MALI - DEUTSCHER IMPERIALISMUS IM EINSATZ

 

 

 

Mit mehr als 4 Milliarden Euro, die allein für die nutzlose militärische Intervention in Mali ausgegeben wurden, um Menschen zu töten, wie viele Steuern auf Gehälter könnten damit gesenkt und wie viele Renten mehr gezahlt werden? Sicherlich eine ganze Menge. Dann wird uns gesagt, dass die Rentenkassen rote Zahlen schreiben und dass eine Senkung der Lohnsteuer reine Utopie ist. Es ist klar: Wir werden für dumm verkauft. Es gibt Geld (und nicht wenig davon, wie gezeigt), aber es wird für die Interessen des reichen Teils der Bevölkerung verwendet, der immer reicher wird.

MILITÄRISCHER EINSATZ IN MALI. Der deutsche Imperialismus, d.h. die großen deutschen multinationalen Konzerne, die ständig auf der Suche nach Profit sind, versuchen, sich in Regionen der Welt einzumischen, in denen die Präsenz anderer konkurrierender Imperialismus minimal ist: Mali - eines der ärmsten Länder der Welt - ist eines davon.

Die Taktik, in das Gebiet einzudringen, ist immer dieselbe, die von allen Imperialismus angewandt wird: Berlin nutzt die Gelegenheit interner Kriege, Krisen, Zusammenstöße zwischen ethnischen Gruppen und schickt seine Soldaten, in Erwartung der Ankunft von Unternehmen mit ihren Geschäften.

Auch der deutsche Imperialismus, der andere Imperialismen kopiert, benutzt den Vorwand der "Bekämpfung des islamischen Terrorismus" (das ist heute Mode), um militärische Interventionen zu rechtfertigen. Bei anderen Gelegenheiten wurden militärische Interventionen "zum Export von Demokratie" (Krieg in Jugoslawien 1999) (Afghanistan) oder "zur Wiederherstellung des Friedens" (Naher Osten) oder andere derartige Vorwände/Blödsinn verwendet.

Dass die "Bekämpfung des islamischen Terrorismus" eine Unwahrheit, eine Lüge ist, ist mehr als offensichtlich, wenn man bedenkt, dass der "islamische Terrorismus" in der halben Welt präsent ist: vom gesamten afrikanischen Kontinent bis zum gesamten Nahen Osten, vom Kaukasus bis nach Südostasien. Aber nur "in Mali" ist der deutsche Imperialismus an der "Bekämpfung des islamischen Terrorismus" interessiert! Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass dies ein Vorwand, eine Instrumentalisierung ist. Es ist mehr als offensichtlich, da seit 10 Jahren die verschiedenen deutschen Regierungen Milliarden für die deutsche Militärpräsenz in Nordwestafrika (bekannt als Sahelzone) ausgeben, um das Geschäftsfeld für deutsche multinationale Unternehmen zu erweitern.

Für den militärischen Einsatz in Mali hat die Bundesregierung, zusätzlich zu den erwähnten 4 Milliarden, in 10 Jahren bereits mehr als 25.000 deutsche Soldaten dorthin entsandt.

Den Angaben des Verteidigungsministeriums zufolge waren seit Beginn des Militäreinsatzim Jahr 2013 bis April dieses Jahres 25.308 Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten im Einsatz, manche mehrfach.

Natürlich muss sich der deutsche Imperialismus in Mali, wenn auch nur minimal, der Konkurrenz stellen. In diesem Fall arbeitet Berlin mit den Franzosen zusammen, aber Das Land [Mali]wird inzwischen von einer Militärjunta regiert, die eine engere Anbindung an Russland anstrebt und den Stabilisierungseinsatz der internationalen Truppen erschwert“ berichtet die "Tagesschau" vom 25. April 2023. Mit "erschwert den internationalen Truppen die Stabilisierung des Landes" ist im politischen Sprachgebrauch gemeint, dass die Russen "den deutsch-französischen Truppen die vollständige Inbesitznahme des Landes erschweren".

Ja, denn einige große französische und deutsche multinationale Unternehmen sind bereits in Malis Wirtschaftsnetz tätig.

So ist beispielsweise France Telecom in Mali mit Ikatel vertreten, einem der größten Telekommunikationsunternehmen des Landes. Die deutsche Siemens AG ist in Malitel vertreten, das "Mobiltelefonie", d.h. Smartphones, anbietet. Das französische multinationale Medienunternehmen Vivendi besaß bis 2013 die Mehrheit (53 %) an SoTelMa, einem großen privaten Telekommunikationskonzern in Mali, und verkaufte dann seine "Sotelma"-Beteiligung an Etisalat, ein multinationales Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.  Das Interesse der deutsch-französischen Unternehmen an einer Expansion in Mali ist also sehr groß.

Experten berichten, dass der afrikanische Kontinent von dem europäischen Imperialismus - darunter auch Deutschland - als ein riesiges Reservoir für künftige Gewinne angesehen wird. Daher ist sogar die kapitalistische deutsche Regierung, unabhängig von den politischen Akteuren (oder Marionetten), die dort an der Reihe sind, mehr als engagiert, um Gelegenheiten zu ergreifen, um die milliardenschweren Interessen deutscher Unternehmen in der Region zu fördern. Selbst wenn dies in Zukunft so manche Kriege kosten könnte. Das ist mehr als sicher.

KRIEGE    IN  LIBYEN  –   SYRIEN   - YEMEN: DIE IMPERIALISTISCHEN MÄCHTE   BEKÄMPFEN   SICH   IN       DER „PERIPHERIE“

 

 

YEMEN: von Iran-Russland (und China) unterstützte Huthi Milizen, von Saudi Arabien-USA-Frankreich unterstützte Regierungstruppen.

LIBYEN: von Ägypten-Frankreich-Russland-Saudi Arabien unterstützte Haftar Rebellen.

Von Italien-USA-UN-Türkei unterstützte Regierungstruppen.

SYRIEN: von USA-Frankreich-Großbritannien unterstützte Rebellen.

Von Iran-Russland-China unterstützte Regierungstruppen.

 

 

 

 

Kapitalismus ohne Krieg ist unvorstellbar.  Reine Utopie. Wer so etwas erhofft, wird immer – und wird immer wieder enttäuscht werden.

Die Marx-Revisionisten, Bernstein und Kautsky, hatten Anfang des 20.Jahrhunderts offen  einen harmonischen Kapitalismus gedacht, in dem sich die Kapitalisten immer einigen würden um Kriege zu vermeiden. Nach zwei Weltkriegen und hundert anderen, gehören die Revisionisten  nun zum historischen Müll.

Die Bürgertümer können versuchen, die Kriege zu verschieben, fern zu halten, aber sie können sie nicht vermeiden. Wenn die Kapitalisten es für notwendig ansehen einen Konkurrenten aus dem Weg zu räumen, wird der Krieg unter bestimmten historischen Umständen eine normales Mittel zum Zweck. Das ist die Logik der Kapitalisten.

 Man kann feststellen, dass sich die imperialistischen Mächte während bestimmter, auch langer Phasen, so weit es die Wettbewerbssituation zulässt, nicht direkt und militärisch gegenseitig angreifen, aber sie führen ihre bewaffneten Kriege in der “Peripherie”, um sich Teile des Marktes zu sichern. D.h. sie zetteln Kriege an um die berühmten  “Einflusszonen” zu erobern. Mit anderen Worten zetteln die hoch industrialisierten Länder, während sie in ihren eigenen Ländern von  “Zivilisation”, “Demokratie”, “Frieden”, “Kultur” usw. sprechen, in den weniger entwickelten Ländern wütende Kriege an, um sich gegenseitig kapitalistische Marktanteile zu stehlen.

Dieses Szenario beschreibt genau die heutige Situation. Während in Europa, Amerika, Russland und China große Reden über “Rechte”, “Liebe”, Homosexualität usw. geschwungen werden, schüren die imperialistischen Bürgertümer im Ausland auf der ganzen Welt Kriege. Die aktuellen Kriege in Libyen, Jemen und Syrien spiegeln diese Situation genau wieder.

Die angewandte Taktik, die alle industrialisierten “zivilisierten” Mächte in diesen Situationen der Kriege in der “Peripherie” anwenden, ist klassisch: sich möglichst nicht direkt in Konflikte einmischen, sondern die lokalen Kräfte benutzen um feindliche Regierungen militärisch zu stürzen. Als Vorwand benutzt man z.B. religiöse bzw. ethnische Rivalitäten, oder bildet eventuell auch bewaffnete Oppositionen, und gibt als Beweggrund vor, Korruption oder Missstände der unterschiedlichen Regierungen bekämpfen zu wollen, und an Korruption fehlt es in keinem einzigen kapitalistischen Land. Hinter den Kulissen, ohne groß aufzufallen, schüren die Regierungen der industrialisierten “zivilisierten” Welt diese religiösen oder ethnischen Konflikte mit  reichlich finanzieller und militärischer Unterstützung. Es interessiert die Kapitalisten kaum, ob dies Tausende oder Hunderttausende an Opfern und unmenschliche Zerstörung verursacht; wichtig ist nur, dass die Bilanzen der eigenen Unternehmen schwarze Zahlen schreiben, d.h. Verdienst einheimsen. Die Praxis sieht natürlich vor, dass die “zivilisierten” Länder der “höheren Werte” dieses Morden und die Zerstörung bei sich zu Hause als Kampf gegen die “Bösewichter” rechtfertigen und vorgeben, sich für die “Demokratie”, den “Frieden”, den “Wohlstand” oder die “Zivilisation” einzusetzen.       

Also können auch die aktuellen Kriege in Syrien, Libyen und Jemen, lediglich die jüngsten einer unendlichen Reihe von kleinen und mittelgroßen Kriegen, die bis heute eine Unzahl an Toten gefordert haben, nichts anderes, als dieses Schema zu belegen.

Ein weiterer Beweis ist, dass im Krieg in Syrien eben die Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien und die Türkei 2011 versuchten, die russlandfreundlichen Assad Regierung zu stürzen, indem sie die syrischen Rebellen gegen Assad bewaffneten, und die dann allerdings von der Regierung, die von der Koalition zwischen Iran-Russland-China gestützt war, besiegt wurden. Und jetzt unterstützen wiederum die USA die kurdischen Rebellen gegen Assad. Diese Kriegsakteure sind im aktuellen Konflikt in Jemen auf jeweils entgegengesetzter Seite: hier sind es der Iran gemeinsam mit Russland (und China), die die Huthu Ethnie anstiften und bewaffnen mit dem Ziel, die westlich orientierte Regierung im Amt zu stürzen, die von der  Koalition zwischen Saudi Arabien, Vereinigten Staaten und Frankreich gestützt wird. Die Situation kehrt sich im libyschen Bürgerkrieg erneut um, wo die Franzosen gemeinsam mit Ägypten den Vereinigten Arabischen Emiraten und später auch den Russen im Hintergrund die Rebellen des Generals Haftar unterstützen, um die Regierung in Tripolis militärisch zu stürzen, die die Interessen der italienischen Mineralöl-Industrie vertritt, und die natürlich von Rom mit Hilfe der Türkei, der Vereinigten Staaten und der UN unterstützt wird. 

