkliche Marxisten zu diesen Debatten einladen?). In den Schulen und Universitäten sprechen die Professoren über einen großen Marx, der das Funktionieren des Kapitalismus richtig erkannt , sich allerdings bezüglich der Revolution geirrt habe, und deshalb nicht mehr aktuell sei.

Marx Kritik war in der Geschichte allerdings nichts Neues.

Schon in der Vergangenheit gab es Bewegungen, in denen die Kritik ein solch großes Echo hatte, dass sich jemand sogar dazu hat verleiten lassen, Marx als endgültig überholt zu erklären.

VERBLENDETE.

Schauen wir uns mal den Fall des Revisionisten Bernstein an:

Deutscher, geboren 1850, gestorben 1932.

Er war Engels Sekretär und wurde Ende des 19.Jahrhunderts neben Kautsky als einer der führenden Marxisten im Umlauf angesehen. Er war gemeinsam mit Bebel und Liebknecht sen. einer der Gründer und Führer der (damals revolutionären)  Deutschen Sozialdemokratischen Partei (SPD). 

Aber nach Engels Tod (1895) begann er den Marxismus zu kritisieren. Von dem langen Zyklus der kapitalistischen Entwicklung, und somit dem langen Zyklus des Wohlstands Ende des 19.Jahrhunderts fehlgeleitet, glaubte Bernstein dieser lange Zyklus würde nie enden und begann zu behaupten, dass Marx sich bezüglich der Krise der Überproduktion geirrt habe; eben der Überproduktion, die nach Marx Auffassung schwere Krisen und Kriege hervorgebracht hätte, die wiederum die Möglichkeit zum Anzetteln von Revolutionen geliefert hätten. Bernstein setze an zu erklären, dass das chaotische kapitalistische System von den Kapitalisten durch Absprachen untereinander kontrolliert werden könne, um die Konkurrenz abzuschwächen und so die Krisen zu vermeiden. Und da nach seiner Auffassung die Krisen nie auftauchen würden,  behauptete er, das Proletariat würde zwar das Ziel die Macht zu übernehmen beibehalten, müsse dies aber nicht durch Revolutionen erreichen, sondern durch Reformen innerhalb des Parlaments.

Was allerdings einige Jahre später geschah, Krisen, Kriege, Krisen der Überproduktion und nochmals Kriege, widerlegte seine Behauptungen auf eklatante Weise.

Aber die von Bernstein entwickelte Kritik an Marx fand in den Zeitungen, die natürlich vom Bürgertum kontrolliert wurden, damals unglaublichen Anklang. Man kann sich nur zu gut vorstellen, dass die Reichen es kaum glauben konnten, dass einer der weltweit wichtigsten Vertreter des Marxismus eben den Marxismus verleugnet! Eine Gelegenheit, die sie sich sicher nicht entgehen lassen konnten, und der genügend Raum in ihren Zeitungen zu widmen war um Marx zu verleumden.

Es waren Lenin, Kautsky und Rosa Luxemburg, die sich ohne wenn und aber gegen seine Thesen wandten um die Klarheit des wissenschaftlichen Marxismus wiederherzustellen, die dann unweigerlich in den Fakten Bestätigung fand.

Nehmen wir nun die Kritik, die dem Marxismus heute entgegengebracht wird, vor: Marx ist überholt; die heutige Gesellschaft ist völlig anders als die von ihm analysierte; die Arbeiterklasse hat sich entwickelt und denkt gar nicht mehr an eine Revolution; es gibt überhaupt keinen kapitalistischen Zyklus; die Kapitalisten von heute sind intelligent und wissen mit der Situation umzugehen, usw. usw.  Wie man sieht, hat sich seit den Zeiten Bernsteins nicht viel geändert. Würden wir zum Beispiel heute vielen Intellektuellen die damals von Bernstein an Marx geübte Kritik in den Mund legen, würden keiner merken, dass es Bernsteins sind. Komisch ist allerdings, dass die heutigen Kritiker des Marxismus , die angeblich unparteiisch und demokratisch sind und sich für wer weiß wie klug, intelligent, gebildet, pompös und verscheißend halten, anscheinend nicht bemerken, dass die Geschichte Marx und nicht Bernstein tausendfach bestätigt hat. Und um dies zu verstehen muss man wahrlich kein Genie sein. Und dennoch findet sich davon kein einziges Wort in den Fernsehdebatten, in den Diskussionsrunden, im Unterricht. 

