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Kampf ünter Bürgertümern

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KRIEGE IN

LIBYEN-SYRIEN-YEMEN

DIE IMPERIALISTISCHEN MÄCHTE BEKÄMPFEN SICH IN DER “PERIPHERIE”

 

       Kapitalismus ohne Krieg ist unvorstellbar.  Reine Utopie. Wer so etwas erhofft, wird immer – und wird immer wieder enttäuscht werden.

        Die Marx-Revisionisten, Bernstein und Kautsky, hatten Anfang des 20.Jahrhunderts offen  einen harmonischen Kapitalismus gedacht, in dem sich die Kapitalisten immer einigen würden um Kriege zu vermeiden. Nach zwei Weltkriegen und hundert anderen, gehören die Revisionisten  nun zum historischen Müll.

Die Bürgertümer können versuchen, die Kriege zu verschieben, fern zu halten, aber sie können sie nicht vermeiden. Wenn die Kapitalisten es für notwendig ansehen einen Konkurrenten aus dem Weg zu räumen, wird der Krieg unter bestimmten historischen Umständen eine normales Mittel zum Zweck. Das ist die Logik der Kapitalisten.

       Man kann feststellen, dass sich die imperialistischen Mächte während bestimmter, auch langer Phasen, so weit es die Wettbewerbssituation zulässt, nicht direkt und militärisch gegenseitig angreifen, aber sie führen ihre bewaffneten Kriege in der “Peripherie”, um sich Teile des Marktes zu sichern. D.h. sie zetteln Kriege an um die berühmten  “Einflusszonen” zu erobern. Mit anderen Worten zetteln die hoch industrialisierten Länder, während sie in ihren eigenen Ländern von  “Zivilisation”, “Demokratie”, “Frieden”, “Kultur” usw. sprechen, in den weniger entwickelten Ländern wütende Kriege an, um sich gegenseitig kapitalistische Marktanteile zu stehlen.

      Dieses Szenario beschreibt genau die heutige Situation. Während in Europa, Amerika, Russland und China große Reden über “Rechte”, “Liebe”, Homosexualität usw. geschwungen werden, schüren die imperialistischen Bürgertümer im Ausland auf der ganzen Welt Kriege. Die aktuellen Kriege in Libyen, Jemen und Syrien spiegeln diese Situation genau wieder.

 

      Die angewandte Taktik, die alle industrialisierten “zivilisierten” Mächte in diesen Situationen der Kriege in der “Peripherie” anwenden, ist klassisch: sich möglichst nicht direkt in Konflikte einmischen, sondern die lokalen Kräfte benutzen um feindliche Regierungen militärisch zu stürzen. Als Vorwand benutzt man z.B. religiöse bzw. ethnische Rivalitäten, oder bildet eventuell auch bewaffnete Oppositionen, und gibt als Beweggrund vor, Korruption oder Missstände der unterschiedlichen Regierungen bekämpfen zu wollen, und an Korruption fehlt es in keinem einzigen kapitalistischen Land. Hinter den Kulissen, ohne groß aufzufallen, schüren die Regierungen der industrialisierten “zivilisierten” Welt diese religiösen oder ethnischen Konflikte mit  reichlich finanzieller und militärischer Unterstützung. Es interessiert die Kapitalisten kaum, ob dies Tausende oder Hunderttausende an Opfern und unmenschliche Zerstörung verursacht; wichtig ist nur, dass die Bilanzen der eigenen Unternehmen schwarze Zahlen schreiben, d.h. Verdienst einheimsen. Die Praxis sieht natürlich vor, dass die “zivilisierten” Länder der “höheren Werte” dieses Morden und die Zerstörung bei sich zu Hause als Kampf gegen die “Bösewichter” rechtfertigen und vorgeben, sich für die “Demokratie”, den “Frieden”, den “Wohlstand” oder die “Zivilisation” einzusetzen. 

 

 

 

Also können auch die aktuellen Kriege in Syrien, Libyen und Jemen, lediglich die jüngsten einer unendlichen Reihe von kleinen und mittelgroßen Kriegen, die bis heute eine Unzahl an Toten gefordert haben, nichts anderes, als dieses Schema zu belegen.

        Ein weiterer Beweis ist, dass im Krieg in Syrien eben die Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien und die Türkei 2011 versuchten, die russlandfreundlichen Assad Regierung zu stürzen, indem sie die syrischen Rebellen gegen Assad bewaffneten, und die dann allerdings von der Regierung, die von der Koalition zwischen Iran-Russland-China gestützt war, besiegt wurden. Und jetzt unterstützen wiederum die USA die kurdischen Rebellen gegen Assad. Diese Kriegsakteure sind im aktuellen Konflikt in Jemen auf jeweils entgegengesetzter Seite: hier sind es der Iran gemeinsam mit Russland (und China), die die Huthu Ethnie anstiften und bewaffnen mit dem Ziel, die westlich orientierte Regierung im Amt zu stürzen, die von der  Koalition zwischen Saudi Arabien, Vereinigten Staaten und Frankreich gestützt wird. Die Situation kehrt sich im libyschen Bürgerkrieg erneut um, wo die Franzosen gemeinsam mit Ägypten den Vereinigten Arabischen Emiraten und später auch den Russen im Hintergrund die Rebellen des Generals Haftar unterstützen, um die Regierung in Tripolis militärisch zu stürzen, die die Interessen der italienischen Mineralöl-Industrie vertritt, und die natürlich von Rom mit Hilfe der Türkei, der Vereinigten Staaten und der UN unterstützt wird. 

       Es liegt auf der Hand, dass die Bürgertümer in den Kriegen zynisch und makaber die ganze Palette ohne Probleme ausspielen, und sie kennen weder Regeln noch Grenzen, sondern nur ihre Interessen. Die Wirklichkeit zeigt, dass die Bündnisse je nach Interessenlage wechseln und verzwickt sind, denn für die Kapitalisten bedeuten sie “Geschäft” und “Profit”.

 

Denn für die Kapitalisten sind Kriege sicherlich nur eine Frage der Geschäftsbilanz


 

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-ZWIST UNTER BÜRGERTÜMERN-

KURDISCHES BÜRGERTUM SITZT IM SPIEL ANDERER MÄCHTE IN DER FALLE

DIE KURDEN WÜNSCHEN KEINE MARXISTISCHE GESELLSCHAFT OHNE KLASSEN,  SONDERN DIE KAPITALISTISCH-BÜRGERLICHE UNABHÄNGIGKEIT

 

  "Der kommunistische Kampf" n. 29 - November  2019

 

 

Das Bürgertum führt auch untereinander Kämpfe und brutale Kriege, um sich von der Unterdrückung des einen oder anderen, mächtigeren Bürgertums zu befreien. Das hat allerdings absolut nichts mit dem “Klassenkampf” der Proletarier zu tun. In diesen bürgerlichen Kämpfen wird die Arbeiterklasse nach Kriegsende weiterhin von dem einen oder anderen Bürgertum dominiert, unabhängig davon, wer gewinnt, und ihre Unterjochung und Ausbeutung bleibt 100% unverändert bestehen.

Im Falle des Krieges um die Autonomie der Kurden wird die Überzeugung propagiert, dass die Kurden nicht nur für ihre Unabhängigkeit kämpfen, sondern auch um eine proletarische, kommunistische Gesellschaft zu gründen. Dem ist absolut nicht so. Die Kurden haben nie daran gedacht, sie wollen keinen proletarisch-marxistischen Staat. Sie kämpfen offiziell (und lassen sich töten) für eine unabhängige kapitalistische Nation Kurdistan. In andere Worte gefasst werden es die kurdischen Kapitalisten sein, die in einem eventuell zukünftig erkämpften unabhängigen und geeinten Kurdistan regieren, nicht die Proletarier. Das steht fest.

 

Genau so wie im Falle der Palästinenser. Der ewig lange Kampf der Palästinenser für ihre Unabhängigkeit diente nicht dazu, einen proletarisch-marxistischen Staat aufzubauen, sondern um die kapitalistische Unabhängigkeit Palästinas zu erreichen. Jetzt haben sie im Gazastreifen ihren kleinen Staat eingerichtet, den offensichtlich die Kapitalisten regieren, und wo alles nach den kapitalistischen Regeln des Profits, des Wettbewerbs usw. funktioniert.

Nach dem 1. Weltkrieg  wurde die unabhängige kapitalistische Nation Kurdistan im Zwist des Bürgertums, im Spiel der Mächtigen ausradiert und in 4 Teile aufgeteilt. Wie die Karte zeigt, ging ein Teil an die Türkei, einer an Syrien, einer an den Iran und das restliche Gebiet an den Irak. So war das kurdische Bürgertum nicht mehr eins, sondern gevierteilt und wird von vier verschiedenen Nationen unterdrückt.

Danach hat eine lange Schlacht begonnen, die von den kurdischen Unabhängigkeitskämpfern (einige von ihnen definieren sich auch als Revolutionäre oder Kommunisten) zum Teil auch als Guerillakrieg geführt wird, um Kurdistan wieder zu einer geeinten, kapitalistischen Nation zu machen.

Einige Repressionen gegen die Kurden seitens der Türkei, Syriens und des Irak sind bekannt, wer weiß wie viele weitere durchgeführt wurden, ohne dass uns die Medien davon berichtet hätten. Natürlich verachtenswerte, abscheuliche Repressionen. Aber Achtung: diese Dinge betreffen keineswegs den “Klassenkampf” der Arbeiter, sie gehören zum zynischen Spiel der Mächtigen, zum Zwist unterm Bürgertum. Die Kapitalisten zeigen kein Mitleid in ihren gegenseitigen Machtkämpfen, um Gebiete anderer Nationen unter sich aufzuteilen, diese zu unterdrücken, aufzulösen oder zu zerstören, sich ihre Gebiete einzuverleiben. Dies wird bei Betrachtung der heutigen Kriegsgebiete auch mehr als deutlich.

2011, im Moment der Revolten des “arabischen Frühlings”, hat das westliche Bürgertum, angeführt von den Vereinigten Staaten (Obama), keinen Moment gezögert die Gelegenheit der heftigen Proteste auch in Syrien zu nutzen, um die Opposition gegen das Regime Assads auf den Straßen zu bewaffnen und so einen grausamen Bürgerkireg in Syrien auszulösen, mit dem Ziel die russlandfreundliche Regierung in Damaskus zu stürzen und das Land unter westlichen Einfluss zu bringen.

Um dies zu erreichen hat man die Anti-Assad Milizen bis zu den Zähnen bewaffnet, unter ihnen auch die Kurden, denen man ihre (natürlich kapitalistische) Unabhängigkeit versprach.

Aber die heutigen Fakten unterstreichen klar, dass dies nur ein Mittel zum Zweck war, ein Machtspiel unter dem Bürgertum, um die kurdischen Kämpfer für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Man hat sie im Kampf gegen die IS-Milizen und gegen die russlandfreundliche Regierung Assad eingesetzt, aber nicht im Interesse der Kurden; und als das Ziel nicht erreicht und die Regierung Assad nicht gestürzt werden konnte, hat man sie (ungeachtet der heuchlerischen Solidaritätserklärungen) ihrem unglücklichen Schicksal, ihrer Misere überlassen, wie es in diesen Situationen für das Bürgertum Gang und Gebe ist.