Es liegt auf der Hand, dass die Bürgertümer in den Kriegen zynisch und makaber die ganze Palette ohne Probleme ausspielen, und sie kennen weder Regeln noch Grenzen, sondern nur ihre Interessen. Die Wirklichkeit zeigt, dass die Bündnisse je nach Interessenlage wechseln und verzwickt sind, denn für die Kapitalisten bedeuten sie “Geschäft” und “Profit”.

Denn für die Kapitalisten sind Kriege sicherlich nur eine Frage der Geschäftsbilanz


 

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DAS  MISERABLE  LEBEN

DER WANDERARBEITER

IM    KAPITALISTISCHEN

DEUTSCHLAND

ALLES SORGFÄLTIG VON DEN MEDIEN VERBORGEN

 

IN BESTIMMTEN SEKTOREN DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT IST  ALLES  SO  STILLGESTANDEN  WIE  ZU  BEGINN  DES 20. JAHRHUNDERTS

 

 

„Eine wesentliche These unseres Buches, die man überprüfen und weiterführen müsste, dass Aufenthaltsrecht und prekäre Arbeit in Deutschland einer der wesentlichen Motoren für die multiple Prekarität ist, weil es Leute in Positionen bringt, in denen sie alles mögliche akzeptieren müssen, um formal als Erwerbsarbeitende existieren zu können.“ – Dr. Peter Birke  (Isabel Fannrich-Lautenschläger - “Deutschlandfunk” - 20.01-2022

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Die Tatsache, dass ein Land hoch industrialisiert ist, bedeutet nicht, dass es auch ein zivilisiertes Land in seinen Beziehungen zu den arbeitenden Massen ist. Sobald die Kapitalisten nämlich die Möglichkeit haben, führen sie zur Gewinnmaximierung die sehr harten und brutalen Arbeitsbedingungen des 19. Jahrhunderts wieder ein.

Heute, in den 2020er Jahren, wird diese grausame Arbeitssituation des 19. Jahrhunderts in Europa, vor allem aber im kapitalistischen Deutschland, den Massen von Einwanderern aufgezwungen, die millionenfach, fast unsichtbar, in Fabriken und im Netz der Wirtschaftsstruktur unzähliger kleiner Unternehmen produzieren. 

Die Presse und die Informanten, die eng mit der politischen Welt verbunden sind und offensichtlich mitschuldig sind, sind hartnäckig damit beschäftigt, diese peinliche Realität systematisch zu verschleiern, um im Gegenteil eine deutsche öffentliche Gesellschaft der Rechten, der Gleichen, der Nicht-Diskriminierten zu präsentieren. Tatsächlich gibt es für diesen nicht unbedeutenden Wirtschaftsbereich keine staatlichen Daten oder Statistiken über Arbeit, keine wissenschaftliche Forschung oder Berichterstattung, während es für die anderen Bereiche der deutschen Produktionsgesellschaft reichlich Material gibt.

Da darüber nicht berichtet wird, weiß niemand offiziell was in den deutschen Fabriken den Migranten passiert, wie sie behandelt werden, welche ihre wahren Arbeitsbedingungen sind, in den unzähligen kleinen Betrieben, in den Hinterzimmer von Geschäften oder auf dem Lande. Was sind eigentlich ihre Löhne und in welchen hygienischen Bedienungen arbeiten sie? Und wie leben ihre Familien ? Das organisierte soziale Schweigen über diesen Teil der Gesellschaft, die Wert und Reichtum produziert, ist beschämenderweise fast flächendeckend. 

Um dieses enorme soziale Drama zu verschleiern, versucht die offensichtlich kohärente Mainstream-Presse auf jede erdenkliche Art und Weise, den Fokus neben den Themen Wirtschaft und Politik auf frivole Mode- und Showbusiness-Events, die beleidigenden sentimentalen Streitereien zwischen ungestümen und verwöhnten Schauspielern und Modepersönlichkeiten und ähnlichen Unsinn zu lenken.  Aber von dem äußerst harten und unzivilisierten Leben, das den Einwanderern vorbehalten ist, und den endlosen Schikanen und Ungerechtigkeiten, denen diese Menschen ausgesetzt sind, ist in der Presse und in den Berichten keine Rede. Hier zeigt sich die beschämende Komplizenschaft heuchlerischer Journalisten, die vorgeben, frei zu denken und emanzipiert zu sein, mit rasenden, geldgierigen Chefs, und das alles in Verbindung mit willfährigen Politikern.

Diejenigen, die sich in Deutschland mit dieser umstrittenen sozialen Frage befassen, die ihre erbärmlichen Widersprüche, all die Ausflüchte und Schikanen anprangern, sind neben marxistischen Organisationen auch Gewerkschaften und humanitäre Verbände.

Und die Zeugnisse berichten, die nackte Realität sagt uns, dass heute im kapitalistischen Deutschland, genauso wie gestern im England des frühen 19. Jahrhunderts, Einwanderer und viele junge Menschen, wenn sie Arbeit finden wollen, diese im Wesentlichen im Dschungel der prekären Jobs, in umstrittenen befristeten Verträgen oder im großen Meer der Schwarzarbeit finden. Wo sehr oft die Arbeitsvorschriften nicht eingehalten werden (und manchmal nicht einmal berücksichtigt), ebenso wie die Lohnzahlungen und die Sicherheitsvorschriften. Und dass die vielen Einwanderer (und jungen Menschen), die unter diesen Bedingungen arbeiten und sich in prekären - oft extremen - Situationen befinden, ständig mit einer sofortigen Entlassung erpresst werden. So müssen sie all die oben erwähnten zahllosen Ungerechtigkeiten und Schikanen erdulden, während die Bosse die brutale Situation ausnutzen, um unersättlich immer mehr Geld anzuhäufen.

Um dieses verborgene, unterirdische, aber umfangreiche Produktionsumfeld der deutschen Wirtschaftsstruktur zu erforschen und zu untersuchen, schreibt Isabel Fannrich-Lautenschläger den Artikel "Prekäre Beschäftigung in Deutschland - Ausgrenzung durch Arbeit" vom 20.01.2022 (sitoweb "Deutschlandfunk"). 

Die Aufmerksamkeit auf zwei besondere Sektoren lenken, die von dieser kapitalistischen Geißel der Superausbeutung durch die Arbeitgeber betroffen sind: die Fleischindustrie und die Hauszustellung. Diese sind die wichtigsten Punkte ihrer Analyse: „Die Fleischindustrie, das sind ganz moderne, sehr schnell expandierende Betriebe. Man ist da ganz klar im Zentrum der technologischen Entwicklung. Und trotzdem gibt es da Arbeitsbedingungen, die dazu führen, dass 100 Prozent der Beschäftigten, fast 100 Prozent in vielen Bereichen, keinen deutschen Pass haben und gezwungen sind, sich auf diese Arbeitsbedingungen zumindest für eine Zeit einzulassen. Und diese Gleichzeitigkeit von enormer ökonomischer Expansion und Ausbeutung, das hat uns erst mal interessiert.“ Fannrich-Lautenschläger geht dann weiter und zitiert Peter Birke: „Es geht jedoch um mehr als prekäre Arbeit, betont Peter Birke. Migranten und Migrantinnen leben in multipler Prekarität, das heißt, die Arbeits- und Lebensverhältnisse insgesamt sind unsicher und erlauben keine Zukunftsplanung. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Aufenthaltstitel für Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft.“

Gerade das Fehlen der von den deutschen Behörden nicht erteilten "Aufenthaltsgenehmigung" macht diese ausländischen Arbeitnehmer für die deutschen Unternehmen, die sie in ihren Betrieben beschäftigen, so erpressbar, stellt Peter Birke klar. Da man betonen muss, dass diese Menschen ohne "Aufenthaltsgenehmigung" keine Rechte auf deutschem Boden haben, ist es für den deutschen Staat so, als ob sie nicht existierten, also müssen sie alles akzeptieren, sich allem unterwerfen, was ihnen auferlegt wird. Das ist der Trick, den die deutschen Unternehmen im Einvernehmen mit der deutschen Regierung anwenden, um diese Arbeitnehmer bis auf die Knochen auszuquetschen und die Gewinne in die Höhe zu treiben.

Und um besser zu verdeutlichen, welche realen Arbeitsbedingungen diese Hunderttausende von Einwanderern im kapitalistischen Deutschland ertragen müssen, gibt Fannrich Lautenschläger das Zeugnis von 2 Einwanderern, die in der Fleischindustrie beschäftigt sind, als Beispiel."Valentina und Rafael wollen ihre richtigen Namen nicht nennen aus Angst vor einer Kündigung. Sie sind in der Fleischindustrie beschäftigt. »Ich wollte etwas besser verdienen, weil ich zwei Kinder habe, die ich unterstützen möchte. Ich bin durch einen inoffiziellen Vermittler hierher gekommen, meine Kinder sind in Rumänien“ Fährt  Isabel Fannrich-Lautenschläger fort: Ihre Arbeit am Band und oft an mehreren Maschinen gleichzeitig empfinden beide als hart. Besonders stresse sie die unregelmäßige Arbeitszeit: »Wir haben darüber keine Kontrolle. Wer in der zweiten Schicht arbeitet, weiß, wann er anfängt – aber nicht, wann die Schicht zu Ende 

ist. Noch schlimmer ist es in den Ferien und in der Weihnachtszeit, wenn viel Fleisch nachgefragt wird. Wir müssen dann zum Beispiel um drei Uhr nachmittags anfangen zu arbeiten und bis morgens um 4 Uhr durchhalten. Besonders schwer ist es samstags, wo wir besonders viel arbeiten müssen. Dann haben wir nur den Sonntag, um uns zu erholen. Montags dagegen gibt es manchmal nicht so viel zu tun, und wir müssen früher nach Hause gehen.« (…) »Ich sollte normalerweise eine Prämie dafür bekommen. Aber ich bekomme sie nicht, und ich bin auch nicht an der Maschine eingearbeitet worden. Ich habe mir das selbst beigebracht. Laut Vertrag verdienen wir elf Euro pro Stunde. Aber die Stunden, die wir arbeiten, werden nicht alle bezahlt«. Die Arbeitsbedingungen seien jedoch häufig schlecht, erzählt Rafael. In seiner Zeit in der Fleischfabrik habe er nur selten wegen Krankheit gefehlt. Danach wurde seine Arbeitszeit reduziert und er verdiente viel weniger. Außerdem würden Teile des Lohns einbehalten, sagt er, und ebenso seine Kollegin“. Abschließt Fannrich-Lautenschläger: Die Politik der Prekarisierung sei noch nicht genug im Blick, so die Wissenschaftlerin. Mehr wisse man mittlerweile über prekäre Arbeit – auch wenn deren Protagonisten häufig unsichtbar oder unbeachtet seien.