Wie kommt's?

 

Tatsächlich kann man, wenn man aufmerksam ist, auch heute alle Eigenschaften des Kapitalismus, die Marx herausgearbeitet hatte, ausmachen und beobachten, dass der kapitalistische Zyklus der gleichen Parabel folgt wie zu Zeiten Bernsteins.

 

"Der kommunistische Kampf - April 2016



NEGATIVE ASPEKTE DES KAPITALISTISCHEN SYSTEMS,

DIE MARX HERAUSGEARBEITET HAT UND DIE SICH LAUFEND WIEDERHOLEN

WERDEN VON DER BÜRGERLICHEN PRESSE VERSCHWIEGEN

                                                                    

 

 

Marx sah, dass das kapitalistische System der Geschäftemacherei einem Kreislauf unterliegt. Er besteht aus langen Phasen der Entwicklung und kurzen Krisenphasen, zum Teil sehr schwerwiegenden, die auch in Kriege, Zerstörung , Hunger und Tod münden können.

Die bürgerliche Presse spricht von einem großen Marx, hütet sich aber schwer davor den Inhalt seiner Analysen und seiner Ideen zu erklären.  Vor allem aber spricht sie nicht gerne über die negativen Aspekte des kapitalistischen Systems, die er herausgearbeitet hat.

Wenn diese schwerwiegenden negativen Aspekte allerdings eintreten, versucht die bürgerliche Presse es tunlichst zu vermeiden die marxistische Analyse heranzuziehen um die Gründe hierfür zu klären, und stellt die Ding völlig verzerrt dar.

Nehmen wir einfach mal als Beispiel die Kriege: für die bürgerliche Presse liegen die Gründe nie in der Geschäftemacherei, wie Marx so gut erklärt hat, nie hat das kapitalistische System und sein ungesundes Funktionieren auf der Suche nach dem maximalen Profit Schuld, sondern die Gründe hierfür sind immer (was für eine Überraschung) den Menschen zuzuschreiben, den “Feinden”. Es sind also die Regierungen der gegnerischen Nationen, die über Nacht böse, brutal und gemein werden. Für die bürgerliche Presse sind Bevölkerungen, die vorher ganz normal waren, nun plötzlich mit Gemeinheit durchsetzt.

Wie ist das möglich?

Und dies ist genau das (und es entgeht uns vielleicht), was auf der anderen Seite (d.h. auf Feindesseite) genau so von uns, also von unserer Bevölkerung ,behauptet wird: dass wir plötzlich böse und gemein geworden und daher zu eliminieren sind.

Wenn wir dann erfahren, dass unsere Feinde so von uns denken, behaupten unsere Politiker und die Presse, dass unsere Feinde nicht selber denken, sondern von der Presse beeinflusst werden, dass sie keine selbständigen Gedanken fassen können und jeden Tag mit einseitigen Nachrichten bombardiert werden. Das Fernsehen, die Presse und die Politiker unseres Landes wollen uns hingegen glauben lassen, dass wir frei sind zu denken und nicht Tag für Tag von der Presse unserer Mächtigen beeinflusst werden, dass wir unsere Entscheidungen autonom und unbeeinflusst treffen können.

Das Gegenteil ist natürlich der Fall. Die Presse, das Fernsehen und die Politiker unseres Landes arbeiten systematisch darauf hin uns vor den Karren unseres Bürgertums zu spannen, genau wie es die Bürgertümer in der ganzen Welt tun.

Der Kapitalismus ist nicht “die beste Gesellschaft, die man erreichen kann”, wie so viele meinen und wie uns ständig eingetrichtert wird. Die langen Perioden des Wohlstands, die wir erleben, dürfen uns nicht blenden: die Widersprüche des Kapitalismus sind nicht verschwunden und sind auch nicht nur eine traurige Erinnerung der Vergangenheit oder etwas, was nur “die anderen” betrifft. Die Geschäfte kennen weder Pause noch Krise; wie wir alle genau wissen, liegen sie immer auf der Lauer und brechen hervor, wenn man es am wenigsten erwartet.