Heute liegt es klar auf der Hand, dass sie ihren unabhängigen kapitalistischen Staat Kurdistan nicht bekommen werden.

Jetzt werden sie sich wieder dem Assad-Regime unterwerfen und gemeinsam mit dem syrischen Präsidenten eine angemessene Mediation finden müssen, um weitermachen zu können.

STREIKFREQUENZ IN RUSSLAND STEIGT WEGEN DER DURCH DEN  ROHÖLPREISSTURZ  VERURSACHTEN KRISE

DER VON OBAMA UND TRUMP GEWOLLTE PREISSTURZ DES ROHÖLS HAT PUTINS FINANZEN ZIEMLICH GESCHADET. DIESER ZÖGERTE NICHT LANGE UND HAT DIE LÖHNE DER ARBEITNEHMER ANGEZAPFT, UM SEINE IMPERIALISTISCHEN MILITÄRAUSGABEN HOCH ZU HALTEN.

 

  "Der kommunistische Kampf" n. 29 - November  2019

 

 

Die Presse berichtet in letzter Zeit von einem beachtlichen Zuwachs an Streiks und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen in Russland.   

- Die Arbeiter der Ozon Kette, vergleichbar mit Amazon in Europa, haben den Streik gegen die vom Unternehmern eingeführte Revision des Systems der Entlohnung aufgenommen, durch die sie zwischen 80 und 220 Dollar einbüßen.

- Die Arbeiter der Gruppe TMK haben die Arbeitsplätze verlassen, weil sie seit Januar nicht bezahlt werden. 

- Eine Reihe von Streiks sind im Süden Russlands im Bereich der Lastwagentransporte gegen die von den Transportunternehmern und der Statthalterei auferlegten Gebühren ausgebrochen.

- Die Arbeiter eines Bauunternehmens, das am Bau der Eisenbahnlinie in Jakutsk, Sibirien, beteiligt ist, haben die Arbeit niedergelegt, weil sie seit 26 Monaten auf ihren Lohn warten.

Und so weiter und so fort.

Also wird in ganz Russland ein beachtliches Ansteigen der Streiks und Kämpfe verzeichnet.

 

DER GRUND: Die Löhne haben in den letzten Jahren erheblich an Kaufkraft verloren. Den Quellen zufolge liegen die Löhne, die die Arbeitermassen erhalten, in Dollar umgerechnet zwischen 260 und 650 Dollar im Monat, während die Preise der Waren in den Geschäften kaum unter dem westlichen Preisniveau liegen. Eine Ausnahme bilden die Gehälter in den Städten Moskau und Sankt Petersburg, wo man im Durchschnitt um die 1.400 Dollar verdient, dank der zahlreichen Nomenklatur der Parteien und dem hohen Prozentsatz an kommerziellen Büros. Eine weitere Ausnahme bilden die weit entfernten Regionen Sibiriens, wo die Löhne bei 1.550 Dollar liegen, um Arbeitskräfte in die reiche Rohöl- und Mineralförderung zu locken.   

Der Rubel hat, wie die Grafik zeigt, in den letzten 5 Jahren stark gegen den Dollar verloren, sein Wert ist gegenüber dem Dollar seit 2014 ungefähr um die Hälfte gesunken.  

Die Abwertung der Währung ist eine Maßnahme, die Regierungen normalerweise anwenden, wenn ihre Wirtschaft in einer tiefen Krise steckt. Die russische Wirtschaft ist tatsächlich vor 5 Jahren in eine tiefe Krise geraten, als die Rohölpreise, wie die zweite Grafik zeigt, drastisch gesunken sind. Den Absturz der Rohölpreise  haben Obama und in Folge auch Trump im Rahmen des Zwists unter Bürgertümern unbedingt gewollt, um mit den USA konkurrierende Rivalen wie Russland, Iran, Venezuela, also Nationen, deren Wirtschaft grundlegend von der Förderung und dem Verkauf des Rohöls abhängen, in große Schwierigkeiten zu bringen.

Ihre Währung abzuwerten bedeutete für die russische Regierung dahin zu manövrieren, dass die industriellen Produkte Russlands für den Export durch den schwächeren Rubel entschieden weniger kosten und dadurch konkurrenzfähiger werden. So können sie im Ausland leichter und in größeren Quantitäten verkauft werden.

Aber die starke Abwertung des Rubels hatte auf russischem Boden auch negative Folgen: sie lässt die Preise für aus dem Ausland importierte Produkte steigen. Die Gehälter und Löhne verlieren an Kaufkraft gegenüber der Preiserhöhung der Importprodukte.

Trotz des starken Anstiegs der Preise für importierte Ware sind die Gehälter in diesen letzten Jahren (seit 2014) mehr oder weniger gleich geblieben, mit anderen Worten reichen sie nicht mehr aus, einen angemessenen Lebensstandard zu gewährleisten. Deshalb sind nun, wie oben berichtet, Streiks ausgebrochen um die Kaufkraft wiederzugewinnen.

Allerdings ist die Repression der Regierung gegen die Streikenden, wie die Chroniken berichten, entschieden, hart und gewalttätig. - Die Presse berichtet z.B., dass Frau Dr. Anna Zemlianoukhina in Moskau der “Sabotage und des Attentats auf die Staatssicherheit” angeklagt wurde, weil sie eine Gewerkschaft der Verteidigung gegründet hatte. - Wir können ohne weiteres behaupten, dass die aktuellen gewaltsamen Methoden der Repressalie an  stalinistische Methoden erinnern. Aber die russischen Arbeiter sind ebenso resolut und hartnäckig; die Presse berichtet, dass viele der Streiks positive Ergebnisse bringen.

Man beobachtet allerdings: diese Streiks sind tatsächlich hart und entschieden, aber gleichzeitig isoliert, es sind keine Generalstreiks, wie sie in den europäischen Ländern vorkommen. Demnach bleibt die große Masse an Lohnabhängigen, die nicht streiken, vom Rückgewinn der Kaufkraft ausgeschlossen und muss weiterhin von Löhnen um 260 bis 650 Dollar leben.

 

Im Grunde ist auch das russische Proletariat, abgesehen von der täglichen kapitalistischen Ausbeutung am Arbeitsplatz, Opfer der Kämpfe unter Imperialisten, die unter den dominanten kapitalistischen Räubern ausgetragen werden um ihre Interessen durchzusetzen.


 

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- DIE NIE ENDENDEN KRIEGE DES KAPITALISMUS- 

AUCH IN LIBYEN MASSAKER UND AUFTEILUNG,

GEWOLLT VON DEN

“ZIVIL-FORTSCHRITTLICHEN” MÄCHTEN

 DER ITALIENISCHE UND FRANZÖSISCHE IMPERIALISMUS UNTERSTÜZT DIE GEGNERISCHEN FRAKTIONEN IM KRIEG UM DIE KONTROLLE ÜBER DAS ROHÖL LIBYENS

 

  "Der kommunistische Kampf" n. 29 - April 2019

 

Der Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi in Libyen hat nicht zu der angepriesenen “Demokratisierung” geführt, wie man glauben machen wollte. Stattdessen ist (wie immer) ein unendlicher und blutiger Bürgerkrieg ausgebrochen, der aus reinem Interesse von den “fortschrittlich-zivilen” europäischen Mächten gewollt und geschürt wurde, um sich im Kampf um die Anteile an Rohöl und Gas, welches Libyen fördert, jeweils ihre Quote  zu sichern.

In diesem Zwist unter imperialistischen Räubern hat Frankreich in diesem Fall 2011 die Gelegenheit gesehen, durch die Beseitigung des Rais Gaddafi die schon im Land präsenten Italiener zu Gunsten der eigenen Interessen zu verdrängen, indem sie die Protestwelle und Revolten des im Nachhinein so genannten “arabischen Frühling” ausnutzten. Das Ziel der Franzosen war die einträglichen Öl- und Gasvorkommen der Regionen Tripolitanien und Kyrenaika unter ihre Kontrolle zu bringen, Gebiete die praktisch von den imperialistischen italienischen Unternehmen kontrolliert wurden. Dies war der wirkliche Grund (vertuscht mit dem Vorwand einen Kampf gegen die brutale Diktatur des libyschen Rais zu führen) für den militärischen Eingriff der Franzosen 2011, mit Unterstützung der Engländer und Amerikaner. 

Während der Proteste der Bevölkerung, noch vor dem direkten militärischen Eingriff, hatten die Franzosen unter dem Vorwand den libyschen Diktator stürzen zu wollen, in Libyen schon eine bewaffnete Front von Milizen verschiedener lokaler Ethnien geplant und gegründet (die später den Namen LNA – Libysche Nationalarmee annehmen) mit dem präzisen Zweck (jetzt völlig klar) das gesamte libysche Territorium zu erobern. 

Um die Franzosen zu bremsen reagierten die Italiener Anfang 2016 mit der Ernennung einer Regierung der nationalen Einheit unter der Führung von Premier Serraj mit Sitz in Tripoli, unterstützt von starken lokalen Milizen (der Siebten Brigade und der Brigade von Misurata), all dies unter der Obhut der UNO und mit Zustimmung der internationalen Mächte. Aber die Operation brachte nicht den gewünschten Erfolg. Ein gewisser General Haftar (momentan sehr populär), unterstützt von den Franzosen, von Ägypten und Anführern der unter der oben genannten LNA vereinten Milizen, weigerte sich die neue Exekutive anzuerkennen, und bildete im östlichen Teil Libyens eine andere Regierung mit Sitz in Tobruch, in Kontrast mit der Regierung Serrajs, und hat das Land somit gespalten.

In eben diesem Zeitraum - Ende 2016 – präsentierte sich, unter dem Vorwand die Terroristen des IS zu bekämpfen, auch die Einmischung des russischen Imperialismus mit seinem Präsidenten Putin, der sich auf die Seite des aufmüpfigen Generals Haftar schlug.

Gestärkt durch die Unterstützung der Russen, konnte der abtrünnige General in Tobruch mit neuem Schwung und unter diversen Vorwänden seine Expansion nach Westen beginnen, in das von den Anhängern Serrajs aus Tripoli kontrollierte Gebiet. Gleichzeitig mit weiteren gemeinsam geplanten Angriffen, marschierte Haftar auf der einen Seite von Osten nach Westen, während  andere aufständische Milizen unter der Führung von Khalifa Ghwell Kämpfe in einigen Vierteln der Hauptstadt Tripoli als Ablenkung begonnen, mit dem Ergebnis einer weiteren Ausweitung der Milizen Haftars auf libyschen Gebiet.   

IS 2014 erschien auch der Islamische Staat in Libyen; sie besetzten die Städte Derna und Sirte an der libyschen Küste. Aber die gemeinsame Initiative aller Kriegsmächte des Westens gegen sie (inklusive Bombardierung seitens der Amerikaner) sorgte dafür, dass die IS-Kämpfer ziemlich schnell besiegt werden konnten.  