Wenn man nachforscht und im Internet sucht, findet man mehrere dieser Zeugnisse. Harte Situationen, die an die harten Arbeitsbedingungen in britischen Fabriken zu Beginn des 19. Jahrhunderts erinnern. Seitdem sind 200 Jahre vergangen, aber die kapitalistischen Barbaren sind  dieselben geblieben, wann das möglich ist.

Über das Thema ist das Portal ILO-Berlin, der im Artikel von 12. Dezember 2020 “Das Lohngefälle bei Migranten vergrößert sich in vielen Ländern mit hohen Einkommen“ hinzufügt: „In den letzten fünf Jahren hat sich das Lohngefälle zwischen Migranten und Einheimischen in einigen Ländern mit hohem Einkommen vergrößert: In Italien zum Beispiel verdienen Arbeitsmigranten nach den neuesten Daten 30 Prozent weniger als Einheimische, verglichen mit 27 Prozent im Jahr 2015. In Portugal beträgt das Lohngefälle 29 Prozent im Vergleich zu 25 Prozent im Jahr 2015, und in Irland 21 Prozent im Vergleich zu 19 Prozent im Jahr 2015. (…) In allen Ländern stehen Migranten jedoch vor Problemen der Diskriminierung und Ausgrenzung, die durch die  COVID-19-Pandemie  verschlimmert wurden, zeigt die ILO-Studie“. Natürlich muss Deutschland zu diesen Ländern hinzugefügt werden.

Den Daten zufolge werden Wanderarbeitnehmer in hochindustrialisierten Ländern also nicht nur grundsätzlich diskriminiert, sondern diese Diskriminierung hat sich durch die Covid-Pandemiekrise noch erheblich verschärft.  Mit anderen Worten: Die "hochzivilisierten" europäischen Bosse ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, die Pandemiekrise auszunutzen, um die Einwanderer noch mehr unter Druck zu setzen und die ohnehin schon niedrigen Löhne dieser ausländischen Arbeitnehmer weiter zu senken.

Der Kapitalismus, die Kapitalisten hören nicht auf, die marxistische Analyse zu bestätigen, d.h. ihr Wesen als unersättliche, wilde Ausbeuter zu zeigen. Seien es Kapitalisten aus rückständigen Entwicklungsländern oder, wie in Europa, Kapitalisten aus hoch industrialisierten Ländern.

Gegenüber den einheimischen, gewerkschaftlich organisierten und gut zusammengeschlossenen Lohnarbeitern sind die Bosse zu Kompromissen und Zugeständnissen bei Löhnen und Arbeitsbedingungen gezwungen, aber gegenüber den unorganisierten und isolierten Gastarbeitern, die extrem erpressbar sind, haben die Bosse keine Hemmungen und betreiben skrupellos und problemlos die totalste und barbarischste Ausbeutung, wobei sie diese Arbeiter mit Bestien vergleichen.

Viele glauben naiv, dass mit der "Demokratie" viele Probleme des Kapitalismus überwunden sind. Sie sind im Irrtum. Auch heute ist alles genau so, wie es Marx im "Kapital" analysiert hat. Der Unterschied in den Industrieländern besteht darin, dass es den organisierten Arbeitnehmern vor Ort mit harten Kämpfen gelingt, der Ausbeutung durch die Bosse einen größeren Widerstand entgegenzusetzen. Nur dies ändert sich. Aber für den Rest bleibt der grausame Kapitalismus mit seiner Ausbeutung, Ungerechtigkeiten, Krisen, Kriegen und Katastrophen derselbe.


 

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KAMPF ZWISCHEN KAPITALISTISCHEN RÄUBERN:  EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT

KANN DER CHINESISCHE

IMPERIALISMUS  IN EINER MILITÄRISCHEN KONFRONTATION

GEGEN DEN AMERIKANISCHEN BESTEHEN?

 

In den westlichen Ländern wird China als die große Gefahr (und der Feind) der Zukunft dargestellt. Eine Gefahr, die von den Medien der europäisch-amerikanischen Bourgeoisien in ihrem wachsenden Wettbewerb mit dem aufstrebenden asiatischen imperialistischen Riesen noch verstärkt werden wird. 

Aus dieser Perspektive beschreiben viele Kommentatoren die verschiedenen Nationen, die sich für die zukünftige Auseinandersetzung gegen den Durchbruch des Drachen auf der Weltbühne positionieren. In dem wichtigen Dokument, das aus dem gemeinsamen NATO-EU-Treffen am 10. Januar in Brüssel hervorging, wird beispielsweise betont: "Wir leben in einer Ära des zunehmenden strategischen Wettbewerbs. Chinas wachsendes Selbstbewusstsein und seine Politik stellen Herausforderungen dar, denen wir uns stellen müssen, betonen die EU und die NATO" (ANSA 10.01.2023).  Es wird uns also zweifellos eine Zukunft "des zunehmenden strategischen Wettbewerbs" erwarten, mit all den Unbekannten und Dilemmata, die dies mit sich bringt.

Es handelt sich um eine Konfrontation, die die künftigen Gründer von Lotta Comunista bereits in den 1950er Jahren dank der marxistischen Analyse erkannt haben. In "DIE THESEN VON 1957" heißt es: "Indirekt untergräbt das Erwachen der rückständigen Länder einerseits die politischen Positionen des Imperialismus und provoziert einige seiner typischsten Widersprüche [Krisen und Kriege – Anm. d. Red.] während es andererseits ihr Überleben wirtschaftlich begünstigt. Ein anschauliches Beispiel dafür ist die afro-asiatische politische Unabhängigkeitsbewegung, die durch die Schwächung der anglo-französischen Kolonialpositionen jedoch gleichzeitig eine schwindelerregende Expansion und Durchdringung des amerikanischen und deutschen Kapitals ermöglichte".

Das "Erwachen der rückständigen Länder" vollzog sich in den folgenden Jahrzehnten mit dem Aufkommen der asiatischen Mächte und insbesondere mit der Etablierung des Riesen China, der einerseits "eine schwindelerregende Expansion und Durchdringung des amerikanischen und deutschen Kapitals ermöglichte" und andererseits "die politischen Positionen des Imperialismus untergräbt". Das bedeutet heute, dass die Chinesen die vom US-Imperialismus auferlegte politische Ordnung in Frage stellen, was sich im aktuellen Kontext in der Auseinandersetzung zwischen China und den USA über die Unabhängigkeit Taiwans manifestiert.

Es sollte jedoch angemerkt werden, dass diese Vorhersagen, die heute eine offensichtliche Realität sind, damals äußerst selten und gegensätzlich waren und nur von sehr wenigen Menschen vertreten wurden. Der Kontext der 1950er Jahre waren tiers-mondisme maoistische Organisationen die auf der ganzen Welt wüteten und argumentierten, dass die Landwirtschaft und nicht die Industrie die Zukunft des Planeten diktieren würde. Andere wiederum sahen den Dritten Weltkrieg vor der Tür, während die dominierenden stalinistischen Parteien argumentierten, dass die Sowjetunion über den gesamten Globus expandieren würde.

Daher konzentriert sich die Infragestellung der politischen Ordnung, d.h. der zwischenimperialistische Konflikt zwischen den USA und China, heute vordergründig auf das was wir den "Taiwan-Vorwand" nennen, bei dem der Imperialismus in Peking die Insel zu chinesischen Territorium erklärt und die USA dessen Unabhängigkeit verteidigen. (... Es sei darauf hingewiesen, dass dieser Streit um die Insel in Europa so dargestellt wird, dass das chinesische Militär mit seinen Flugzeugen und Schiffen Taiwan ständig provoziert, indem es in seinen autonomen Raum eindringt, während in China genau das Gegenteil behauptet wird, nämlich dass es die Amerikaner mit ihren Schiffen und Flugzeugen sind, die das chinesische Militär provozieren. Es ist klar, dass es im Kampf der Imperialisten Banditen schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, die Wirklichkeit zu erkennen.)

Die Schlüsselfrage jedoch lautet: Handelt es sich wirklich um eine militärische Provokation oder nur um eine verbale politische Aggression, wie es so oft der Fall ist?

Um zu verstehen was im Falle eines echten militärisch-kriegerischen Zusammenstoßes passieren könnte, versuchen viele Fachleute und Kommentatoren, eine Analyse bzw. einen Vergleich der militärischen Kräfte der beiden Kontrahenten vorzunehmen, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.

In diesen zahlreichen Analysen wird die militärische Übermacht der USA sofort deutlich. Die weltweiten Militärausgaben der USA etwa belaufen sich 2021 auf 801 Mrd. USD, während China, der zweitgrößte militärische Investor der Welt, 2021 nur rund 293 Mrd. USD für seine Streitkräfte vorgesehen hat (Sipri 2022); Im Bereich der Panzer verfügen die USA laut "Forbes"-Analyse mit 6.333 Panzern über die zweitgrößte Armee der Welt (nach Russland, welches allerdings vor dem aktuellen Krieg in der Ukraine analysiert wurde), während China mit 5.800 Panzern an dritter Stelle steht. Was die Luftstreitkräfte betrifft, so verfügen die USA über mehr als 13.000 Militärflugzeuge, während China über nur etwa 2.500 verfügt. Nimmt man noch die enorme amerikanische Überlegenheit bei den nuklearen Sprengköpfen, die Überlegenheit bei der Marineflotte einschließlich Flugzeugträgern und U-Booten, die militärische Raumfahrttechnologie, die Raketentechnik und die zahllosen amerikanischen Stützpunkte, die über die ganze Welt verstreut sind hinzu, wird die enorme Kriegsüberlegenheit der USA gegenüber Peking deutlich.