Deshalb ist es unerlässlich dieses Konzept immer klar vor Augen zu haben, nachzufragen und sich nicht beeinflussen zu lassen.

 

Eine höhere Gesellschaft ohne Widersprüche ist möglich und vor allem notwendig, wir müssen uns dafür einsetzen sie zu erreichen.

 

  "Der kommunistische Kampf" - Dezember 2015

ES IST WICHTIG ZU VERSTEHEN, WIE DIE GESELLSCHAFT FUNKTIONIERT.

 

DIE GÜLTIGKEIT DES WISSENSCHAFTLICH-ANALYTISCHEN ANSATZES VON MARX

 

 

DEN DIE REICHEN UND IHRE DIENER MIT ALLEN MITTELN ZU VERSTECKEN UND IN MISSKREDIT ZU BRINGEN VERSUCHEN.

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Es ist für alle offensichtlich, dass die Gesellschaft, in der wir leben, eine Reihe von Problemen und Widersprüchen birgt, die uns ständig  Sorgen und Stress bereiten: Krisen, Kriege, Ausbeutung, Armut, es gibt Reiche und Steinreiche, Arme und Ärmste.

Dies führt unweigerlich dazu, dass wir uns eine Reihe von Fragen stellen: “Warum ?” “Wovon hängt das ab?” “Warum kann man nicht ruhig und in Frieden leben?” “Warum schaffen es die Politiker nicht  diese Probleme zu lösen, wie sie uns andauernd versprechen?” “Aber wer sind diese Politiker, diese Regierungen und Parlamentarier eigentlich? Die, die so oft Gegenstand der Diskussion sind.“  “Welche Rolle spielen in diesen Angelegenheiten die Reichen, die Banken, die Industriellen usw.?“ “Und wir, die Bevölkerung, können wir etwas bewirken?” usw. usw.

Alles Fragen, die in den Köpfen der Leute herumschwirren und auf die sie kaum Antworten finden.

Nun, all dies hat allerdings eine eigene Logik, eine eiserne Logik und auch eine Erklärung. Man muss nur nach dem Sinn suchen, die richtige Methode finden um zu verstehen.

So wie der menschliche Körper für einen Laien eine Mengen von mehr oder weniger unverständlichen Einzelteilen ist, ist er für den Mediziner allerdings ein klarer Organismus; so wie ein Schaltpult für den Otto Normalverbraucher ein Durcheinander von unbedeutenden Kabeln ist, während der Elektriker eine ganz präzise Logik verfolgt, so verhält es sich auch in der Politik und in der Wirtschaft: für denjenigen, der sich auskennt und der ein Experte ist, hat alles einen Sinn, seinen vorgegebenen Verlauf.

Es ist die ANALYTISCHE METHODE der MARXISTEN, die es in diesem Bereich erlaubt zu verstehen, wie die Gesellschaft funktioniert, indem sie vertieft, untersucht, überprüft. So werden Sachlagen und Fakten, die vorher unklar waren, langsam immer klarer, verständlicher.

Aber worauf basiert  die wissenschaftliche Analyse der Marxisten um zu verstehen, wie die Welt funktioniert?  Die Analyse sagt uns, dass man vom Kernpunkt ausgehen muss, nämlich von DER GESCHÄFTEMACHEREI  MIT IHREM KONSTANTEN STREBEN NACH PROFIT, DIE DIE POLITIK DIREKT ODER INDIREKT BESTIMMT, DIE GESELLSCHAFT LENKT.

Wenn wir um zu verstehen davon ausgehen und untersuchen bzw. vertiefen, stoßen wir auf unglaubliche Klarheit.

Wir werden entdecken,  dass sich die wirtschaftlichen Fakten auf die Regierungen, die Parlamente, die Politiker auswirken. Man wird sehen, wie sie sie beeinflussen, bestimmen, leiten. Wir werden herausfinden, dass keine politische Gegebenheit existiert, die nicht direkt oder indirekt von dem Streben nach Profit bestimmt wird.