-Momentan (Mitte April) ist die Situation folgendermaßen: der von Frankreich gestützte General Haftar ist bis an den Stadtrand der Hauptstadt Tripolis vorgerückt und kämpft dort um die Hauptstadt zu erobern und so das gesamte Land an sich zu reißen. In seinen Aktionen wird er im Hintergrund neben Ägypten auch von Russland unterstützt, welches eine UN-Resolution gegen Haftar blockiert hat, und Frankreich hat dafür gesorgt, dass es zu keiner Verurteilung für ihn seitens der Europäischen Union kam. Gegen sich hat Haftar eben die Europäische Union, die Vereinten Nationen und die USA, die auf der Seite der Regierung unter Serraj stehen. Während sich die Kämpfe um Tripolis weiter verschärfen, sind die Diplomaten an der Arbeit um für die libysche Diaspora eine Lösung zu finden, aber bis heute bleibt die Lage aussichtslos. Die Situation könnte allerdings noch komplizierter werden, denn verschiedene Quellen berichten, dass an der kürzlichen Eroberung der Stadt Garian in der Nähe der Hauptstadt in den Reihen der Armee Haftars französische Soldaten direkt beteiligt waren. 

Der reine Zufall wollte, dass sich schon vor einigen Jahren auf eklatante Weise bestätigte, dass die französische Armee direkt in diesen Krieg verwickelt ist und den Dissidenten Haftar unterstützt, als in der Nähe von Bengasi ein Hubschrauber der Haftar-Milizen abgeschossen wurde und 3 französische Soldaten dabei ums Leben kamen. Da konnte Paris nicht umhin die Einmischung öffentlich zuzugeben.    

Außerdem berichten die Zeitungen, dass sich die französische Regierung nicht die Gelegenheit entgehen lässt und versucht, Italien die Verträge über die Ölförderung

zu entreißen, und dass Paris nach dem Sturz des Rais Gaddafi schon zweimal versucht hat, dem italienischen Unternehmen ENI die Erlaubnis libysches Erdöl zu fördern entziehen zu lassen, um sie der französischen TOTAL zuzuschustern. Bis jetzt allerdings ohne Erfolg.  

In dieser Situation des Kampfes zwischen Bürgertümern in Libyen hat die italienische Regierung im November vorigen Jahres auf ein Treffen zwischen allen Akteuren des libyschen Bürgerkrieges gedrängt; also der internationalen Mächte und des Präsidenten Serraj, dem General Haftar und den Leadern der arabischen Nachbarländer (Türkei, Ägypten, Algerien, Tunesien), um ein dauerhaftes Übereinkommen zu finden (natürlich mit dem Zweck, die Interessen des italienischen Imperialismus zu wahren). Das Ergebnis, glaubt man den Kommentatoren, war nicht so positiv, wie die Italiener es erwarteten, angesichts der Tatsache, dass keiner der Teilnehmer irgendwelche Verpflichtungen eingegangen ist und nichts Schriftliches vereinbart wurde.     

Unter diesem Aspekt gehen auch wir davon aus, dass die entstandene politische Diaspora zwischen Italien und Frankreich, dass die öffentlichen Sympathieerklärungen gegenüber den “Gelbwesten” Frankreichs seitens des italienischen Vize-Ministerpräsidenten Luigi di Maio gegen die Regierung Macron und die Beschuldigung Frankreich “kolonisiere” Nordafrika mit der FCFA-Währung  (Franc der französischen Kolonien in Afrika), die sowohl von den italienischen und französischen Zeitungen groß rausgebracht wurden, nicht Teil einer banalen Wahlkampftaktik sind, sondern als gewaltträchtige Retourkutsche des italienischen Imperialismus für das aggressive Verhalten Macrons gegen Italien in der Sache Libyen interpretiert werden kann.

Der Kapitalismus kann sicher Momente des Friedens bieten, aber für die Kapitalisten kann der Krieg ein wirksames Mittel sein, um auf dem Weg des immer größeren Profits voranzukommen.

Schon immer behaupten die Marxisten: DIE KAPITALISTEN KÖNNEN NICHT OHNE KRIEG LEBEN!

 

WARUM DIE USA SICH AUS SYRIEN ZURÜCKZIEHEN

SYRIEN: TRUMP OPFERT DIE KURDEN UM SICH ERDOGAN TREU ZU HALTEN

 DIE INTERESSEN BEWEGEN DIE BÜRGERLICHEN, NICHT DAS IDEAL DER SOLIDARITÄT

 

 

  "Der kommunistische Kampf" n. 29 - Januar  2019

 

DER TÜRKISCHE PRÄSIDENT. Warum ist der türkische Präsident Erdogan so entschieden gegen die Gründung eines Kurdenstaates auf dem nahe gelegenen syrischen Staatsgebiet? Er fürchtet dies könne einen Präzedenzfall schaffen und die türkischen Kurden dazu veranlassen, auch in der Türkei einen Kurdenstaat zu fordern und dafür zu kämpfen, um diesen dann dem syrischen (und irakischen) anzugliedern, um einen einzigen großen und unabhängigen Kurdenstaat im Mittleren Orient zu bilden. Dies verlangen die Kurden schon seit Jahrzehnten und es lebt schon seit jeher in ihren Wünschen. 

DIE  AMERIKANER. Die Amerikaner sind Freunde der Türkei, welche Mitglied ist in der militärischen NATO-Allianz, die genau von Washington angeführt wird. Aber die Amerikaner sind auch Freunde der syrischen Kurden (die die Türken nicht akzeptieren), und die von den  Vereinigten Staaten in Syrien benutzt werden, um das Kalifat zu stürzen, das ist sicher, aber auch und vor allem um den syrischen und russlandfreundlichen Präsidenten Assad zu destabilisieren; dafür haben sie ihnen versprochen, nach Beendigung des Krieges eben einen unabhängigen kurdischen Staat auf syrischem Staatsgebiet zu gründen.

 

DILEMMA. Jetzt, da der Krieg praktisch beendet ist, sehen sich die Vereinigten Staaten angesichts der Tatsache, dass der türkische Präsident Erdogan Freund der Amerikaner ist und einen Kurdenstaat in Syrien absolut nicht will, vor die Wahl gestellt: Entweder müssen sie das den Kurden gegebene Versprechen brechen und die kurdischen Kämpfer ihrem Schicksal der politischen (und militärischen) Niederlage überlassen um sich so den Verbündeten Türkei in der NATO zu erhalten, oder die Kurden völlig in ihrem Projekt der Gründung eines eigenen Staates unterstützen und so das große Risiko eingehen, dass die Türkei im Gegenzug (und im Sinne  Putins) aus der NATO austritt und zum gegnerischen Lager Russlands, Chinas, des Irans und Syriens überläuft. 

 

 

WAHL DER TÜRKEI. Für die Trump Regierung ist es strategisch gesehen logischer, die syrischen Kurden zu opfern und die Türkei zu unterstützen, denn die strategische Rolle dieser Nation auf dem Schachbrett des Mittleren Orients ist für die Vereinigten Staaten und den Westen und deren kapitalistische Interessen vorteilhafter. Also haben die Kurden für das generelle kapitalistische Interesse der westlichen Bürgertümer absolut keinen Belang mehr.

PROPAGANDA. Als Folge dieser Wahl wird auch die Unterstützung der Medien für die Kurden, die sie als Helden, Märtyrer und ähnliches darstellten, im Krieg und in ihrem Kampf für die Unabhängigkeit und die Verwirklichung ihres autonomen kapitalistischen Staates verschwinden.

Diese ständigen Positionswechsel der Informationsmittel, die die Interessen der verschiedenen Bürgertümer widerspiegeln, sind Teil der verächtlichen und zynischen Regeln des kapitalistischen Zwists unter den Bürgertümern, um sich Anteile des Weltmarktes zu sichern. Eine Auseinandersetzung, in der Volksstämme und Religionen für die eigenen Zwecke benutzt und missbraucht werden.

DIE AKTUELLE SITUATION. Zum Zeitpunkt der Redaktion dieses Artikels (Anfang Januar) wird der Kontext in Syrien von der Presse wie folgt beschrieben: Nach dem Rückzug der amerikanischen Truppen positioniert sich das türkische Heer nun im Norden Syriens, um die unter kurdischer Kontrolle stehenden Enklaven in den Städten Kobane, Raqqa und Deir el Zor im Nordosten Syriens anzugreifen. Aber angesichts der verzweifelten Situation ohne Ausweg haben die kurdischen Kämpfer des YPG entschieden, die Städte und ihre Gebiete dem syrischen Heer zu übergeben anstatt zu kämpfen. Diese Entwicklung der Situation scheint selbst dem türkischen Präsidenten  Erdogan zu passen, denn sie bedeutet, dass die Kurden mit der Überstellung an die Syrer auf die Gründung eines eigenen Staates in Syrien verzichten, genau das, was Erdogan verlangt.   

WIEDERGEEINTES SYRIEN. Durch diese Kapitulation der Kurden ist Syrien praktisch wie zu den Zeiten vor dem Ausbruch des Krieges 2011 wieder hergestellt. Jetzt wird, wie es die Regel ist, eine Phase der Mediation unter den verschiedenen sozialen Volksgruppen in Syrien folgen, um ein Gleichgewicht zu finden, das das Regieren des Landes ermöglicht.

Der syrische Präsident Assad wird von der internationalen Presse als Sieger in diesem Bürgerkrieg gepriesen. Der wirkliche Sieger ist der russische Präsident Putin, erfahrener Stratege und Kriegstreiber, der die Kriegsregie geführt und Assad zum Sieg verholfen hat.

 

ABLEHNUNG DES KAPITALISMUS. Man muss sich immer vor Augen halten, dass all dies in der Grausamkeit der kapitalistischen Wirklichkeit denen, die es erlebt haben, einige Hunderttausende an Toten, unendliche Zerstörung, Hunger, Armut und Verzweiflung gekostet hat.

Das Ende des Krieges zu proklamieren ohne den perversen Mechanismus, der ihn verursacht hat, zu beschreiben und hervorzuheben ist feige. Ein Mechanismus, der in der Zwischenzeit viele andere Kriege verursacht, das ist allen klar.

Deshalb brauchen wir eine andere Gesellschaftsform. Eine Überlegene.


 

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-ZWIST UNTER BÜRGERTÜMERN-

ENDE DES KRIEGS GEGEN  IS, JETZT GEFECHT ZWISCHEN RUSSEN UND  AMERIKANERN

 

BLUTBAD OHNE ENDE IM MITTLEREN OSTEN VOLLER ERDÖLRESERVEN 

(AUS KAPITALISTISCHEM INTERESSE)

 

   "Der kommunistische Kampf" n. 28 - November  2018

 

 

Der Krieg in Syrien dauert nun schon seit 7 Jahren an, hat nach einschlägigen Quellen schon  300.000 bis 500.000 Opfer, ungefähr 2 Millionen Verletzte, ungezählte Millionen von  Evakuierten, Massenzerstörung und viele andere Schäden verursacht. So sieht die tragische Bilanz  eines der Kriege aus, die von den Regierungen als klein und nebensächlich definiert werden. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Abschlachten in großem Stil. All das rein aus kapitalistischem Interesse.

Der Kapitalismus ist nicht nur diese schöne Gesellschaft, an die sich die Bevölkerungen der westlichen Länder, wie z.B. die Europäer, gewöhnt haben, sondern er hat auch eine tragische Seite, das ist offensichtlich der Krieg. Der Krieg kann wie ein kapitalistisches Krebsgeschwür ganz plötzlich überall auftauchen und unglaubliche Katastrophen anrichten.