Es gibt jedoch einen Punkt, an dem chinesische Waffen dem US-Militär heute erhebliche militärische Probleme bereiten könnten: sogenannte „ballistische Raketen“. Hier lohnt es sich, die interessante Klarstellung des Portals "RSINEWS" vom 7. August 2022 mit der Überschrift "Chinesische Waffen, die den USA Angst machen" vollständig zu zitieren: "Raketen, das wahre Damoklesschwert [für die USA - Anm. d. Red.] »Unter den vielen ist es sicherlich der Raketensektor, der [den USA] am meisten Angst macht«, erklärt Gilli. »Sowohl wegen der Technologie als auch wegen der Reserven, die [China - Anm. d. Red.] in den letzten Jahren angehäuft hat. Wir sprechen hier von ballistischen Raketen und auch von Marschflugkörpern. Sie sind beängstigend, weil sie die Fähigkeit der US-Luftwaffe in Frage stellen könnten, im Falle eines Krieges sofort zur Verteidigung Taiwans einzugreifen. Denn die US-Luftwaffe würde von Flugzeugträgern im Pazifik oder von US-Stützpunkten in Guam und Okinawa aus starten. Die Raketen, über die China verfügt, können jedoch diese Ziele treffen und sie beschädigen oder zerstören. Oder sie würden die Flugzeugträger zwingen, in einer Entfernung zu operieren, die die Fähigkeiten der US-Kampfflugzeuge einschränken würde«". Interessant ist, wie detailliert der Artikel auf diese chinesischen Raketen eingeht: "Am besorgniserregendsten sind jedoch die so genannten Dongfeng 21D (D-F 21D) "Carrier Killer" Hyperschallraketen mit nuklearer Bewaffnung, die in der Lage sind, Basen und Flugzeugträger in großer Entfernung zu treffen. Besorgniserregend sind auch die Dongfeng-17 (oder DF-17), neue Raketen, die China Berichten zufolge in den letzten Tagen zum ersten Mal vor 

Taiwan gestartet hat. Sie fallen in die Kategorie der HGVs (Hypersonic Glide Vehicles), also der manövrierfähigen Waffensysteme, schwer abzufangen und in der Lage, bestehende Raketenabwehrsysteme, auch amerikanische, zu durchdringen" (ebd.). In dem Artikel wird weiter ausgeführt, dass China im Falle einer möglichen militärischen Konfrontation mit den USA um die Eroberung Taiwans "... im indopazifischen Raum überlegen ist. Wenn man die geografischen Gegebenheiten betrachtet, ist China sicherlich im Vorteil", so Gilli, "die USA sind in Bezug auf fortschrittliche Technologien wie Kampfjets, Bomber, Angriffs-U-Boote oder ballistische Raketen im Vorteil. China hat jedoch einen Vorteil, nämlich die Nähe zur Insel Taiwan, denn die Meerenge hat eine maximale Breite von etwa 180 Kilometern. Diese Nähe steht also im Gegensatz zu der großen Entfernung der amerikanischen Streitkräfte. Dies bedeutet, dass sowohl aus operativer als auch aus logistischer Sicht der Vorteil eindeutig auf der Seite Chinas liegt" (ebd.).  

Grundsätzlich, so wird in dem Artikel erklärt, ist Chinas aufstrebender Imperialismus der amerikanischen Militärmacht militärisch unterlegen, sei es in Bezug auf Luft- und Seestreitkräfte, Panzer, Atomwaffen, Militärbasen oder Militärsatelliten. Peking weiß das und ist sich dessen bewusst, hat jedoch einen Trumpf im Ärmel: eine große Anzahl dieser ballistischen Kurz- und Langstreckenraketen, die so genannten "Flugzeugträger-Killer", die zwar im Vergleich zu den Kosten für die Herstellung von Kriegsschiffen, Militärflugzeugen oder Satelliten sehr billig sind, aber dennoch äußerst wirksam und in der Lage sein könnten, US-Kriegsschiffe bei einer möglichen Invasion des chinesischen Militärs Taiwans, fernzuhalten.

Um die Wirksamkeit und den Nutzen dieser preiswerten chinesischen "Dongfeng"-Raketen der neuesten Generation zu verstehen, kann ein Vergleich mit den "Javelin"-Panzerabwehrraketen und den "Stinger"-Flugabwehrraketen angestellt werden, die jetzt vom ukrainischen Militär im aktuellen Konflikt in der Ukraine gegen die Russen eingesetzt werden. Während die russische Armee sehr teure Panzer und Flugzeuge einsetzt, verwenden die ukrainischen Soldaten diese "billigen", aber äußerst effektiven Javelins und Stingers in großer Zahl gegen russische Panzer und Flugzeuge - und sie gewinnen. Es ist ein neues Kampfsystem, welches sich allmählich durchsetzt.   

In der „taiwanesischen“ Diaspora stützt die imperialistische Regierung Pekings ihre politische Aggression im Wesentlichen auf diese "Dongfeng" ballistischen Raketen. Gleichzeitig erhöht sie, wie sie berichtet, rasch ihre Gesamtbewaffnung.  

In diesem ganzen Durcheinander lautet die große Frage: Haben die chinesisch-amerikanischen imperialistischen Marodeure in dieser Zeit der Weltmarktexpansion, in der sie ihre Geschäfte ausweiten und ohne viel Mühe riesige Gewinne machen können, IRGENDEIN INTERESSE an einem DIREKTEN KRIEG ZWISCHEN IHNEN, der BEIDE NATIONEN zerstören würde oder zumindest zu unermesslicher Zerstörung führen würde?

Die spontane Reaktion, die sicherlich aufkommen würde, wäre: NEIN!

Einige Beobachter weisen darauf hin, dass diese Zusammenstöße zwischen Nationen mit gegenseitig beleidigenden und aggressiven Worten oft ausbleibendes den Regierenden stattdessen um „interne Zwecke" geht. Denn Regierungen nutzen häufig die so genannte Angsttaktik, um die Bevölkerung an sich zu binden und sie um die Zentralregierung zu vereinen. Ein Beispiel für ein solches Doktrin etwa wäre: „Es gibt sehr gefährliche Feinde im Ausland, die uns zerstören und vernichten wollen. Wir müssen uns verteidigen, zusammenhalten, uns schützen, interne Streitigkeiten, Streiks und Proteste vergessen, uns nicht beschweren und mehr produzieren, um den Feind zu besiegen und das Vaterland zu retten". Das war in der Sowjetunion etwa das Doktrin gegen die Amerikaner und umgekehrt in Amerika gegen die Russen; in der ehemaligen DDR gegen Westdeutschland und umgekehrt in der BRD gegen die DDR;  aktuell in Israel und Saudi-Arabien gegen die Aggression des Iran und umgekehrt, und in China jetzt unter dem „Vorwand" Taiwan, wo man eine amerikanische Militärintervention befürchtet, welche unter dem Deckmantel der Verteidigung Taiwans, in Wirklichkeit "Großchina" zerstören will. Die "Taktik der Angst", um die lohnabhängigen Massen unterdrückt zu halten, wird von den bürgerlichen Regierungen häufig angewandt. Hitler zum Beispiel, der von der mächtigen Presse des deutschen Großkapitals und den Banken massiv unterstützt wurde, stellte nicht einen äußeren, sondern einen inneren „Feind“ als „große Gefahr" des Vaterlandes dar: die Juden. Das politische Ziel im Kampf gegen diesen Feind bestand darin, die Bevölkerung hinter der nationalsozialistischen Regierung zu vereinen, die das Land militarisierte, um dann alle in die Kriegskatastrophe zu führen, um ausländische Konkurrenten zu besiegen und neue Märkte für deutsche Banken und Unternehmen zu erobern.

Daher könnten die wahren Ursachen für die chinesische politische Aggression gegen Taiwan auch "interne Gründe" sein: um sich gegen die „amerikanische Gefahr" zu vereinen und um die riesigen chinesischen proletarischen Massen zur Unterstützung der stalinistischen Regierung zu sammeln.

Andererseits gibt es politische Strömungen in den USA, die argumentieren, dass es jetzt an der Zeit wäre, China militärisch anzugreifen und zu besiegen, solange es noch schwach ist. Später würde es zu einem zu großen Problem werden, argumentieren sie. Diese politischen Strömungen in Amerika sind zwar noch deutlich in der Minderheit, aber sie zeigen uns wie das brutale kapitalistische System funktioniert. In China wiederrum werden diese „antichinesischen" Amerikaner als Vorwand benutzt, welcher von den Medien verstärkt wird, um Angst zu schüren.

Zusammenfassend können wir also sagen, dass in dieser Phase der immer noch starken globalen Wirtschaftsexpansion, in der sowohl chinesische als auch amerikanische multinationale Unternehmen immer noch über riesige Markträume verfügen, in denen sie große Geschäfte und Profite machen können, ein verheerender Krieg zwischen China und den Vereinigten Staaten um die Insel Taiwan sehr, SEHR UNWAHRSCHEINLICH ist. Wohlgemerkt aber im Kampf der imperialistischen Banditen, nicht unmöglich.   

Dafür muss man sich nur ansehen, was in der Ukraine geschehen ist, als Putin und sein Establishment, die überzeugt waren in ein paar Tagen die Ukraine zu erobern und die Welt vor vollendete Tatsachen zu stellen, wie es mit der Krim geschah, sich in einen langen Krieg verwickelt haben, der sie in die Katastrophe führt.

Es ist daher nicht wirklich auszuschließen, dass die imperialistische Regierung in Peking, aus welchem politischen Kalkül auch immer, plötzlich beschließt Taiwan durch einen Militäreinsatz in Besitz zu nehmen, die US-Flotte mit modernen effektiven Raketen 'Dongfeng' fernzuhalten, und die Welt vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Auf unsere Plakate schreiben wir: KAPITALISTEN SIND DIE URSACHE ALLER KRIEGE! Und das ist genau richtig. Denn wir dürfen nie vergessen: Wir leben im Kapitalismus, und „Kapitalismus" bedeutet nicht nur Wettbewerb, Gewinne, Märkte, Banken und Finanzen, sondern auch Krisen, Kriege, Zerstörung und endlose Verzweiflung. Kriege sind für Kapitalisten keine so schrecklichen Dinge, wie für uns normalen Menschen die sie erleben und interpretieren, sondern ein integraler Bestandteil ihrer Geschäftstätigkeit. Deshalb sind Kriege immer da und hören auch nie auf. Die Arbeitnehmer hingegen streben eine gerechte Gesellschaft ohne soziale Unterschiede an, in der alle in Frieden und Harmonie die durch ihre Arbeit erzeugten Produkte genießen können. Um dies zu erreichen und Kriege zu beenden, braucht die Menschheit jedoch Revolutionen.


 

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DER STAAT IST AUCH EIN

KAPITALISTISCHER

UNTERNEHMER

 

ER LEITET BANKEN UND UNTERNEHMEN, HANDELT DABEI WIE EIN PRIVATMANN, UM GEWINNE ZU ERZIELEN, UND KONKURRIERT MIT ANDEREN KAPITALISTEN.

 

 

Stalinisten und viele trotzkistische Strömungen propagieren die Idee, dass staatliche Unternehmen „Sozialismus" bedeuten. Nichts könnte falscher sein. Sie haben offensichtlich keine Ahnung, was „Kapitalismus" oder „Sozialismus" ist. Was die Aktivisten dieser Organisationen jedoch nicht wissen, was nach Wikipedia, ein „Öffentliches Unternehmen" eigentlich ist, also als was in dieser kapitalistischen Gesellschaft ein Staatsunternehmen definiert ist: „Öffentliche Unternehmen (auch Staatsunternehmen genannt) sind öffentlich-rechtliche Unternehmen oder privat-rechtliche Unternehmen in mehrheitlichen oder vollen Eigentum des Staates oder seiner Untergliederungen". Mit anderen Worten: In der kapitalistischen Gesellschaft sind staatliche Unternehmen, die als „öffentlich-rechtlich" definiert werden, als Wirtschaftselemente zu verstehen, die mit jedem anderen privaten Unternehmen vergleichbar sind und die Funktion eines Kapitalakkumulators erfüllen. Und dazu gehört natürlich, wie bei privaten Unternehmen, die Ausbeutung von Arbeitnehmern, die Erzielung von Gewinnen, das Schlagen der (auch brutalen) Konkurrenz und so weiter.