Daher rührt auch das widersprüchliche Verhalten der Politiker, die im Wahlkampf vieles versprechen und dann anderes tun, und es bekommt langsam einen Sinn. Und so wird klar, dass die Demokratie nichts anderes ist als  eine elegante Form kapitalistischer Regierung, in der die Politiker sich von der Bevölkerung (d.h. vom Proletariat) wählen lassen müssen, nach den Wahlen jedoch unabhängig werden und in den darauffolgenden 4-5 Jahren nicht mehr an ihre Wähler gebunden sind, ohne die Möglichkeit abgesetzt zu werden. Somit können sie weiterhin den Reichen dienen, die sich voll dem Streben nach dem bestmöglichen Profit widmen, und ihre Richtlinien verfolgen. 

Es wird klar werden, warum sich die Regierungen, die angeben auf der Seite der Bedürftigsten zu stehen, sobald eine Krise kommt, die allergrößte Mühe geben, damit die Arbeiter die Folgen tragen müssen, und zwar durch geringere Gehaltserhöhungen, intensivere Arbeitsrhythmen, immer unsicherere Arbeitsplätze, während die Reichen nie zur Kasse gebeten werden! Und es wird auch klar werden, warum bei den Reformen des Staates, wie kürzlich in Griechenland, Spanien, Italien usw. geschehen, auch immer die lohnabhängigen Arbeiter die Kosten tragen müssen, durch Steueranhebungen, Rentenkürzungen, Arbeitslosigkeit, usw., statt auf die Haufen an Geld zurückzugreifen, die die Reichen horten.

Und wenn man dann nachforscht, wie die Kriege entstehen, entdeckt man, dass es immer wieder die Kapitalisten sind, die sie verursachen (und dabei die Bevölkerungen in rassistischen, nationalistischen und religiösen Hass verstricken) und zwar immer mit dem Ziel ihren Verdienst zu maximieren. Ein Anwachsen des Verdienstes, das nie aufhört (und als Folge davon hören auch die Kriege nie auf).

Kurz gesagt entdeckt man, dass die Politiker, die Parlamente, die Regierungen nichts anderes sind als Marionetten in den Händen der Reichen, und sie werden gebraucht, ausgetauscht und ersetzt, je nach Bedarf.

Eines muss allerdings präzisiert werden.

Frage: warum sind diese Dinge nicht bekannt?

Weil die Kapitalisten, also die Banken, die Großindustriellen, die multinationalen Gesellschaften, die eine winzige Minderheit (2-3%) der Bevölkerung sind, absolut kein Interesse daran haben, dass das Proletariat (das 80-85% vertritt) Kenntnis davon bekommt wie das System funktioniert, und so enthüllen sie mittels ihrer Zeitungen, Fernsehsender, Politiker, usw. nur einen kleinen Teil des Funktionierens der Gesellschaft, und verhüllen bzw. verschweigen den größten Teil, und zwar den negativen. Es ist offensichtlich, dass sie kein Interesse daran haben und auf keinen Fall zugeben können, dass sie der Grund für die Krisen, die Kriege sind, dass sie für die Armut und die Ausbeutung in der Welt verantwortlich sind. Sie ernten nur das Lob wenn die Dinge gut laufen (genauso wie die Priester: wenn alles gut geht ist das Gott zu verdanken, wenn es schlecht läuft sind es die Menschen schuld).

Wir können also ohne Umschweife sagen: ES IST NICHT WAHR, DASS MAN NICHTS VERSTEHEN KANN.

Ganz im Gegenteil:  Wenn man analysiert IST ES MÖGLICH ZU VERSTEHEN! UND ZWAR GUT ZU VERSTEHEN.

MAN BRAUCHT NUR DEN RICHTIGEN ANSATZ.

 

UND DIESER ANSATZ IST DER MARXISMUS.