Diesmal war Syrien an der Reihe (wie vorher auch andere Nationen) und wurde in diesen Abgrund gezogen.  

BÜRGERKRIEG UM ASSAD ABZUSETZEN - 2011 hat alles begonnen, als das Land des russischen Einflussbereichs, wie alle anderen Nationen in Nordafrika und im Mittleren Osten in die berühmten Proteste und Revolten des “Arabischen Frühlings” mit hineingezogen wurde. Im Streit unter Bürgertümern um sich Einflusszonen zu sichern, hat der damalige Präsident des amerikanischen Imperialismus Obama gemeinsam mit einigen europäischen Ländern in den – zu dem Zeitpunkt noch friedlichen - Revolten die Möglichkeit gesehen, sie zu nutzen um die Gegner des syrischen Regimes an die Macht zu bringen und das Land so dem russischen Einfluss zu entziehen und dem Westen zuzuführen. Der Westen hat die Gegner Damaskus bewaffnet und so haben sich die friedlichen Proteste in militärische Auseinandersetzungen verwandelt, um dann in einem blutigen und langen Bürgerkrieg zu enden.

DAS KALIFAT – Was die Amerikaner bei ihrer Bewaffnung der Assad-Gegner nicht kalkuliert hatten, war, dass die islamischen Integralisten (vom Westen nach Syrien gebracht um das Regime in Damaskus zu stürzen) auch davon profitieren und die Gelegenheit nutzen würden, um für sich selbst zu kämpfen und einen eigenen radikal-islamischen Staat zu gründen: das berühmte “Kalifat”. Ein Staat, der sich in Windeseile ausgebreitet hat bis er, überraschenderweise, praktisch auf syrischem Gebiet vorherrschte. Zu einem gewissen Zeitpunkt befanden sich die von Russland unterstützte Regierung in Damaskus auf der einen, und die gegen Damaskus gerichteten und vom Westen unterstützten Militärmilizen auf der anderen Seite in der Zwickmühle, dass sie sich nicht nur untereinander bekämpften, sondern gleichzeitig auch noch gegen eine ungemütliche dritte Macht vorgehen mussten, nämlich das Kalifat, das sich mit Hilfe seiner militanten Fundamentalisten ständig ausweitete.

Angesichts der Tatsache, dass sich die Situation klar zu Gunsten des “Kalifats” entwickelte, haben die Russen und ihr Verbündeter Assad, sowie die Amerikaner und ihre rebellierenden  Anti-Assad-Milizen entschieden sich nicht mehr untereinander zu bekämpfen, sondern sich “zusammen zu tun” um gemeinsam gegen den Islamischen Staat vorzugehen. So ist die Situation unvorhergesehen umgekippt, hat sich “entwickelt” und von Obama und Putin den Titel “Kampf gegen den Terrorismus” erhalten.

DIE KURDENFRAGE -  Heute kann man wagen zu behaupten, dass das Kalifat praktisch besiegt wurde. Allerdings mit dem Ergebnis, dass das syrische Gebiet nun in zwei verschiedene Einflusszonen geteilt ist: ein vom Präsidenten Assad kontrolliertes Gebiet (vielleicht 80%) und ein restliches, von kurdischen Milizen mit offenem Beistand der Amerikaner kontrolliertes Gebiet. Lediglich zwei Teile, denn der türkische Präsident Erdogan hat auf sein Einflussgebiet im Norden Syriens verzichtet, im Tausch gegen die Verpflichtung der Regierung Damaskus und Putins gegen die amerikafreundlichen ’YPG-Kurden zu kämpfen, um zu verhindern, dass jene eine Kurdistan in Syrien gründen. 

Erst Obama und dann Trump haben immer behauptet, dass sie, sobald der “Terrorismus”, also ISIS, besiegt worden sei, aus Syrien abziehen würden. Sie sind offensichtlich davon ausgegangen, dass es auch ein für die von ihnen beschützten Kurden bestimmtes Gebiet geben würde.

Aber der kürzlich (September) geschlossene Pakt zwischen Putin, Assad und Erdogan, der vorsieht kein autonomes kurdisches Gebiet anzuerkennen, und die darauf folgenden öffentlichen Erklärungen Putins, in denen er bestätigt, dass das gesamte syrische Staatsgebiet unter der legitimen Kontrolle der Regierung in Damaskus stehen soll, was bedeutet, dass kein Platz für die Kurden ist, haben dafür gesorgt, dass Trump seine Meinung über einen amerikanischen Rückzug geändert hat.

Amerika hat entschieden die Truppen im Moment nicht aus Syrien abzuziehen. Sputnik (die offizielle Webseite der Russen in europäischen Sprachen) berichtet am 25. September: “Bolton: die USA werden solange in Syrien bleiben bis der Iran sich zurückzieht”. Der Artikel berichtet verbittert, dass der Rückzug der amerikanischen Truppen nun vom Rückzug der Milizen des Irans abhängig gemacht wird. Mit anderen Worten: sollten die Iraner das Land verlassen würden auch die Amerikaner gehen, andernfalls bleiben die USA. 

Das ist natürlich nur ein Vorwand, eine Form von Erpressung seitens der USA um in Syrien zu verweilen und die kurdischen Milizen bei einem eventuellen Angriff seitens der Regierung in Damaskus zu verteidigen und Putin, mächtiger Garant der Politik Assads, dazu zu zwingen, den Kurden eine autonome Zone zuzugestehen – was fast sicher schon im Vorhinein von den Gegenseiten vereinbart worden war. Putin wird einlenken und die Amerikaner werden, so kann man erwarten, aus syrischem Gebiet abziehen.

SPANNUNGEN  USA – TÜRKEI. Dieser Zug der amerikanischen Regierung um jeden Preis ein Gebiet für die Kurden garantieren zu wollen, macht das schon gestörte Verhältnis  mit der Türkei Erdogans, ein Nato-Mitglied, nur noch schlechter. Denn Erdogan ist, wie allgemein bekannt, entschieden gegen die Konstitution eines kurdischen Staats in Syrien. Ein kurdischer Staat im Norden Syriens  könnte die Kurden im Süden der Türkei aufhetzen und dazu verleiten sich von Ankara lösen zu wollen und einen kurdischen Staat anzustreben, der Teile Syriens, des Irak und eben der Türkei umfasst, wie sie schon immer verlangt haben.

Die Blutbäder, die Toten, die Zerstörung sind alle mit einkalkuliert und programmiert in diesem zynischen, brutalen und komplizierten Spiel der Bürgertümer um Interessen und Diaspora. Wer wie immer die Kosten trägt, sind natürlich nicht die dafür verantwortlichen reichen Bürgertümer, sondern die arabischen Arbeitermassen, die als Armee oder  “Aufprallmasse” für die bürgerlichen Interessen missbraucht, und in diese hinterhältigen, unnützen und blutigen Religionskriege und Kämpfe unter Ethnien hineingezogen werden.

 

-ZWIST UNTER BÜRGERTÜMERN-

SYRIEN: GIPFEL PUTIN-MERKEL-MACRON-ERDOGAN IN ISTANBUL

 

PUTIN UND ERDOGAN VERSUCHEN MERKEL UND MACRON ZU BEINFLUSSEN UM DRUCK AUF TRUMP AUSZUÜBEN

 

   "Der kommunistische Kampf" n. 28 - November  2018

Gipfel in Istambul, 27. Oktober – Putin, Merkel, Erdogan, Macron (Quelle: REUTERS)
Gipfel in Istambul, 27. Oktober – Putin, Merkel, Erdogan, Macron (Quelle: REUTERS)

 

Giampiero Venturi, Analyst bei “ilgiornale.it” sagte bei einem Interview mit Sputnik am 28. Oktober über den Gipfel des Vortages in Istambul, bei dem Putin, Erdogan, Merkel und  Macron sich trafen um eine gemeinsame politische Einigung für Syrien und dessen Wiederaufbau zu finden, dass die Europäer im Grunde nie eine bedeutende Rolle im Krieg in Syrien gespielt hätten und dass sie sich erst jetzt, da der Krieg beendet sei, einmischen wollten.

Das entspricht auch unserer Analyse. Mit anderen Worten haben die Bürgertümer Europas mit ihren internationalen Unternehmen, Banken und der Finanz es vorgezogen, sich trotz der lockenden Vorteile, die eine Teilnahme versprach (die sehen sie übrigens immer) aus anderen Interessenlagen aus dem Konflikt herauszuhalten oder sich nur unterstützend zu beteiligen. Denn der syrische Bürgerkrieg war vor allem von der damaligen Außenministerin der Obama Regierung Hillary Clinton gewollt, und die europäischen Regierungen haben sich zurückgehalten.

Dann folgte der Eintritt des russischen Imperialismus unter Putin in den blutigen Konflikt. Der bürgerliche Präsident Syriens Assad hatte ihn um Hilfe gebeten, denn der Verlauf des Bürgerkriegs hatte sich katastrophal zu Ungunsten der militärischen Front Damaskus, entwickelt, und so wurde eine entscheidende Umkehr erzielt, die dem regulären Regierungsheer von Assad zum Sieg verhalf.

Den Fakten nach zu urteilen, kann man sagen, dass der eigentliche Konflikt in Syrien sich immer auf die beiden Supermächte, Amerika und Russland beschränkte, die die beiden (oder drei) gegenüberstehenden Krieg führenden Fronten immer militärisch unterstützt haben. Tatsächlich haben die beiden Großmächte den Verlauf, den Ausgang und die Balance bestimmt, indem sie sich dort entweder indirekt bekämpften oder die Aufteilung des Landes unter sich ausmachten.

Da der Islamische Staat jetzt allerdings praktisch besiegt wurde, und  Putin und Präsident Assad offiziell als die wahren Sieger in diesem katastrophalen Krieg anerkannt werden, haben die beiden Präsidenten den Einsatz erhöht. Hatten sie wohl zu Beginn des Krieges eine bestimmte Aufteilung Syriens akzeptiert, nehmen Assad und Putin heute, nach Beendigung des Bürgerkrieges eine neue Position ein. Heute verlangen sie, dass das gesamte syrische Gebiet wieder unter die komplette Kontrolle der legitimen Regierung in Damaskus gebracht wird. Um dies zu erreichen erklären sie sich sogar bereit, gegen die syrischen YPG-Kurden zu kämpfen, die mit Unterstützung der USA wie bekannt allerdings darauf bestehen, ein autonomes Gebiet (das Bundesprojekt Rojava) innerhalb syrischen Staatsgebiets zu erhalten.  

Bei diesem Katz-und-Maus Spielchen wissen Putin und Assad nur zu genau, dass die  Regierung in Washington niemals der kompletten Kontrolle über das syrische Staatsgebiet durch Damaskus (Situation vor dem Bürgerkrieg) zustimmen wird, was auch eine Kontrolle über die von eben den USA unterstützten Kurden bedeuten würde. Deshalb nutzen der russische und syrische Präsident (gemeinsam mit Erdogan) die Taktik mit Androhungen, Erklärungen und verschiedenen Nebenmanövern aufs Ganze zu gehen, um von den Amerikanern möglichst viel zu ihren Gunsten herauszuschlagen, wie es im Fall einer bürgerlichen Diaspora immer der Fall ist.   