Und um das Konzept weiter zu verdeutlichen, führt Wikipedia aus: „Im weiteren Sinne gehören alle bundes- und landesunmittelbaren Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie die mehrheitlich von einem öffentlich-rechtlichen Träger gehaltenen privatrechtlich organisierten Unternehmen zum Sektor der öffentlichen Unternehmen“ (ebd.). Zur Erläuterung: Unter staatlichen Unternehmen sind sowohl „öffentlich-rechtliche Unternehmen" zu verstehen, d.h. Unternehmen, die soziale Dienstleistungen erbringen und ohne Gewinnabsicht auf dem Territorium tätig sind, als auch „privatrechtlich organisierte Unternehmen", d.h. Staatsunternehmen, die auf Gewinn ausgerichtet sind. Da das Ziel dieser Staats- „privatrechtlich organisierten Unternehmen" wie bei den privaten Unternehmen die Erzielung eines maximalen Gewinns ist, finden wir in diesem Sektor staatliche Unternehmen, die mit privaten Unternehmen fusioniert sind, sowie andere öffentliche Unternehmen mit Anteilen privater Unternehmen und umgekehrt private Unternehmen mit öffentlichen Unternehmen in ihrem Aktienbesitz.

Diese Mischung aus staatlichen und privaten Unternehmen findet man nicht nur in den stalinistischen Staaten des „falschen Sozialismus" wie China, Kuba, Vietnam, Nordkorea usw., wo kapitalistische Staatsunternehmen und Banken zahlreich sind und die Wirtschaft prägen (ebenso wie im Vatikanstaat), sondern natürlich auch in allen Ländern mit sogenannter „privater" Wirtschaft wie Frankreich, Italien, Großbritannien usw., einschließlich Deutschland.

Um dies zu bestätigen, listet Wikipedia die großen „privatrechtlich organisierten" Staatsbetriebe in Deutschland auf: Die Autobahn GmbH des Bundes, Bundesdruckerei,   Bundesgesellschaft für Endlagerung GmbH, Bundesrepublik  Deutschland  Finanzagentur, BVVG Bodenverwertungs und verwaltungsgesellschaft, BWI GmbH, Deutsche Flugsicherung, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“. Diese großen deutschen öffentlichen Unternehmen (und andere kleinere) haben, wie erwähnt, die Aufgabe, mit Gewinnen für den Staat Geld anzuhäufen.

Das gemeinsame Ziel öffentlicher und privater Unternehmen ist als oder kapitalistische Profit, dass sieht man bei Wikipedia z.B. anhand des Aktienpakets der Bundesdruckerei. Es werden darin Anteile an der „D-TRUST GmbH- Berlin, Maurer Eletronics GmbH- München,  Inco.Sp.zoo.Wawròw-Polen,  genua GmbH-München, Emirates German Security Printing LLC. Abu Dabi.VAE, cv cryptovision GmbH, Gelsenkirchen, Shanghai MITE Speciality & Precision Printing Co.Ltd.Shangai-China, Dermalog Identification Systems GmbH-Hamburg. Veridos GmbH-Berlin” (Wikipedia “Bundesdruckerei“) aufgelistet. Eine Gruppe deutscher, arabischer und chinesischer öffentlicher und privater Unternehmen, die durch das Ziel des Profits vereint sind.

So wie das Staatsunternehmen „Bundesdruckerei " als Aktiengesellschaft strukturiert ist, so sind es auch die anderen „privatrechtlich organisierten" Staatsunternehmen, die bei Wikipedia als Die Autobahn GmbH des Bundes, Bundesgesellschaft für Endlagerung GmbH, Bundesrepublik  Deutschland  Finanzagentur” usw. usf. benannt werden.

In Anbetracht dieser Realität ist es daher von entscheidender Bedeutung, sich nicht von den Stalinisten und Trotzkisten beeinflussen und in die Irre führen zu lassen, wenn sie behaupten, ein „Staatsunternehmen" sei gleichbedeutend mit „Sozialismus" oder „Vorwegnahme des Sozialismus". Diese Organisationen lügen entweder (die Stalinisten) oder verwechseln die „revolutionäre Übergangsphase" (oder den Sozialismus) mit dem Kapitalismus (Trotzkisten).

VERSTEHEN WIE DAS BÜRGERTUM DENKT

ROCKEFELLER SCHLÄGT DEN VEREINTEN NATIONEN VOR 

DIE WELTBEVÖLKERUNG ZU REDUZIEREN

Schwachsinnige Ideen eines Multimilliardärs

 

 

 

Im Mai 2009 berichtet die Sunday Times in einem Artikel über ein Treffen unter Multimilliardären:  “Während eines Abendessens stimmen auf Anregung Bill Gates alle überein, dass ”die Überbevölkerung das Problem sei”

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ALLERDINGS IST DIE URSACHE FÜR DIE SOZIALEN PROBLEME BESTIMMT NICHT DIE BEVÖLKERUNGSZAHL, SONDERN DAS KATASTROPHALE KAPITALISTISCHE SYSTEM!

 

DIE WELTWEITE PRODUKTION REICHT BEI WEITEM AUS UM ALLE BEWOHNER DES PLANETEN SATT ZU MACHEN UND GUT LEBEN ZU LASSEN. DAZU MUSS DIE GESELLSCHAFT ABER DAS PERVERSE SYSTEM DER MARKTWIRTSCHAFT ABSCHAFFEN UND UM IHRE PROBLEME ZU LÖSEN EINE METHODE ANWENDEN, DIE GERECHT VERTEILT.

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Der chinesische Imperialismus manifestiert sich anmaßend auf dem Weltmarkt und flößt Angst ein. Die bürgerlichen Geschäftemacher des Westens fürchten ihn sehr.  Und  was  kommt  den

Milliardären angesichts dieser Situation in den Sinn? Absoluter Schwachsinn!  Einzig und allein

dem kapitalistischen Interesse entspringender erschütternder Quatsch: wie z.B. den Regierungen der Welt vorzuschlagen, sie müssten sich dafür einsetzen die Weltbevölkerung zu reduzieren.

 

UM ZU VERSTEHEN WIE KAPITALISTEN DENKEN: Für alle Kapitalisten sind die von ihnen beschäftigten Menschen keine Personen sondern Mittel, Werkzeuge, Maschinen um Geld zu machen; sie müssen Verdienst produzieren, damit die Bilanz immer weiter wächst und ein Plus erwirtschaftet wird.

Da die Menschen für die Kapitalisten Werkzeuge, Mittel, Maschinen sind, müssen die Beschäftigten wie die Maschinen je nach (profitgierigem) Bedarf erhöht, gesenkt, halbiert oder verdoppelt werden, damit unterm Strich immer das berüchtigte + aufscheint. So denken die Kapitalisten.

Die Tatsache, dass es sich bei diesen Personen um Lebewesen handelt mit Familien, Leben, Bedürfnissen, Kindern, bedeutet für die Kapitalisten nur “Unannehmlichkeiten”, “das ist ihnen lästig”. Wesentlich ist das  + in der Geschäftsbilanz.

Wenn Marx uns sagt, dass für den Unternehmer sein Arbeiter “nur ein Mittel ist um Mehrwert aus ihm zu pressen”, heißt das für unsere Situation heute praktisch genau dies.

In der Logik, dass die Menschen für die Milliardäre keinen Wert haben, also absolut nichts zählen, präsentiert sich ROCKEFELLER vor den Vereinten Nationen und schlägt vor, die Weltbevölkerung zu reduzieren. Vergleichbar mit dem Abzählen von Ameisen, die stören falls es zu viele werden, und man also einige vernichten muss.

Für normale Menschen wie uns ist eine solche Feststellung ungeheuerlich. Die Welt der Kapitalisten und die Welt der Lohnabhängigen sind zwei völlig verschiedene Welten, “gegensätzliche” Welten, wie Marx korrekt behauptete.

Es handelt sich um zwei Welten, die verschwinden müssen. Es darf natürlich nur eine “menschliche Welt” übrig bleiben.


 

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MEILENSTEINE DER PROLETARISCHEN POLITIK

SOZIALISMUS      ODER "ÜBERGANGSPHASE"      NACH

DER REVOLUTION. DIE ROLLE

DER            INTERNATIONALEN

 

"ÜBERGANGSPHASE", NICHT ZU VERWECHSELN MIT DEM STALINISTISCHEN "SOZIALISMUS IN EINEM LAND" ODER DEN KAPITALISTISCHEN NATIONALISTISCHEN UNABHÄNGIGKEITSKÄMPFEN DER KURDEN, KATALANEN ODER PALÄSTINENSER, DIE VON DEN TROTZKISTEN UNTERSTÜTZT WERDEN.

 

 

 

Es gibt seit jeher eine hitzige Debatte zwischen unserer leninistischen Organisation, den Stalinisten und den Trotzkisten. Dies ist ein Versuch, die richtigen revolutionären marxistischen Positionen gegenüber allen nationalistischen Deformationen der Stalinisten und allen Fantasien der Trotzkisten zu bekräftigen.

 

Die marxistisch-kommunistische Politik ist klar: Es geht darum, eine überlegene Gesellschaft zu erreichen, in der die kapitalistischen Gesetze von Handel und Kauf und Verkauf, die Ursache aller Widersprüche im System, nicht mehr existieren und die Menschen endlich den in Frieden produzierten Reichtum genießen können.

Um dies zu erreichen, sind jedoch Umwälzungen erforderlich. Denn die Kapitalisten verhindern und werden auch in Zukunft mit allen Mittelnversuchen zu verhindern, dass das Proletariat an die Macht kommt, um die kapitalistische Gesellschaft zu beseitigen und eine neue zu organisieren.

Revolutionen sind möglich, weil es revolutionäre Momente wie bereits in der Vergangenheit gibt. Das heißt, es sind die Kapitalisten selbst, die in schrecklicher Konkurrenz zueinander in bestimmten Momenten solche katastrophalen Situationen mit großen Krisen und Kriegen schaffen. In genau diesen Situationen können die erschöpften und verzweifelten proletarischen Massen gegen das System reagieren, sich dagegen auflehnen und mit organisierten Revolten an die Macht kommen.

Um die kapitalistischen Wirtschaftsgesetze zu beseitigen und zu einer überlegenen, kommunistischen Gesellschaft zu gelangen, sind allerdings viele Revolutionen erforderlich. Denn nur in einem sehr großen Weltwirtschaftsmarkt können wir zu einer autonomen Wirtschaft gelangen, die das Kaufen und Verkaufen abschafft und die gleiche Verteilung der Güter durchsetzt, was in einer einzelnen hingegen Nation unmöglich wäre.