"Der kommunistische Kampf" - Juni 2016




WARUM WIR MARXISTEN UND KEINE ANARCHISTEN SIND

 

- praktische Erfahrungen -

                                                                                                                                                                                                                                               "Der kommunistische Kampf" - Oktober 2016

 

 

Kapitalismus bedeutet nicht nur Wohlstand. Während seiner chaotischen zyklischen Entwicklung produziert er in bestimmten Momenten katastrophale Situationen. Abgesehen davon, dass er auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen gründet und dadurch große soziale Ungerechtigkeiten, Hunger und Armut produziert, produziert er auch schwere politische, wirtschaftliche und soziale Krisen, und außerdem Kriege, die unglaubliche Proportionen erreichen können, wie die Geschichte zeigt.

Es ist also normal, natürlich, dass all diese unheilbaren Widersprüche bei den unterjochten Massen starke Reaktionen hervorruft, und dass sehr aufmerksame, nachdenkliche und akute Menschen Analysen und Studien über das Funktionieren der kapitalistischen Gesellschaft entwickeln sowie Praktiken und politische Strategien ausarbeiten, um sie zu abzuschaffen.

 

Der Marxismus und der Anarchismus sind zwei dieser politischen Analysen und Praktiken.

Die Unterschiede zwischen Marxismus und Anarchismus sind ziemlich bekannt. Wir versuchen hier, die wesentlichen zusammenzufassen: DER STAAT: für die Marxisten ist der Staat nach der Revolution des Proletariats eine Notwendigkeit. Das hat zwei Gründe: erstens wird vorausgesetzt, dass das Bürgertum, also die bezwungenen Reichen, sich absolut nicht ergeben, sich nicht mit dem Verlust der Macht abfinden wollen und alles tun werden, um die Revolution umzukehren und scheitern zu lassen, um erneut an die Regierung zu kommen. Also besteht für die Marxisten nach der Revolution absolut die Notwendigkeit, den Staat gegen die schweren Angriffe, die das internationale Bürgertum gegen sie organisieren wird, zu verteidigen, wie die Revolution der Kommune in Paris 1871 und die russische Revolution 1917 gezeigt haben. Zweitens ist der Staat notwendig, damit eine solide staatliche Organisation von Experten (Parteimitglieder oder auch nicht) nach der Revolution die Gesellschaft führen und die Produktion und Verteilung der Produkte leiten können. Für die Anarchisten handelt es sich bei jedweder Staatsform immer um eine Diktatur, und ist deshalb immer zu bekämpfen und abzuschaffen. Falls es sich eine Avangarde nach der Revolution zur Aufgabe macht, die Massen zu führen, sie zu organisieren um die wirtschaftliche Produktion und Verteilung zu leiten, hört diese Avangarde für die Anarchisten auf, Teil des Proletariats zu sein, und wird automatisch zur dominanten Klasse, die die Massen beherrscht. Für die Anarchisten muss der bürgerliche Staat nach der Revolution durch freie Arbeiterräte ersetzt werden, die auch die Gegenreaktion des Bürgertums abfangen müssen.

DIE PARTEI: für die Marxisten müssen die proletarischen Massen von einer starken und gut organisierten revolutionären Partei geführt werden. Mit Partei ist eine Organisation von Experten in Politik, Wirtschaft, Gesellschaftswissenschaft, Klassenkampf, usw. gemeint, die die aufgebrachten proletarischen Massen in den katastrophalen Momenten des Kapitalismus zur Eroberung der Macht zu führen und diese anschließend zu halten wissen. Die Marxisten gehen davon aus, dass die Massen allein nicht das notwendige Wissen besitzen, nicht im Stande sind die Macht zu erobern, weil sie nicht ausreichend spezialisiert sind in Ökonomie, Politik, usw. um zu verstehen, wie das System funktioniert, und um die Revolution organisieren, durchführen und stützen zu können. In der Masse kann sich nur eine kleine Gruppe von Personen, die von der revolutionären Politik angezogen werden (so wie andere Gruppen sich für Medizin, Elektronik oder P{hysik usw. interessieren), spezialsieren und so kompetent werden, dass sie sich, wie gesagt, gut organisier  die aufrührerischen Massen in den katastrophalen Momenten an die Macht führen können. 