Die Tatsache, dass zu dem von Putin und Assad unter Zusammenarbeit mit Erdogan ausgerichteten Gipfel in Istanbul vom 27. Oktober Merkel und der französische Präsident Macron, also die stärksten europäischen Leader eingeladen wurden, aber beabsichtigt nicht der amerikanische Präsident Trump, kann ohne weiteres als solch ein taktisches Nebenmanöver interpretiert werden. D.h. die drei Präsidenten, die den Summit organisiert haben, versuchen Merkel und Macron mit attraktiven Angeboten hinsichtlich des Wiederaufbaus des nach dem Krieg geplagten und zerstörten Landes zu beeinflussen, damit die europäischen Regierungschefs ihrerseits Druck auf Trump ausüben um den Forderungen der syrischen Regierung Gehör zu verschaffen.

Merkel bzw. Macron auf ihre Positionen einzuschwören ist allerdings ein recht aussichtsloses Unterfangen für Putin und Assad, denn die Vorstellungen bzgl. der politischen Konstellation im Nachkriegssyrien der deutschen Regierung aber vor allem der französischen Regierung sind weit entfernt von jener der Russen, Syrer und Türken, und zwar nicht nur, was die Integrität des Landes angeht, sondern auch, was die Führungsrolle Assads innerhalb des Landes betrifft, denn einige europäische Regierungen sind der Überzeugung, dass Assad abtreten müsse.

Das Angebot, das den Europäern für die Unterstützung der russisch-syrisch-türkischen Front mit dem Wiederaufbau Syriens gemacht wird, ist sehr attraktiv. Man denke allein daran, dass einige Quellen angeben einige Städte wie Ragga seien während des tragischen Krieges in Syrien zu 80% zerstört worden, d.h. in Syrien mangelt es an Häusern, Gebäuden, Fabriken, Krankenhäusern, Schulen, Eisenbahnverbindungen, Flughäfen usw..

Es scheint, dass der Istanbul Gipfel nicht die von Putin und seinen Verbündeten erhofften Ergebnisse gebracht hat. Giampiero Venturi sprich in dem erwähnten Interview mit Sputnik von einem Abschlussdokument als einer “lediglichen Absichtserklärung” (was auch andere Quellen bestätigen). Er unterstreicht die starken Divergenzen zwischen den Positionen der beiden Parteien. Wahrscheinlich halten sich sowohl Merkel als auch Macron bedeckt bevor sie eine Entscheidung in Sachen Syrien treffen, um es sich nicht mit Trump zu verderben, der gegenüber Putin und seinen Verbündeten ziemlich aggressiv vorgeht.

Aus diesem Blickwinkel kann der Summit in Istanbul also in dem von uns vorgebrachten Sinne interpretiert werden.  

Präsident Trump, der nicht zum Gipfel eingeladen wurde, aber in seinen Aktionen (wie gesehen) sehr entschieden ist, wird sich wahrscheinlich nicht einschüchtern lassen von dieser Art Druck, den Putin orchestriert hat. Die USA scheinen entschieden dafür zu sein, das Bundesprojekt Rojava der YPG-Kurden durchzusetzen, ihnen eine autonome Zone zuzugestehen. Die Verhandlungen hinter den Kulissen sind also in vollem Gange.


 

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2017, WELTWEITE AUFRÜSTUNG: REKORD IM ZWIST UNTER DEN BÜRGERTÜMERN

 

IN DER KAPITALISTISCHEN WELT, WO DIE ‘FRIEDLICHE’ KONKURRENZ IMMER MEHR KRISEN UND KRIEGE AUSLÖST, STEIGEN DIEALS  ‘ABSCHRECKUNG’ GETARNTEN MILITÄRAUSGABEN IMMER WEITER AN.

 

      "Der kommunistische Kampf" - Juli  2018

 

 

Die Militärausgaben der USA steigen um satte 80 Milliarden auf einen Gesamtbetrag von jährlich 700 Milliarden. Dem steht ein Anstieg von 8% jener Chinas für insgesamt 224 Milliarden pro Jahr entgegen. Saudi-Arabien steigt zur dritten militärischen Weltmacht auf, mit Ausgaben in Höhe von 69,4 Milliarden und überholt sogar die Russen (66,3) (Quelle: Sipri-Stockholm). Das ist die Reaktion auf das Aufstreben des imperialistischen Giganten China, das die Temperatur im Hitzegefecht unter den Bürgertümern der Welt anheizt.  

Ein Ereignis -der Aufstieg des asiatischen Giganten- das für uns heute normal ist, das viele in der Nachkriegszeit allerdings nicht vorhergesehen haben. Im Gegenteil, einige Flügel der Linken glaubten, dass sich die industrialisierten Länder wegen des letzten Weltkrieges zurückentwickeln würden, mit einer Rückkehr der Proletarier aufs Land. Andere wiederum sagten vorher, dass ein neuer Weltkrieg schon vor der Tür stehe, der die Industrienationen völlig zerschlagen würde. Dem Marxisten Arrigo Cervetto, Mitbegründer der heutigen großen Organisation ‘Lotta Comunista’, war das Aufstreben der asiatischen Giganten damals schon klar. In seinem
Aufsatz “Le Tesi del ‘57” schrieb er: “Es ist unvermeidbar, dass alle gestern und heute noch unter kolonialen oder semi-kolonialen Bedingungen existierenden Länder durch mehr oder weniger brutale Kämpfe ihre politische Unabhängigkeit gewinnen werden. … Je mehr die politische Unabhängigkeit wächst, desto mehr steigen die ökonomischen Bedürfnisse … der Länder, die, aufgrund ihrer produktiven Kapazität, selbst im Stande sind mit Hilfeleistungen, Darlehen, Export von Kapital und Warenhandel zur industriellen und landwirtschaftlichen Entwicklung der unterentwickelten Gebiete beitragen können. … Das Beispiel von China und Indien sollte genügen, um die Gültigkeit dieser Behauptung zu bestätigen”. Mit anderen Worten, erklärte Cervetto, würden zurückgebliebene Länder wie China und Indien (wir reden von den 50er Jahren), dank der Investitionen, die die westlichen Länder auf ihrem Gebiet tätigen würden, die semi-koloniale Phase überwinden und dann selbst kapitalistische Mächte werden. Genau so sieht es heute aus.

Beeindruckend, wie man mittels der marxistischen Analyse das Funktionieren des Kapitalismus sehr gut verstehen, und in manchen Fällen sogar präzise Vorhersagen machen kann.

Der damals vorhergesagte imperialistische asiatische Riese ist heute Wirklichkeit geworden.

Dank seiner wirtschaftlichen Potenz hat China in den vergangenen Monaten (kaum publik gemacht) gemeinsam mit Russland als Zahlungsmittel im Rohölgeschäft  den Petro-Yuan an Stelle des Dollars (seit 50 Jahren gebräuchlich) eingeführt, und somit das Bürgertum der USA offen herausgefordert. Zur gleichen Zeit wiederholt der chinesische Präsident Xi Jinping ohne Vorbehalt, er wolle (gemeinsam mit den BRICS-Ländern) unbedingt “mehr Platz in der Welt” um die eigenen Geschäfte auszuweiten. Dies bedeutet in der kapitalistischen Welt  … Zusammenstöße und … Kriege.

Man könnte entgegnen: Warum “Zusammenstöße” und “Kriege”? Die Welt kann auch ohne Kriege prima funktionieren, es ist Platz für alle! Übertreibt man da nicht etwa?

Nein, es handelt sich nicht um Übertreibungen. In der kapitalistischen Welt der Konkurrenz bedeutet das Aufsteigen eines neuen mächtigen Bürgertums, wie es schon in der Vergangenheit geschehen ist und von Marx genau analysiert wurde, Zusammenkrachen; es bedeutet Einmischen in die Geschäfte der konkurrierenden Bürgertümer.

Und nicht nur das, die schon existierenden Bürgertümer sehen in der enormen Ausdehnung eines neuen großen Konkurrenten eine zukünftige Gefahr, die sie irgendwann wegfegen könnte. So kann man sich deren Besorgnis und die Dimension des Aufeinandertreffens leicht vorstellen.

So erklärt sich die amerikanische Reaktion und der vom Forschungszentrum Sipri registrierte  schwindelerregende Anstieg der Militärausgaben. Aber nicht nur das. Trumps Regierung nötigt die  NATO-Verbündeten auch ihre Bewaffnung zu stärken und zu modernisieren, offensichtlich in Kontrast zu China und Russland.

Wie gesagt, die von Sipri genannten Zahlen zeigen auch die nie dagewesene Tatsache, dassSaudi-Arabien im vergangenen Jahr einen beeindruckenden Anstieg der Militärausgaben verzeichnete, Russland überholt hat und dritte Militärpotenz geworden ist, gleich hinter den USA und China.

Auch diese Tatsache ist kein Zufall, sondern hat seine ganz spezifische Bedeutung. Der amerikanische Imperialismus hat die konsistente Verstärkung des radikalen arabischen Landes geliefert. Das amerikanische Bürgertum versucht, sich einen starken Alliierten, eine militärische Bastion im mittleren Orient zu schaffen, immer als Gegengewicht zu China und Russland. Die enorme Unterstützung der USA bei der Bewaffnung Saudi-Arabiens ist die Antwort auf die Intensivierung des Aktivismus im Iran, Syrien, der Türkei, von Volksgruppen im Yemen, in Afghanistan, Libanon usw., alles Kräfte, die direkt oder indirekt von Russland und China unterstützt werden. Es ist also alles aneinander gekettet.

Der chinesische Imperialismus schaut diesem Aufrüstungswettrennen natürlich nicht untätig zu. Mit dem Ziel sich “mehr Platz in der Welt” zu verschaffen, bewaffnete das Land sich bis aufs geht nicht mehr. Sipri berichtet, dass die Militärausgaben in China wahnsinnig in die Höhe geschnellt sind. Dennoch ist der asiatische Gigant noch weit davon entfernt, das Militärbudget der Vereinigten Staaten zu erreichen, die Ausgaben Pekings (Sipri Schaubild) liegen bei einem Drittel derjenigen der USA. Aber die Distanz verringert sich unheimlich schnell.     

Der russische Imperialismus registriert hingegen einen Stopp der konsistenten Militärausgaben vorangegangener Jahre. Er ist keineswegs pazifistisch geworden. Auf keinen Fall. Es handelt sich um eine Notwendigkeit, bedingt durch den Rückgang der Finanzen, verursacht durch den starken Preisverfall des Rohöls (von dem er abhängt) der vergangenen Jahre. Man nutzt die  ‘Pause’ allerdings - so Sipri weiter- um die eigene Kriegstechnologie zu verfeinern.

Machen wir uns bezüglich einer friedlichen Welt also keine Illusionen. Das liegt auf der Hand.

Die heutige “moderne” Welt ist und bleibt immer noch der von Marx studierte “alte” Kapitalismus: Konkurrenz, Profit, Interessen der Bürgertümer, Frieden, Krise und … Kriege.


 

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JEMEN: WIEDER KRIEG!