Die Aufgabe einer Revolution ist daher, wie von den Bolschewiki unter der Führung von Lenin schon verfolgt, diese Reihe von Revolutionen auszulösen. Bei der eigenen Revolution aufzuhören, würde für viele Widersprüche sorgen und im Enddefektkeinen Sinn ergeben. Die Aufgabe der Revolution ist es daher, sofort (wie es die Bolschewiki-Lenin schon richtig gemacht haben) die INTERNATIONALE zu gründen, um alle revolutionären Parteien auf dem Planeten in Bewegung zu setzen und so Revolutionen in allen Ländern zu organisieren.

Da die Revolution sofort von den Bourgeoisien auf der ganzen Welt angegriffen wird, werden die Revolutionäre logischerweise versuchen, so lange wie möglich an der Macht zu bleiben, indem sie auf die folgenden Revolutionen warten. Trotzdem ist es mehr als klar, dass die Proletarier nicht lange ohne Unterstützung an der Machtbleiben können, wenn die Internationalen Revolutionen nicht kommen, da die ursprüngliche Revolution wirtschaftlich isolierter ist als je zuvor eine Gesellschaft. Der konterrevolutionäre Angriff könnte entweder von außen kommen und von militärischer Natur sein, angeführt von den demokratischen Bourgeoisien in der ganzen Welt, oder, von innen. Dieser wäre bedingt durch die katastrophalen sozialökonomischen Bedingungen, ausgelöst durch die internationale wirtschaftliche Isolation, und würde sich durch die Entstehung konterrevolutionärer nationalistischer Bewegungen ausdrücken (siehe Stalin).

Entscheidend ist jedoch, dass die Revolution - unabhängig von den Gründen für die Niederlage - die INTERNATIONALE bildet, damit die internationale Revolution in den anderen Nationen fortgesetzt werden konnte. Dies ist der entscheidende Aspekt, für den die Revolution durchgeführt wurde. In der Tat nachvollziehbar, denn wie Lenin im Jahr 1921 in dem Kapitel “Kommunismus nur nach internationaler Revolution möglich” behauptet: “Als wir zu jener Zeit die internationale Revolution begonnen haben, haben wir dies nicht getan, weil wir überzeugt waren der Entwicklung vorgreifen zu können, sondern weil uns eine Reihe von Umständen dazu gedrängt hat, sie zu beginnen. Wir dachten: Entweder kommt die internationale Revolution uns zur Hilfe, und unser Sieg wird somit völlig sicher sein, oder wir machen bescheiden unsere revolutionäre Arbeit in dem Bewusstsein, dass wir im Falle einer Niederlage der revolutionären Sache gedient haben, und unsere Erfahrung den anderen Revolutionen zu Gute kommen wird. Für uns war klar, dass der Sieg der proletarischen Revolution ohne die Unterstützung der Weltrevolution nicht möglich war. Schon vor der Revolution und auch danach dachten wir:  Entweder bricht die Revolution in den anderen am weitesten entwickelten kapitalistischen Ländern sofort, oder wenigstens recht bald aus, sonst, falls dem nicht so sein sollte, werden wir unterliegen”.

Trotz dieser tragischen Zukunftsprognose hatten Lenin und die Bolschewiki ihre historische Aufgabe jedoch bewundernswert erfüllt: Sie hatten keine Zeit vergeudet und sofort die neue INTERNATIONALE gegründet.

Denn hier muss sehr deutlich betont werden, dass die russische Revolution ursprünglich nicht dazu diente, das russische Proletariat an die Macht zu bringen, damit es selbst die russische kapitalistische Wirtschaft leiten konnte, sondern als erste Revolution der internationalen Revolution, um zu einer anderen Wirtschaft zu gelangen. Das heißt, zu einer Wirtschaft die nur

durch eine Internationale Revolution möglich ist und sich nicht mehr durch den Verkauf von Produktenauszeichnen wird, sondern durch das Teilen von Waren.

Zusammengefasst, ist dies die proletarisch-revolutionäre kommunistische Strategie und die Aufgabe der proletarischen Revolution.

Unserer Ansicht nach völlig falsch ist hingegen was die STALINISTEN behaupten.

Stalinisten verwenden die Taktik, als Marxisten zu sprechen, aber als Kapitalisten zu agieren. Durch marxistische Wortwahl bezeichnen sie sich als Revolutionäre gegen das Privatkapital und äußern sich für eine verstaatlichte Gesellschaft. Sie behaupten, dass diese verstaatlichte Gesellschaft, in der noch immer die kapitalistischen Gesetze des Handels, des Profits, des Bankwesens, usw. gelten, der "Sozialismus“ (bzw. das Übergangsstadium) oder der "Kommunismus" (bzw. die überlegene Gesellschaft) ist, für den sie China, Nordkorea, Kuba, Vietnam, die DDR oder die ehemalige Sowjetunionunterstützen. 

Es ist mehr als offensichtlich, dass die oben erwähnten stalinistischen Staaten weder mit der "überlegenen Gesellschaft", noch mit dem "Kommunismus", welcher sich durch die Aufteilung der produzierten Güter auszeichnet, zu tun haben können, da in diesen Staaten die vorherrschenden kapitalistischen Gesetze wie Kauf und Verkauf, Gewinnmaximierung, und ähnliche, genauso funktionieren wie in den privaten westlichen Ländern.

Es ist ebenso klar, dass es sich gar nicht um "Sozialismus" oder "Übergangsphase" handeln kann, da die stalinistischen Länder absolut nicht an einer anderen, höheren Gesellschaft interessiert sind, welche nur durch eine Weltrevolution erreicht werden kann (was nur ein paar Mal rhetorisch angedeutet wird). Wenn sich China, Nordkorea, Kuba, Vietnam, die ehemalige DDR oder die ehemalige Sowjetunion tatsächlich in der "Übergangsphase" zur internationalen Revolution befänden, wären sie erstens eng miteinander in einer einzigen  großen revolutionären Föderation verbunden und würden sich zweitens sehr für die Organisation und Unterstützung der kommunistischen INTERNATIONALEN engagieren, dem einzigen Mittel, mit dem eine planetarische Revolution möglich gemacht werden kann (genau wie es die Bolschewiki nach der russischen Revolution getan haben).

Außerdem hat sich gezeigt, dass diese nationalisierten Kapitalismen, die strikt und kategorisch nur ihre eigenen nationalen Geschäftsinteressen verfolgen, sogar bereit sind Kriege gegeneinander zu führen, wie zum Beispiel die Sowjetunion mit dem Krieg gegen China 1969, oder China in ihrem Krieg mit Vietnam 1979.  Deutlicher als das!

Aus dieser nationalistisch-kapitalistischen Perspektive ist es daher mehr als logisch, dass diese stalinistischen Nationen - China, Kuba, Nordkorea und Vietnam - kein Interesse, außerhalb der Rhetorik, an der Gründung oder Konstituierung der revolutionären INTERNATIONALEN zur Niederschlagung des Kapitalismus haben. Stattdessen widersetzen sie sich in der Praxis in jeder Hinsicht den marxistischen Organisationen, die diese konstituieren wollen.

Das Ziel der Stalinisten besteht im Wesentlichen darin, die kapitalistische Macht zu erlangen um die Privatkapitalisten ersetzen zu können, und so als Staatskapitalisten die Geschäfte von Unternehmen, Fabriken, Banken zu führen. Dadurch genießen sie viele Vorteile, während die proletarischen Massen ausgebeutet, unterjocht und ausgenutzt bleiben.

Außer den oben beschriebenen Stalinisten, gibt es außerdem noch die TROTZKISTEN.

Es gibt Dutzende von trotzkistischen Organisationen, vielleicht Hunderte, welche alle, zu Recht, für die Weltrevolution und für die INTERNATIONALE kämpfen. Allerdings benutzt keine von ihnen eine realistische Analyse der Gesellschaft und besitzt nicht einmal im Ansatz eine Strategie, wodurch sich Taktiken bilden, die so phantasievoll, bizarr und unmöglich sind, dass sie in der realen Welt nicht funktionieren können. Das ist der Grund, warum in der Vergangenheit die alten trotzkistischen Organisationen, nachdem sich ihre Mitglieder angestrengt und nichts erreicht haben, nach einer Weile aufgelöst haben und verschwunden sind. Nach ihnen bildeten sich wieder neue Organisationen, die bis heute immer wieder gescheitert und immer wieder verschwunden sind. Sichtbar wird das am Altersdurchschnitt der heute bestehenden trotzkistischen Organisationen, welche fast ausschließlich aus jüngeren Leuten bestehen, da die älteren Aktivisten fast alle aufgegeben haben. Das wird auch mit den heutigen jungen Menschen passieren, die völlig ahnungslos und illusioniert sind.

Ein Beispiel um ihre Exzentrik zu verstehen: Einige Trotzkisten verteidigen entschlossen die kapitalistische Demokratie als ein Sprungbrett um durch Wahlen zum Kommunismus zu kommen. Andere kämpfen an der Seite von Fridays for Future vehement gegen den Klimawandel, für Feminismus, viele andere soziale Themen, und präsentieren dies als das, was man heute in der kapitalistischen Gesellschaft tun kann. Andere sind entschiedene Antifaschisten, die sich gegen Neonazis und Diktaturen einsetzen oderstehen an der Seite gewerkschaftlicher Kämpfe, um ein historisches Zeichen zu setzen.

Nun gibt es allerdings eine Neuheit: Rojava. Es handelt sich um eine Region Kurdistans, die für ihre Unabhängigkeit und kapitalistische Autonomie kämpft. In der Vergangenheit haben die Trotzkisten bereits die Unabhängigkeitskämpfe der Palästinenser, der Basken, der Iren und der Katalanen unterstützt. Wie siebereits die Machtübernahme des Priesters Khomeini im Iran 1978 als revolutionär begrüßten und 1974 den Aufstand der Militärs in Portugal guthießen, so befürworten sie heute in Südamerika Lula und Maduro. Gerade unterstützen viele von ihnen bedingungslos die Kurden in ihrem Autonomiekampf für Rojava, der wie die früheren Kämpfe der Palästinenser und anderer Gruppen, nur kapitalistisch sein kann. Ihre übliche These lautet, dass nun in Kurdistan (wie zuvor bei den Palästinensern, den Iren und den Basken) mit ihrem Unabhängigkeitskampf eine "revolutionäre Situation" geschaffen wird. Sie hoffen, dass indem sie die Kurden in ihrem Anspruch auf kapitalistische Unabhängigkeit unterstützen, die Massen zu einer proletarischen Revolution führen können sobald die gewünschte Unabhängigkeit erreicht ist.