Für die Anarchisten ist jede Form von zentralisierter Parteiorganisation eine Form von Autoritarismus und daher entschieden abzulehnen. Als anarchische

Aktivisten sind sie allerdings der Meinung, dass sie das Klassenbewusstsein im Proletariat wecken müssen (d.h. darüber, wie der Kapitalismus den Arbeiter ausbeutet) um ihm auf seinem revolutionären Weg zu unterstützen. Die Anarchisten kämpfen auch aktiv gegen jede Form von Ungerechtigkeit.

 

Wie man sieht, zwei verschiedene interessante politische Ansichten, die es zu beobachten und zu bewerten gilt. 

 

UNSERE ERFAHRUNG: WARUM WIR MARXISTEN SIND.

Wir sind nach dem Krieg geboren, wir haben keine Revoltution direkt miterlebt und können daher keine direkten Überlegungen darüber anstellen, wie die Massen in revolutionären Situationen reagieren. Sicher ist, dass man aufmerksam beobachten kann und muss, wie die vorangegangenen Generationen unter diesen Situationen operiert bzw. reagiert, und wie sie sich organisiert und mobilisiert haben. Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten allerdings die Möglichkeit gehabt, reichhaltig Erfahrungen hinsichtlich des gewerkschaftlichen Kampfes der Massen zu sammeln, Erfahrungen, die uns helfen können zu vergleichen und darüber nachzudenken, wie die Massen sich in Situationen des Klassenkampfes bewegen.

 

Als Gewerkschaftsaktivisten bemerken wir sofort, wie das Unternehmertum den Staat (d.h. die öffentlichen Organe: Parteien, Regierungen, Parlamente, Presse, Fernsehen, Polizei, usw., die sich immer zu seinen Gunsten mobilisieren) benutzt, um die Arbeitermassen unterjocht zu halten. Sicherlich, die proletarischen Massen reagieren auf die Schläge, die das Unternehmertum oder die verschiedenen Regierungen und Parlamente gegen sie austeilen. Was sich in diesen Situationen des Kampfes herauskristallisiert ist, dass die Arbeitermassen Anführer brauchen, dass aus den Arbeitern Führungskräfte hervorgehen, dass Experten die Führung des gewerkschaftlichen Klassenkampfes übernehmen, eines harten Kampfes, der nie aufhört. Ein weiterer Aspekt, der zum Vorschein tritt, ist, dass alle Parteien, ob im Parlament vertreten oder nicht, und alle Organisationen, ob revolutionär oder nicht, versuchen. in den Arbeitergewerkschaften Führungskräfte auszubilden, die sich das Vertrauen der Arbeitermassen verdienen und sie dann führen. Und man kann sehen, dass die Organisationen, die diesen grundlegenden organisativen Aspekt unterschätzen oder vernachlässigen, langsam verschwinden. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, wie sich an den Arbeitsstätten oder in den Gewerkschaften, wo radikale und revolutionäre Aktivisten präsent sind, die Arbeiter langsam aber unerbittlich um diese herum sammeln. 

 

 

 

 

All dies bestätigt, unserer Meinung nach die marxistische Analyse, welche behauptet, dass die Arbeiter eine starke parteiliche Organisation mit Professionisten an der Spitze brauchen, die die Massen führen um das Bürgertum (das super organisiert ist) zu stürzen. Zu glauben, wie die Anarchisten behaupten, dass die proletarischen Massen allein so vorbereitet und kompetent sind, dass sie im Stande wären den Reichen die Strin zu bieten (die, wie schon gesagt, im Staat unglaublich organisisert sind), zu glauben, dass sie in den revolutionären Momenten allein die Macht ergreifen und halten könnten, ist nach unserer Erfahrung völlig unrealistisch. Tatsächlich wird die Sichtweise und praktische Politik der Marxisten dadurch bestätigt, dass in den Fabriken, wo Marxisten präsent und gut organisiert sind, ihre Gruppen immer mehr Zulauf finden, während die Anarchisten praktisch von der Bildfläche verschwunden sind.

 

 

Der Klassenkampf ist gestern wie heute, wie schon Marx behauptete, eine harte, sehr harte Kraftprobe, die nicht zu unterschätzen und auf die leichte Schulter zu nehmen ist.    



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