 

Kriege in Syrien, Irak, Libyen, ganz zu schweigen von  Afghanistan und eben auch Jemen, Sudan, Ukraine, Mali, usw., von den “zivilen” westlichen Ländern gewollt, um ihre “Einflussbereiche” auszudehnen und die lukrativen Märkte abgelegener Nationen unter dem Vorwand des “Kampf gegen den Terrorismus” unter sich aufzuteilen.

      "Der kommunistische Kampf" - Mai  2018

 

 

 

 

Die Auseinandersetzungen zwischen den reichen Bürgertümern um die Aufteilung der Welt hört nie auf. Während ihre verschiedenen imperialistischen Regierungen im Innern der eigenen Länder Konzepte wie Demokratie, Gerechtigkeit, Gleichheit, Zivilisation usw. propagieren, führen sie in den Entwicklungsländern auf Geheiß der Kapitalisten Aktionen unvorstellbarer Barbarei an, um deren Interessen zu begünstigen, und schüren je nach Moment und Interesse Bürgerkriege unter Ethnien und Religionen mit dem Ziel so viele Nationen wie möglich in ihren Einflussbereich zu bringen. Das ist die gewalttätige Natur der kapitalistischen Gesellschaft, auch wenn sie uns das Gegenteil weismachen will. Und es ist die kontroverse Natur des Kapitalismus, dass auch die “zivilen”, fortgeschrittenen und imperialistischen Nationen früher oder später in den Kriegswirbel involviert und hineingezogen werden, wie uns die beiden Weltkriege demonstriert haben.

Es liegt auf der Hand, dass die reichen Unternehmer und Bankiers, die in jeder Nation hinter den Kulissen die Regierungen führen, der proletarischen Bevölkerung diese schreckliche und beklemmende Wahrheit nicht ins Gesicht klatschen können. Wie immer müssen sie Beweggründe bzw. Vorwände finden, die ihr kriegerisches und brutales Verhalten im Ausland entschuldigen; sie müssen immer einen “Bösewicht” schaffen, gegen den man sich erheben muss, der die von ihnen begangenen Massaker rechtfertigt. Untersuchungen unterstreichen allerdings, dass es genau die mächtigsten Bürgertümer sind, die sich vorsätzlich in die Widersprüche der abgelegenen Länder einmischen um einen Vorwand zu finden einen Krieg anzuzetteln und sie so militärisch in ihren Einflussbereich zu bringen.

Heute verstecken sie ihre wirklichen Eroberungsziele hinter der Motivation des Kriegs “gegen den Terrorismus”, während die Vorwände um in den Krieg zu ziehen in der Vergangenheit  zum Teil die absurdesten und lächerlichsten waren, wie zum Beispiel Krieg zu führen “um Frieden zu stiften”, oder eine Nation umzukrempeln um “Demokratie” oder “Zivilisation”, bzw. “höhere Werte” usw. zu säen, wie wir alle wissen. 

In der vorigen Ausgabe haben wir über Afghanistan geschrieben. Hier kommt heute nun der nächste Krieg: in Yemen. Wikipedia berichtet, dass er 2015 begonnen hat, russische Quellen (Sputnik) sprechen von 2014.

Wie andere aktuelle Kriege – in Syrien, Irak, Afghanistan, Libyen, Sudan, Mali, usw. - ist auch der Konflikt in Yemen eine Folge des –natürlich nicht offen erklärten- Zwists zwischen dem immer mächtiger werdenden chinesischen Bürgertum, das sich in heftigem Aufwind befindet und neue Absatzmärkte sucht, und den vereinten Westmächten, die auf jegliche Art versuchen, die chinesische Expansion zu behindern.

Der militärische Konflikt in Yemen erscheint tatsächlich ein bisschen wie eine Kopie des Krieges in Syrien. Auch in Yemen sehen wir nämlich die gegensätzlichen Positionen der beiden Lager: auf der einen Seite den Westen unter Führung der USA, die Saudi Arabien als Dietrich benutzen um die Sunniten in Yemen und ihren Präsidenten Hadi zu finanzieren, zu bewaffnen und in der 

 Auseinandersetzung auszunutzen.

Auf der anderen Seite das von China  unterstützte russische Bürgertum, das die Iraner nutzt um die andere große Ethnie, die Huti-Schiiten aufzuwiegeln, zu finanzieren und zu bewaffnen. Man beachte, dass es sich bei beiden ethnischen Gruppierungen, die schon immer in Jemen leben und sich für die Kontrolle über das Gebiet gegenseitig abmetzeln, um Muslime handelt, beide fundamentalistischen islamischen Credos, mit dem gleichen Gott, von dem man sagt er predige Liebe, Respekt, Brüderlichkeit und Toleranz.  

Bis heute, bis zu den letzten Jahrzehnten, haben die unterschiedlichen Ethnien in Yemen relativ friedlich miteinander gelebt, es gab nur schwache Auseinandersetzungen untereinander, bei denen sie immer irgendeine Übereinkunft bzgl. der Führung des Landes gefunden haben. Aber durch den Eingriff der Supermächte hat sich das alles schlagartig geändert. Der Krieg, der um die Aufteilung Syriens und des Irak wütet, hat sich praktisch auf Yemen ausgedehnt. 

Die Geschichte des Konflikts: Wir geben hier wieder, was Wikipedia dazu publiziert:

Praktisch haben die vom Iran unterstützten Huti Schiiten von einem Moment zum anderen 2014 die offizielle Regierung des sunnitischen Präsidenten Hati nicht mehr anerkannt, und das Land so in einen blutigen Bürgerkrieg gestürzt. Die starke Opposition gegen den Aufstand seitens des Präsidenten Hadi und seiner Sunniten hat, mit Unterstützung Saudi Arabiens eine Spaltung des Landes zur Folge gehabt und es wurden zwei Hauptstädte eingerichtet. Der bewaffnete Kampf ist dann mit wechselndem Erfolg weitergegangen bis heute, wo er im Morast stecken geblieben ist und man nun eine Patt Situation hat, wo sich nichts bewegt..  

 

Die gegenseitigen Anschuldigungen über Interferenzen von Außen, Massaker, Übergriffe, wie es in diesen Situationen so üblich ist, kann man kaum zählen. Jedes Bürgertum versucht, die eigenen Barbarei zu verstecken und die der anderen an den Pranger zu stellen. Der Kapitalismus funktioniert so. In der von Kapitalisten dominierten Gesellschaft ist der Frieden nur eine Übergangsphase. Im natürlichen Kreislauf des kapitalistischen Strebens nach Profit sind auch die Kriege ein integraler Bestandteil.


 

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 März 2018                                                                                                              "Der kommunistische Kampf" - April 2018

 

Es braut sich einiges zusammen in der Welt des Zwists unter den Bürgertümern, Dinge, die mit völlig unvorhersehbaren, wahrscheinlich auch militärischen Folgen unsere nahe Zukunft  erschüttern werden. 

Aber komischerweise werden solch sensationelle Fakten der internationalen Beziehungen von den Massenmedien praktisch totgeschwiegen. Viele Experten fragen sich warum: “Scheint ein beginnender Absturz des Dollar solch eine unmögliche Erscheinung?” oder … “Wird er absichtlich verschwiegen?” Wie auch immer, die Finanz- und Wirtschaftsfachzeitschriften des Westens sind in heller Aufregung wegen dieser Veränderungen. Wer die unten zitierten Artikel aufmerksam durchliest, findet einen Haufen interessanter Details. Wegen Platzmangels bringen wir hier nur die essenziellen Züge.

Der oben abgedruckte Artikel “China läutet mit der Markteinführung des ‘Petro-Yuan’ Totenglocke für globale Dollar-Dominanz ein” unterstreicht als erstes, dass mit der Einführung des Petro-Yuan der Sturz der Dominanz des US-Dollar begonnen hat, und legt dann den Akzent auf die Tatsache, dass die eigentliche Stärke der chinesischen Währung in ihrem Tauschwert zum Gold liegt. Wenn ein Land China Rohöl verkauft und dafür Yuan erhält, kann es diese Währung Yuan, falls gewünscht, praktisch in Gold umwandeln. Dies verleiht dem Yuan ein beachtenswertes Gewicht, denn falls eine Geschäftsmann sich gegen Währungsspekulation absichern will, kann er dies tun, indem er an der Börse in Hong Kong und Shanghai Gold ankauft, denn die chinesischen Banken sind voll davon.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der angeführt wird, ist, dass Länder wie Russland, Iran, Venezuela und Nordkorea den neuen Petro-Yuan annehmen, und somit die Möglichkeit haben, Sanktionen, die ihnen gegenüber seitens der USA und Europa verhängt wurden, zu umgehen und zu neutralisieren. Auch wenn die Experten skeptisch sind, was den Erfolg des Manövers der Chinesen um den Dollar von ihren Transaktionen auszuschließen betrifft,  sehen sie in der chinesischen Initiative doch den Beginn eines zukünftigen Rückgangs der Dominanz des Dollar und der USA.

Am Ende des Artikels wird Putin zitiert, der nach dem BRICS-Gipfel im September in Xiamen in China die Petro-Yuan Operation voll unterstützte: “Russland teilt die Besorgnis der BRICS-Länder über die Ungerechtigkeit der globalen Finanz- und Wirtschaftsarchitektur, die dem wachsenden Gewicht der Schwellenländer nicht angemessen Rechnung trägt. Wir sind bereit, mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten, um internationale Reformen bei der Regulierung im Finanzbereich voranzutreiben und eine übermäßige Dominanz der begrenzten Zahl an Reservewährungen zu überwinden".Mit anderen Worten meint Putin, dass der Moment gekommen sei, an dem die aufstrebenden Länder (China, Indien, Russland, usw.) bei den wirtschaftlichen Transaktionen untereinander den Dollar durch die eigene Währung ersetzen.  

Dieser zweite Artikel “Stößt der Petro-Yuan den US-Dollar langfristig vom Weltreservethron?” unterstreicht zuerst, dass die Länder des Westens zunächst entschieden haben, diese gewichtige EXPLOSIVE NACHRICHT zu ignorieren, und dass die internationalen Investoren den neuen Petro-Yuan äußerst attraktiv finden. Dann geht er auf die Tatsache ein, dass die Operation Petro-Yuan keine begrenzte Initiative ist, sondern  “eine breit angelegte Promotion der Agenda Pekings”.  Damit ist gemeint, dass wenn ein Teil des chinesischen Imperialismus sich anschickt auf globaler Ebene den US-Dollar durch den  Yuan im internationalen Rohölhandel zu ersetzen, ist die Operation“Bestandteil der One Belt One Road Strategie” [neue Seidenstraße] mit dem Ziel, sich voll und ganz “auf dem asiatischen Kontinent, inklusive Mittlerer Osten” zu etablieren. Aus diesem Grund “erwarten die Experten, dass die Reserven in Renminbi [Yuan] in den Zentralbanken sehr schnell und massiv anschwellen werden”.

Auch dieser deutsche Artikel ist, wie der Brasilianer Pepe Escobar, der Meinung, dass “Zudem lässt sich ein Rivale wie die chinesische Staatsführung nicht auf dieselbe Weise aus dem Weg räumen, wie einst Saddam Hussein im Irak, der Öl gegen Euros verkaufen wollte, oder Muammar al-Gaddafi in Libyen, der einen panafrikanischen Gold-Dinar einzuführen beabsichtigte”. Mit anderen Worten wird der chinesische Imperialismus nicht bereit sein, sich einer eventuellen Reaktion Amerikas zu unterwerfen, er wird stattdessen reagieren.