Allerdings erwähnen viele von ihnen nicht, dass diese Strategie in der Vergangenheit mit den Palästinensern, den Iren, den Basken, den Katalanen, Khomeini oder mit Tito im Zweiten Weltkrieg, schlicht und einfach nicht funktioniert hat. Der Grund für das Scheitern, der für uns Leninisten immer klar und offensichtlich war, liegt in der Tatsache, dass die für die kapitalistische Unabhängigkeit kämpfenden Massen immer vollständig von der Bourgeoisie kontrolliert und gelenkt werden, und dass sie, sobald die Unabhängigkeit erreicht ist, aufhören. Aus genau diesem Grund sind die ehemaligen trotzkistischen Aktivisten desillusioniert verschwunden und deshalb sind es heute fast ausschließlich junge Trotzkisten, die von einem autonomen Rojava träumen.

Kurzum: Lenins klare Politik hat bereits in der Praxis mit der INTERNATIONALEN gezeigt, was die "TRANSITORISCHE PHASE“ oder „SOZIALISMUS" eigentlich ist. Dies steht im Gegenteil zu dem von Stalinisten verkauften und verkrüppelten "Sozialismus in einem Land". Es steht auch in vielerlei Hinsicht im Gegenteilzu den Ansichten der Trotzkisten, welche in den Kämpfen der Katalanen, Iren und jetzt der Kurden in Rojava Situationen sehen, in denen die Massen für eine proletarische Revolution kämpfen können.

Wir Leninisten halten an dem von Marx und Lenin vorgezeichneten, realistischen und konkreten Weg der Weltrevolution fest, der nur mit der INTERNATIONALEN möglich ist. Das ist die Erklärung für den Erfolg des LENINISMUS in Europa.


 

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WAS IST DIE EUROPÄISCHE UNION EIGENTLICH    WIRKLICH?

 

 

Europa:  Union  der europäischen Bürgertümer.

 

Die Europäische Union wird als Vereinigung der europäischen Völker präsentiert: nichts liegt dem ferner!

Die Europäische Union ist die Notwendigkeit der europäischen Unternehmertümer sich miteinander zu vereinen um der Konkurrenz anderer mächtiger Großbürgertümer die Stirn bieten zu können. 1951, als sich in Europa die “EGKS” bildete, also das Abkommen, das die “Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl” einrichtete, war der Zweck des europäischen Unternehmertums mit den Vereinigten Staaten konkurrieren zu können. In der Zwischenzeit hat sich die Lage bedeutend verändert, und heute sehen sich die europäischen Bürgertümer auch einem anderen wirtschaftlichen Giganten gegenüber, den es zu schlagen gilt: China. Und weitere große Unternehmertümer erscheinen am Horizont: Indien, Brasilien, Indonesien, usw. 

In diese bürgerlichen Operationen der Vereinigung (und des Kampfes) werden die Arbeiter (die nichts gewinnen können) unvermeidlich hineingezogen und mitgerissen: pro oder kontra. Gestern in sogar 2 Weltkriege, heute in die Union.

Die Entwicklungsphase der Europäischen Union ist nach dem konstituierenden Maastrichtabkommen, das vor 25 Jahren unterzeichnet wurde,  weiterhin in starker Verzögerung und die definitive Erfüllung scheint immer noch ziemlich weit entfernt.

Der Grund dafür, dass die EU nicht völlig erreicht ist, liegt unserer Ansicht nach darin, dass das mächtige amerikanische Bürgertum, das den Zweiten Weltkrieg gewonnen hat, dies nicht zulässt. Im Kampf unter den mächtigen Bürgertümern der Welt, in dem was sich momentan als zukünftiger Kampf gegen das übermächtige chinesische Bürgertum und seinen BRICS Verbündeten (Brasilien, Indien, Russland und Südafrika) profiliert, braucht das amerikanische Unternehmertum sicher Verbündete wie die Europäer und die Japaner (die schon durch die NATO Verbündete sind). Aber die Amerikaner wollen unserer Ansicht nach bei dieser Organisation des zukünftigen Kampfes, in dieser Allianz mit den europäischen Bürgertümern und dem Japans, die führende und mitreißende 
Rolle, die sie schon seit der Nachkriegszeit in der NATO spielen, behalten. Und eine endgültig vereinte, starke  Europäische Union, mit einer eigenen Regierung und einem eigenen vereinten Heer würde diese Führungsrolle der USA innerhalb der Koalition sicherlich in Frage stellen. Deshalb lässt das amerikanische Bürgertum eine “schwache” Europäische Union, die lediglich eine Währungs- und Finanzvereinigung ist (was die USA nicht sonderlich behindert) zu, aber erlaubt sicher  (zumindest im jetzigen Moment) keine politische, und schon gar keine militärische  Union.

 

 

SIND DIE KÄMPFE DER PALÄSTINENSER, KURDEN, KATALANEN  usw. KÄMPFE

FÜR DEN KOMMUNISMUS?

 

Die nationalistischen Kämpfe des Bürgertums in Palästina, Kurdistan, im Baskenland usw. 

 

Einige marxistische Parteien sehen es als eine korrekte kommunistische Politik an, die nationalistischen Forderungen einiger unterdrückter Ethnien (von denen es sehr viele auf der Welt gibt) zu unterstützen.

Wenn die nationalistischen Kämpfe in der Vergangenheit, als die imperialistischen Mächte bei der Eroberung pre-kapitalistischer Gebiete Kolonialpolitik betrieben, sie besetzten, bis aufs Äußerste ausnutzten und die kapitalistische Entwicklung dort unterbanden, einen marxistischen bzw. kommunistischen Sinn ergaben, da diese Nationen sich vom Kolonialjoch befreien mussten um die kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten zu entwickeln und so den Grundstein für die Entwicklung des Proletariats zu legen, haben sich die Kämpfe unter den imperialistischen Räubern der Welt heute, da sich der Kapitalismus auf der ganzen Welt entwickelt hat und der Kolonialismus nicht mehr existiert, zu Kämpfen um das Hamstern von “Einflusszonen ” verwandelt, d.h. in Kämpfe zwischen mächtigen Bürgertümern um die Eroberung von Ländern, die schon kapitalistisch sind und sich weiter entwickeln, und wo das Proletariat schon ziemlich weit verbreitet ist.

Deswegen ist der Zwiststreit heute nicht mehr, wie in der Vergangenheit, zwischen imperialistischen Bürgertümern und pre-kapitalistischen Ländern, sondern es ist ein reiner Zweistreit zwischen Unernehmertümern geworden, also zwischen mächtigen und weniger mächtigen Bürgertümern.

Mit anderen Worten sind die sogenannten “nationalen Befreiungskämpfe oder -kriege” heutzutage nichts anderes als Kämpfe nationalistischer Unternehmertümer “schwacher” Ethnien, die danach schmachten “unabhängiger” zu werden von anderen Bürgertümern, von denen sie unterdrückt werden, um dann selbst mehr verdienen zu können.

Es handelt sich lediglich um den altbekannten Mechanismus des Streits unter Bürgertümern, um sich den Mehrwert auf Kosten des Proletariats einzuheimsen.

Für die Arbeiter ändert sich durch diese sogenannten “nationalen Befreiungskämpfe”, ob nun das einheimische oder das ausländische Bürgertum gewinnt, überhaupt nichts: sie werden weiter ausgenutzt werden, lohnabhängig bleiben und gegen einheimische oder ausländische Bosse kämpfen müssen.

In dieser Realität hat eine kommunistische Politik der “nationalen Befreiung” keine Existenzgrundlage mehr.

Heute, da das Proletariat bis in den kleinsten Winkel der Welt verbreitet, international geworden ist und keine Heimat mehr hat, ist der Kampf, der auf der Tagesordnung steht, der Kampf um diese kapitalistische Gesellschaft abzuschaffen und zu einer überlegenen Gesellschaftsform zu gelangen.

 


 

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ANLAGE

 

Wir unterbreiten unseren Lesern noch einmal einen Artikel der Aprilausgabe, den wir angesichts des gezeigten starken Interesses für wichtig halten.

 

 

 

IST DIE REVOLUTION MÖGLICH?

IN EINER KAPITALISTISCHEN GESELLSCHAFT,

DIE SICH ZYKLISCH ENTWICKELT:

EINIGE MOMENTE SIND GEEIGNET, ANDERE NICHT!

 

 

Eine der Fragen, die uns während unserer Arbeit am häufigsten gestellt werden, ist: “ IST DIE REVOLUTION ÜBERHAUPT MÖGLICH?”

Zu diesem Thema befragten wir unseren internationalistischen Aktivisten L.G.

Frage: - Was sagst du zu diesem Thema?

Antw.: Stimmt, das ist tatsächlich eine der am häufigsten wiederkehrenden Fragen. Und ich denke, dass es nur normal ist diese Frage zu stellen”.

Frage: - Welche Fragen stellt man dir?

Antw.: “Wenn ich dabei bin die Zeitung zu verteilen, werde ich oft gefragt, warum ich diese Arbeit mache, d.h. warum ich mich mit einer so radikalen Politik abgebe und was deren eigentlicher Zweck sei.”

Frage: - Ja, und?

Antw.: “Natürlich um die  REVOLUTION ZU ERLEBEN!, antworte ich. Ich erkläre, dass wir gegen dieses System voller Widersprüche, Ausbeutung, Kriege, Krisen sind, und dass wir die Möglichkeit sehen, eine höhere Gesellschaftsform zu erreichen.  Aber um dahin zu kommen brauchen wir eine Revolution. Und an diesem Punkt, wenn ich das sage, wächst die Neugierde bei meinen Zuhörern.”

Frage: - Wieso das?

Antw.: “Sie fragen: -‘ Wie kann man glauben eine Revolution herbeizuführen, wenn die Leute sich für gar nichts interessieren, schon gar nicht für Politik, sie nur Spaß haben wollen? Und das mit diesem Staatsapparat, der alles unter Kontrolle hat, die Bevölkerung bespitzelt und tausend Tricks kennt, um den Leuten falsche Ziele vorzugaukeln, um sie von den wirklichen Problemen abzulenken?’ - Fragen die mir mehr als angebracht erscheinen”.

Frage: - Und was antwortest du darauf?