Schließlich hebt auch dieser Artikel hervor, dass “BRICS den Petro-Yuan bei ihrem kürzlichen Treffen in Xiamen abgesegnet haben”, d.h. auch Indien ist auf der gleichen Linie.

In diesem Artikel Die Petro-Yuan Bombe” werden vom brasilianischen JournalistenPepe Escobar interessante Überlegungen zum Thema angestellt. Auch er sieht in dem außerordentlichen Ereignis die “Tatsache, dass eine neue und enorme Zone eingerichtet wird, die alternative Reserven zum US-Dollar benutzt, indem sie ihn umgeht”, und man berichtet, dass “Moskau dabei ist, den ersten Verkauf von Regierungsobligationen im Wert von einer Milliarde Dollar in Yuan zu lancieren. Moskau hat den Einsatz für eine langfristige Strategie zur Abschaffung des US-Dollar als Hauptwährung im internationalen Handel übrigens klar deutlich gemacht, indem man sich an die Seite Pekings stellt auf dem Weg zu  EINEM POST BRETTON-WOODS HANDELSSYSTEM.”  Also ein außerordentliches Ereignis im Zwist unter den Bürgertümern.

Wie die anderen Spezialisten, unterstreicht auch Escobar die für den Erfolg der Operation grundlegende Tatsache der Unwandelbarkeit des Yuan in Gold, als “wesentliches Element dieser Strategie”, da sie eine Sicherheitsgarantie für die internationalen Investoren ist.  

Escobar sieht in der Zukunft einen Yuan, der in chinesisch-russischem Interesse den US-Dollar ersetzen muss, um eine “enorme euroasiatische Zone” unter chinesisch-russischem Einfluss zu schaffen. EIN EPOKALER WANDEL, sollte dies gelingen. All dies ist Intention des chinesischen Bürgertums, Teil des strategischen Plans der ‘One Belt One Road’. Escobar beschreibt das ehrgeizige Programm Chinas der berühmten ‘Neuen Seidenstraße’ in diesem Artikel detailliert:  2018 werden sechs wichtige Projekte der  BRI [Belt & Road Initiative-Anm.d.R.] vorangetrieben: die Hochgeschwindigkeitsverbindung Jakarta-Bandung, die Zugverbindung China-Laos, die Zugverbindung Addis Abeba-Gibuti, die Zugverbindung Ungarn-Serbien, das Melaka Gateway Projekt in Malaysia und die Potenzierung des Hafens in Gwadar, Pakistan. Die HSBC [europäischer Bankkoloss –Anm.d.R.] schätzt, dass die BRI in ihrer Gesamtheit, mit ihrer Aktivität pro Jahr nicht weniger als 2,5 Trillionen Dollar Mehrwert generiert. Man muss sich vor Augen halten, dass “Belt” im BRI als eine Reihe von Korridoren gesehen werden muss, die den Osten Chinas mit den reichen Gas- und Rohölvorkommen in den Regionen Zentralasiens und im Mittleren Osten verbinden, während die “roads” bald dazu dienen werden, dank der Hochgeschwindigkeitslinie das in den umliegenden Regionen geschürfte Gold zu transportieren”.  Man kann ohne weiteres hinzufügen, dass die oben genannten Infrastrukturen nicht nur “Korridore” sind, um dem chinesischen Imperialismus Energiequellen und Gold zuzuführen, sondern es werden auch notwendige “Korridore” sein, um die schnelle Abwicklung des Verkaufs der Industrien und großen Anlagen in China an die genannten, in starker Entwicklung befindlichen asiatischen Länder zu begünstigen.

Wird der amerikanische Imperialismus diesen Entwicklungen tatenlos zusehen?

Escobar sieht das NSS (National Security Strategy) Regierungsdokument, das der US-Kongress im Dezember abgesegnet hat, als erste Gegenmaßnahme der USA gegen den Petro-Yuan. Escobar schreibt: ”Die NSS verspricht “den Frieden mit Gewalt” zu sichern.Angesichts der Tatsache, dass Washington momentan nicht weniger als 291.000 Soldatin in 183 Ländern stationiert und allein 2017 in nicht weniger als 149 Nationen Spezialoperationen gestartet hat, fällt es schwer zu behaupten, dass die Vereinigten Staaten ein Land in “Frieden” sind, vor allem da die NSS versucht, noch mehr Geld in die Militärindustrie fließen zu lassen”.

Aber Mauro Bottarelli wird in seinem Artikel vom 27.Oktober 2017 noch deutlicher bezüglich der möglichen Reaktionen Amerikas: In 2 Monaten wird China den Petro-Yuan einführen und die USA werden reagieren müssen: das ist die einzige Nachricht, die zählt”. Seine Schlussfolgerung:

“Können die Vereinigten Staaten als führender industrieller und militärischer Komplex eine solche epochale Niederlage hinnehmen? Nein!” 

Er fährt fort: “Dies erklärt auch den Angriff auf Clinton und die ganze alte demokratische Entourage – inklusive Barack Obama, wenn bisher auch nur teilweise, – seitens der Washington Post wegen der beiden alten Skandale, und auch das lautlose sich ausbreiten der  Kongress-Manöver gegen Donald Trump: nach John McCain, sind nun Bob Corker, einflussreicher Präsident der Auslandskommission und Jeff Flake an der Reihe, den Präsidenten mit brennenden Kugeln zu attackieren, da er als “unpassend” gilt, die Nation zu führen und erst kürzlich die Vorherrschaft der USA in der Welt kompromittiert hat”.

KOLLISIONSKURS:  riesige Veränderungen mit unvorhersehbaren Folgen stehen vor unserer Tür. Wir leben in einer Welt in Bewegung, die es zu studieren, analysieren und beschreiben gilt um sich dann damit auseinanderzusetzen. Die Einführung des Petro-Yuan und die daraus folgende Ent-Dollarisierung dürfen nicht unterschätzt oder ignoriert werden. Falls dies weitergeht, werden sie die wenig stabile Zukunft des Zwists zwischen Kapitalisten zeichnen.


 

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DIE PLAGE DER MILITÄRISCHEN KONFLIKTE

AFGHANISTAN,

EIN KRIEG OHNE ENDE

-DER FAST VERGESSENE KRIEG-

 

EIN KRIEG ENDET (SYRIEN , IRAK) UND ANDERE GEHEN WEITER,

DAS IST DIE NATUR DES PROFITS

 

“Der kommunistische Kampf“ - Januar 2018

 

 

Der Zwist zwischen den Kapitalisten ist anhaltend, hört nie auf. Er betrifft sicherlich die Wirtschafts- und die Finanzwelt, hat aber auch eine militärische Dimension. Das Ziel ist immer das gleiche: Profit und Verdienst.

Der Krieg in Afghanistan wird von vielen als  “der unaufhörliche Krieg” oder “unsichtbare Krieg” definiert. Er hat 2001 begonnen, als das amerikanische Bürgertum mit den europäischen im Schlepptau in das Land einmarschiert ist. Ein gutes Jahrzehnt vorher, 1989, hatte sich das Heer des sowjetischen Imperialismus aus dem Land, das sie 1979 militärisch besetzte, zurückgezogen, was es den Taleban einige Jahre später (1992) erlaubte, die Macht zu übernehmen. Die “Taleban” طالبان , eine von den besser bekannten “Mujaheddin” مجاهدين stammende Ausrichtung des islamischen Fundamentalismus. Beide sind in den Koranschulen, die in Saudi-Arabien und Afghanistan während der russischen Besetzung auf Initiative der USA  entstanden, damit die jungen Gläubigen gegen die russischen Invasoren, Konkurrenz der Amerikaner, kämpften.

Im Kampf unter Imperialismen vertritt Afghanistan die Vision des amerikanischen Unternehmertums (und der europäischen) in einem strategisch entscheidenden Gebiet, das dem aufkommenden und zukünftig mächtigen chinesischen Bürgertum entgegenzusetzen ist; eine Bastion, die es gegen den zu fürchtenden asiatischen Konkurrenten zu errichten gilt, wo eine amerikafreundliche Regierung, ein treues Protektorat einzusetzen ist, und große anti-chinesische Militärstützpunkte aufzubauen sind. Die Besetzung Afghanistans wurde von den Kapitalisten als “Präventionskrieg” definiert, was für die Führung der bürgerlichen Welt an der Tagesordnung ist, zusammen mit dem Aufhetzen von Ethnien, Religionen oder Parteien (auch pseudo-Kommunisten) damit sie sich opfern, um “wenig befreundete” oder “feindliche ”Regierungen zu bekämpfen, das ist keine Seltenheit.  

Der Logik der strategischen Bedeutung eines anti-chinesischen Afghanistan folgend hat sich der amerikanische Imperialismus 2001 für die Invasion entschieden. Dies hat eine Reihe von aufeinanderfolgenden Bürgerkriegen bewirkt, mit militärischen Konflikten, Guerilla, sogenannte Schlachten “mit niedriger Intensität”, die immer noch andauern. Es ist Tatsache, dass die Taleban, oder besser die von den USA gewollten Koranschüler, die die russischen Invasoren bekämpfen sollten, sich nun auch nicht dem alten Freund und Geldgeber, dem heutigen neuen Besetzer nicht ergeben wollen.    

In der neuen, von Washington eingesetzten Regierung des Protektorats Afghanistan sitzen jetzt die Mitglieder der berühmten “Warlords”, also die Kommandanten der Tagiki, Hazara, Usbekin Ethnien, die sich in der “Allianz des Nordens”  immer den Taleban (Pashtum Ethnie) widersetzt haben, und auch mehrere Präsidenten, die aufeinander gefolgt sind, kamen aus genau dieser Ecke. Mittels dieser neuen Regierung versucht das amerikanische Bürgertum nun die Nation zu kontrollieren und benutzt sie als Kraft, um den Talebanwiderstand zu brechen. 

 

 

Deshalb wird das neue afghanische Heer von den neuen westlichen Besatzungskräften ausgebildet und gedrillt, damit es demnächst völlig autonom kämpfen kann und die amerikanischen und verbündeten Truppen sich zurückziehen können. Auf Grund dieses Projekts zukünftiger totaler Militärautonomie hatte Obama 2015 den allmählichen Rückzug der amerikanischen Soldaten angekündigt.

Aber der Widerstand der Talebanguerriglia zeigt sich stärker als erwartet, in dem Maße, dass die Regierungen der USA, Deutschlands und Italiens, die alle in den Krieg verwickelt sind,  2016 entschieden, die auf dem Gebiet stationierten reduzierten Truppen wieder aufzustocken. In dieser Situation großer Instabilität und Feindseligkeit seitens der Taleban hat Trump letztes Jahr  die berühmte “Superbombe” abwerfen lassen. Es scheint, dass die Tunnel, über denen die Bombe explodiert ist, genau dieselben Galerien waren, die die Koranschüler damals mit  Hilfe der Amerikaner gebaut hatten, nämlich um die Russen zu bekämpfen.    