Antw.: “Dass sie vielleicht nicht wissen, dass der Kapitalismus sich zyklisch entwickelt. Man darf sich von dem Moment, in dem man lebt, nicht blenden lassen. Sicher, jetzt ist dem so: wir leben in einem Moment des relativen Wohlstands und die Leute denken sicher nicht an eine Revolution, das ist normal. Aber dem war nicht immer so, und es wird sicher nicht immer so bleiben! Wer sich für Politik interessiert und wem die Politik gefällt, der muss sich dessen genau bewusst sein, dass die kapitalistische Gesellschaft sich ständig in Bewegung befindet: lange Momente der Expansion mit relativem Wohlstand und kurze aber intensive Momente der 

Krise, zum Teil sehr schwerer Krisen, die sich in Kriege verwandeln können. All dies hängt nicht vom Willen der Menschen ab, sondern ist das objektive Hoch und Tief des geschäftemacherischen Systems. Der Otto-Normalverbraucher weiß nichts von diesen Dingen, aber wir, die wir uns für die Politik interessieren, wir müssen diese Dinge kennen. Der Masse, die jetzt einen langen Moment des Wohlstands erlebt, erscheint es unmöglich, dass wieder schreckliche Momente zurückkehren könnten und es ist normal, dass sie denkt, dass die Situation sich nicht mehr ins Negative wandeln wird und immer beständig bleibt. Aber wir wissenschaftliche Marxisten, Experten des kapitalistischen Zyklus und somit der Realität, wissen nur zu gut, dass die Welt der Geschäftemacherei kontrovers und schauderhaft ist, dass sie noch weiter schlimme Dinge verursachen wird. Es handelt sich um den kapitalistischen Zyklus, der seinerzeit von Marx und Engels erkannt, und sich seitdem tausendfach in der Wirklichkeit bestätigt hat. Und wir wissen außerdem nur zu gut, dass die Leute heute ruhig bleiben und nicht an eine Revolution und eine höhere Gesellschaftsform denken, und zwar nur, weil die Situation ruhig ist. Aber sollte sich die Situation ändern und sich wandeln, sich drastisch verschlechtern, dann würden sich auch die Leute ändern, sie würden verzweifeln und in Massen beginnen eine höhere Gesellschaftsform zu wünschen. Und dies wird der Moment der Revolution sein! Genau wie es die Bolschewiken zu ihrer Zeit mit Erfolg vorgemacht haben.” 

Frage: - Es gibt also Momente, die für eine Revolution geeignet sind, und andere nicht?

Antw.: “Ganz genau! Dies haben viele der politischen Linke nicht verstanden. Auch sie machen den Fehler zu glauben, dass die ruhige Situation, in der wir leben, immer so bleiben wird. Also verstehen sie nicht, warum man von Revolution, von einer höheren Gesellschaftsform spricht. Ihnen kommt es komisch vor, dass es “richtige” revolutionäre Aktivisten gibt, , d.h. Leute, die eine wirklich revolutionäre Zukunft sehen und sich für diese einsetzen”.

 

 Danke Genosse.

                                                                   

 

 

                                                                                                                               „Der kommunistische Kampf“ – November 2014


 

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ANLAGE

 

Wir halten es für unbedingt notwendig, die wichtigen politischen Unterschiede zwischen dem Revolutionär  LENIN  und dem Gegenrevolutionär STALIN immer wieder klarzustellen; Unterschiede, die in den Vorlesungen nicht geklärt werden. Aus diesem Grunde unterbreiten wir erneut einen Artikel, der in unserer Zeitung schon im April 2016 erschienen ist.

 

 

 

WAS NICHT IN DEN UNIVORLESUNGEN GEKLÄRT WIRD

REVOLUTIONÄR LENIN:

DIE NOTWENDIGKEIT DER ÜBERGANGSPHASE NACH DER REVOLUTION IN DER ERWARTUNG WEITERER REVOLUTIONEN

 

GEGENREVOLUTIONÄR STALIN:

MIT DER ELIMINATION DER ÜBERGANGSPHASE NACH DER REVOLUTION UND DEM AUSRUF

DES STAATSKAPITALISMUS ALS “KOMMUNISMUS” DIE WIEDERKEHR DER BÜRGERLICHEN POLITIK

 

 

Wer in den Universitäten oder in den Schulen dem Unterricht über Marxismus oder Geschichte beiwohnt, bemerkt eine Sache sofort: dass die Professoren bezüglich der bolschewistischen Revolution in Russland 1917 alles in einen Topf werfen. Die Sache wird ziemlich oberflächlich behandelt  und oft ohne wirklich Bescheid zu wissen. Die Inhalte dieses außerordentlichen historischen Ereignisses werden nicht geklärt, der Kontext, in dem dieses Ereignis stattfand wird nicht erklärt, und schon gar nicht seine wirklichen Ziele. Vor allem wird der wichtige politische Unterschied zwischen Lenin und Stalin wird nicht geklärt.

Die Professoren nehmen in ihrem Unterricht die allgemeinen Konzepte auf, die auch in der öffentlichen Meinung weit verbreitet sind; eine von den Massenmedien geformte Meinung, also geprägt von vermutenden aber ahnungslosen Journalisten, oder von Schreiberlingen im Dienste des Bürgertums. Dann sorgt das Bürgertum, also die Reichen, dafür, dass diese bequeme aber verdrehte Meinung über seine Zeitungen, Fernsehsender, Politiker, Historiker, Priester usw. verbreitet werden.

Es liegt also nahe anzunehmen, dass auch die Professoren diese deformierte Wirklichkeit aus Bequemlichkeit aufnehmen. Bequemlichkeit, die für sie bedeutet sich nicht weiter anstrengen zu müssen, nachzuforschen, keine weitere intellektuelle Anstrengung zu vollziehen, nicht gegen den Strom zu schwimmen.

Bei uns liegen die Dinge völlig anders, wir wollen und müssen verstehen.

STALIN WAR WEDER DIE FORTSETZUNG DER REVOLUTIONÄREN POLITIK LENINS, NOCH DER BOLSCHEWIKEN. Auch wenn Stalin, gerissen wie er war, in seiner bürgerlichen gegenrevolutionären Politik alle typisch kommunistischen Schlagwörter, wie “sozialistischer Staat”, “Genossen”, “bolschewistisch-kommunistische Partei”, “Kommunismus”, usw. usw. beibehielt.

Es ist die Bestätigung des bürgerlichen Verrats Stalins und seines Wechsels in der Politik, dies wird auch belegt durch die Tatsache, dass Stalin, um ihn zu vollziehen, fast alle bolschewistischen Führer physisch eleminieren musste.  

 

Zu Lenins Tod (1924) waren noch 22 Mitglieder  des Zentralkomitees der bolschewistischen Partei übrig (von 31 über die man etwas weiß), die die Oktoberrevolution 19917 vorantrieb und leitete. 80% fielen unter den Schüssen der stalinistischen Gegenrevolution.

 

ARTEM  gestorben 1921

BUCHARIN erschossen 1938

JAKOVLEVA gestorben 1944

KISELEV bei Säuberungen                   verschwunden

LENIN gestorben 1924

MURANOV gestorben 1959

RYKOV erschossen 1938

SMILGA bei Säuberungen verschwunden

STASOVA gestorben 1966

URICKIJ gestorben 1918 BUBNOV deportiert 1937

BERZIN bei Säuberungen verschwunden

DZAPARIDZE gestorben 1918

JOFFE Selbstmord aus Protest 1927

KOLLONTAJ gestorben 1952

LOMOV erschossen 1937

NOGIN gestorben 1924

SALUMJAN gestorben 1918

SOKOL’NOCOV bei Säuberungen verschwunden

SVERDLOV gestorben 1919

ZINOV’EV erschossen  1936

DZERZINSKIJ gestorben 1926

KAMENEV erschossen 1936

KRENSTINKIJ erschossen 1938

MILJUTIN bei Säuberungen verschwunden

PREOBRAZENSKIJ erschossen  1938

SKRYPNIK Selbstmord aus Protest 1933

STALIN gestorben 1953

TROTSKIJ ermordet 1940

Im Unterricht erklären die Professoren die tatsächlichen Inhalte des Aufeinandertreffens der bolschewistischen Führer und Stalin nicht. Sie erklären kurz, dass die Kämpfe um die Eroberung der Macht zwischen dem Bösewicht Stalin und den bolschewistischen Anführern die berühmten Säuberungen Stalins mit sich gebracht hätten, bei denen jene eliminiert wurden; oder dass sie auf in Gewalt ausgeuferte gegenseitige persönliche Antipathien zurückzuführen seien, oder aber es seien dunkle Techtelmechtel politischer Karrieregeilheit gewesen, und weiter in diesem Stil.

NICHTS HIERVON IST WAHR, ALLES KONSTRUIERT.

DIE SUBSTANZ DES DAMALIGEN KAMPFES IM INNEREN DER BOLSCHWEISTISCHEN PARTEI WAR EINE GANZ ANDERE.

 

Wer der Sache nachgeht, entdeckt schnell, dass die Bolschewiken mit Lenin behaupteten, dass die russische Revolution noch nicht Sozialismus sei, sondern nur der erste Schritt hin zum Sozialismus! Ein erster Moment in Richtung einer generellen Revolution, die später zur kommunistischen Wirtschaft führen würde. Mit diesem ersten Schritt hätte das revolutionäre russische Proletariat, das die Macht übernommen hatte und weitere Revolutionen erwartete, die russische Wirtschaft in der Form eines Staatskapitalismus geleitet. Die Bolschewiken unterstrichen und wiederholten ständig, dass diese Phase der Arbeiterregierung mit Staatskapitalismus auf dem Weg zum Kommunismus unvermeidbar, allerdings nur ein zeitweiliger Übergangszustand sei.

Aber nach Lenins Tod warf Stalin mit seiner Theorie des ”Sozialismus in nur einem Land”  alles über den Haufen! Er behauptete fälschlicherweise, dass sofort nach der Revolution der Kommunismus eingeführt worden sei! Mit anderen Worten gab er vor, dass der Staatskapitalismus, d.h. die Verstaatlichung, Kommunismus sei! Und hiermit begann die wilde Schlacht gegen die bolschewistischen Anführer. In seinem Lügengeflecht, dass man schon im Sozialismus lebe, sagte Stalin, dass die Übergangsphase nicht mehr notwendig, und daher auch nicht mehr in Betracht zu ziehen sei. Folglich behauptete er, dass auch weitere proletarische Revolutionen nicht mehr notwendig seien und löste deshalb die 3. Kommunistische Internationale auf, die Lenin kurz zuvor einberufen hatte.

Verstrickt in seine Lüge vom  “Sozialismus in nur einem Land” erkannte Stalin nicht (oder verschwieg), dass im revolutionären Russland alles auf kapitalistische Art funktionierte: die Produkte wurden weiter verkauft (und nicht unter der Bevölkerung verteilt, wie es im Kommunismus sein sollte). Die Preise der Waren wurden je nach Angebot und Nachfrage angehoben oder gesenkt, wie in jedwedem anderen kapitalistischen Land. Er verschwieg, dass weiterhin ein Proletariat existierte (was im Sozialismus nicht der Fall ist) mit einem Lohn und mit seinen Gewerkschaften, und dass die Unternehmen und die Banken von der Partei anstatt von Privaten geschäftemacherisch geführt und geleitet wurden (auch die Banken gibt es im Sozialismus nicht mehr, weil die Produkte unter der Bevölkerung verteilt und nicht mehr verkauft werden und so für Banken kein Bedürfnis mehr besteht) .

Wie gesagt, all diese grundlegenden Dinge werden im Unterricht nicht geklärt, sie werden unterschlagen oder nur zu einem ganz geringen Teil angesprochen. All dies schafft Konfusion und trägt nichts dazu bei zu verstehen, wie diese Gesellschaft funktioniert.

 

 

                                                                                           “Der kommunistische Kampf“ – April 2016


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