 

Nicht nur hat sich die Situation in Afghanistan in den letzten Jahren nicht befriedet, sondern es haben sich weitere Akteure in diesen Kampf unter den Bürgertümern eingemischt. 2015 wurden auch die Fundamentalisten des IS in diesem Gebiet aktiv, auch sie gegen die Amerikafreundliche Regierung in Kabul, und sie kontrollieren heute immer noch einen Teil Westafghanistans. Zusammen gesehen beherrschen die Rebellen -Taleban und Is- nach den Quellen Wikipedia ungefähr 40% des Landes, und der Anteil scheint ständig anzusteigen.  

Auch der chinesische Imperialismus (pseudo-kommunistisches Land) profitiert von der chaotischen Situation und hat es geschafft, sich wirtschaftlich, nicht militärisch einzumischen. Chinesische Firmen besitzen heute einen beachtlichen Anteil der Metallbergwerke in Afghanistan, sie fördern Mineralien, die grundlegend sind für die gewaltige Entwicklung der Industrie des chinesischen Kapitalismus.

Angesichts dieser Lage zeigt sich der Krieg in Afghanistan noch weit entfernt von einem Ende, es sei denn, die beteiligten Parteien finden ein Übereinkommen, einen Kompromiß, der alle zufrieden stellt. Dieser Krieg in Afghanistan, vom Bürgertum als “vorbeugend” definiert, hat nach Wikipedia-Schätzungen zwischen 140.000 und 350.000 Menschen das Leben gekostet (von den wirtschaftlichen Kosten ganz zu schweigen). Ein Massaker, das leider noch tragischer werden wird; ein Massaker an Menschenleben, das den beteiligten Bürgertümern absolut kein Problem bereitet.   

Konflikte, Eroberungen, Schlachten, Interessen, all dies ist Teil des widersprüchlichen kapitalistischen Systems. Die Kriege sind die bewaffnete Hand der Kapitalisten, mit der sie nach ihren Interessen greifen. Für sie sind sie normal, für die Arbeitermassen eine Tragödie.

Zu glauben all dies habe irgendwann ein Ende oder könnte sich plötzlich auflösen ist pure Utopie. Nur eine andere Art von Gesellschaft kann Veränderung bringen.


 

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KATALONIEN - KURDISTAN

WIE DIE GROSSINDUSTRIELLEN UND FINANZMAGNATEN HINTER DEN VOLKSABSTIMMUNGEN STECKEN. 

WIE DIE ABEITER MANIPULIERT UND BENUTZT WERDEN

                                                                                                                                                                                                                                 “Der kommunistische Kampf“ - November 2017

 

 

 

Die Geschehnisse um die Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Kataloniens haben in ganz Europa und darüber hinaus für viel Wirbel und Aufmerksamkeit gesorgt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt schien es, als gäbe es, nachdem die Regierung in Madrid als Reaktion auf das Ergebnis des Referendums Katalonien den Autonomiestatus aberkannte und die regionale Regierung Kataloniens im Gegenzug die Unabhängigkeit ausrief, eine Eskalation. Aber nach diesen eklatanten Ereignissen haben beide Seiten es für angebracht gehalten, sich ein wenig zu beruhigen und den Streit auf friedfertige Demonstrationen derer, die für oder gegen die Unabhängigkeit sind, zu begrenzen, statt eine weitere, eventuell auch militärische Eskalation zu riskieren.

Tatsächlich hatte die regionale Regierung Kataloniens mit den Industriellen und Banken, die sie unterstützen, nach dem entschiedenen Nein zur Unabhängigkeit von Seiten der Regierung in Madrid keine realistische Chance mit der Forderung nach Souveränität Erfolg zu haben, vor allem weil sich die gesamte EU und die Vereinigten Staaten der Ablehnung seitens der Zentralregierung angeschlossen hatten. Außerdem hatte die Rajoy-Regierung Spaniens, um eine eventuelle Reaktion Kataloniens zu neutralisieren, prophylaktisch vorgesorgt und sowohl den Präsidenten der regionalen Regierung Puigdemont abgesetzt und durch Soraya de Santamarìa, Stellvertreter Rajoys ersetzt, wie auch den katalanischen Polizeichef (der Mossos) Josep Trapero seines Amtes enthoben, und dadurch die Führungskader, die eine mögliche Intensivierung des Kampfes für die Unabhängigkeit hätten leiten können, neutralisiert.

Die Unabhängigkeit Kataloniens wurde in Barcelona am 27. Oktober ausgerufen und scheint  eher ein formaler politischer Akt gewesen zu sein, den die katalonische Führung denjenigen, die sie auf der Straße gefordert hatten als Anerkennung hierfür schuldig war, als eine wirkliche Herausforderung gegenüber Europa.

Die kurdische Volksabstimmung über die Unabhängigkeit vom Irak ist von den Medien mehr oder weniger ignoriert worden und ist höchstens ganz hinten in den Zeitungen und Nachrichten erwähnt worden.

Für die marxistische Analyse sind die beiden Angelegenheiten sehr ähnlich, denn beide Referenden zeigen eine grundlegende Analogie auf: sie überdecken einen historischen Kampf zwischen den Fraktionen der regionalen Bürgertümer Kataloniens und Kurdistans gegen die jeweiligen Zentralregierungen. Das tatsächliche Ziel dieses Zwists, das natürlich nicht publiziert wird, ist wie immer mehr Steuerautonomie (mit anderen Worten mehr Geld) für Banken und Unternehmen zu erhalten. Um dieser Forderung mehr Gewicht zu verleihen, werden die Proteste der Bevölkerung als Schlagkraft eingefädelt und geschürt. Die einzige Rolle, die die Arbeiter bei diesen Abenteuern spielen ist die von den lokalen Bürgertümern benutzt, manipuliert und geführt zu werden. Am Ende des Kampfes, gespalten und misshandelt, können sie sich traurig rühmen, unbewusst für die reichen Ausbeuter gekämpft zu haben. Es handelt sich (wie bei Kriegen) um Kämpfe, die herausstellen, dass die Bürgertümer absolut keine Skrupel kennen, wenn es darum geht, ihre zynischen Interessen zu verfolgen, die Arbeiter aufzuhetzen und zu benutzen, sie in die blutigsten Zwiste zu drängen  (die schon gut aufgewiegelt wurden): Hass unter Ethnien, Religionen, Unabhänigkeitsforderungen, usw.. 

 

 

Dies erklärt, warum die Regierung in Madrid als Vertreter des spanischen Nationalbürgertums, wie auch jene in Bagdad für den Irak ablehnend geantwortet haben und jegliches “demokratische” Problem des sogenannten “Volkswillens”, manifestiert durch die beiden Volksabstimmungen, beiseite räumte. Darum klagen sie die beiden Volksabstimmungen auch als “Provokation” oder sogar “kriminellen Akt” (Rajoy 26.Okt.) an, und sehen natürlich die Politiker als “Provokateure”, aber im gut verdeckten Hintergrund auch die Industriellen und Bankleute, die für all dies verantwortlich sind. Denn den beiden bürgerlichen Zentralregierungen ist völlig klar, dass die beiden Volksabstimmungen das Resultat von Instrumentalisierungen sind. Sie selbst benutzen dieses System, wenn sie es für notwendig erachten und es ihren Interessen dienlich ist.

Jetzt, an diesem Punkt angekommen, geht es für beide Fraktionen wie gewohnt darum, die passende Mediation und den angemessenen Kompromiss zu finden, damit die offenen Wunden langsam verheilen.

Die beiden Situationen haben allerdings, wie bekannt, eine  unerwartete Wendung genommen. Haben die rebellischen Kurden eine Mediation Bagdads akzeptiert und sich

in das Gebiet Kurdistan, das ISIS militärisch abgerungen wurde, zurückgezogen, so war der politische Gegenschlag in Katalonien bekanntlich katastrophal.

Das erpresserische Referendum der katalonischen Unternehmen mittels der regionalen Regierung können wir daher getrost als absolutes Debakel für die Unternehmer der Region werten, eine “erteilte Lehre”. Ein klares Nein! aus Madrid, das nach unserer marxistischen Sichtweise als die Standhaftigkeit interpretiert werden kann, die das Großunternehmertum Europas, also die EU (in perfekter politischer Syntonie mit Madrid) gegenüber allen regionalen Bürgertümern  Europas, die etwas mehr als Autonomie anstreben könnten, (z.B. aktuell in der Lombardei und Venetien in Italien) angemahnt hatte. Mit anderen Worten lautet die Botschaft: keiner kriegt mehr Geld! 

Bei der Lösung des Streitfalls zwischen dem irakischen Kurdistan und dem 

Irak war stattdessen die Mediation der Vereinigten Staaten grundlegend, die sowohl die irakische Regierung als auch die kurdischen Unabhängigkeitsvertreter unterstützen. Kurden, die im Krieg gegen den Islamischen Staat von den Amerikanern reichlich mit Waffen ausgerüstet wurden, damit sie die ISIS-Militanten bekämpften. Beide Seiten haben einen (noch nicht bekannten) Kompromiss unter der Garantie Washingtons akzeptiert.

Wie wir immer wieder wiederholen, haben die Bosse jedes Interesse daran die Arbeiter zu entzweien, sich ihrer zu bedienen und die einen gegen die anderen aufzubringen.

Also gilt es, die Fallen des Bürgertums zu meiden, die Marxisten können eben dies.


 

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TRUMPS STRATEGIE: 

DIE ENGE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN RUSSLAND UND CHINA SABOTIEREN.

 

-TRUMP HAT VOR, DIE AMERIKANISCHE AUßENPOLITIK ZU ÄNDERN-

 

Xi Jinping e Putin  (Reuters)
Xi Jinping e Putin (Reuters)

 

Das russische und das chinesische Bürgertum arbeiten seit Jahrzehnten in Einklang was die internationale Außenpolitik betrifft. Sie sind die Leader der BRICS-Gruppe aufstrebender Nationen  (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika, die zusammen sogar eine internationale Bank gegründet haben – die New Development Bank), einer Gruppierung, die sich den westlichen Bürgertümern entgegenstellt. 1995 haben Russland und China gegen ein militärisches Eingreifen in Jugoslawien gestimmt, danach haben sie 2001 gemeinsam gegen die Invasion in Afghanistan und 2003 gegen den Eingriff im Irak gestimmt. Sie hatten die gleiche Position in der Ukrainekrise (im Kontrast zu der westlichen) und vertreten jetzt die gleiche Meinung bezüglich der Kriege in Jemen, Libyen, Syrien und Aleppo. Im Grunde sind die beiden Bürgertümer sich hier in Allem einig.

Wie bekannt, behaupet Trump in seinen öffentlichen Erklärungen, dass seine Außenpolitik im Hinblick auf Russland nicht mehr auf Kontrakurs aus sei, sondern einen freundschaftlichen Ansatz haben wird, dass er die Zusammenarbeit suche. Gleichzeitig zeigt er  (wenn er es auch nicht offen anspricht) China gegenüber im Gegenteil eine sehr kalte, wenn nicht sogar feindliche Haltung. Mit dem politischen Chef des russischen Bürgertums Putin hat Trump schon viele Kontakte gepflegt, und die Erklärungen beider sprechen von zukünftiger gegenseitige Zusammenarbeit und Freundschaft, und nicht mehr von Feindseligkeiten, wie es unter der vorangegangenen Obama-Regierung der Fall war. Was die Beziehungen zum chinesischen Bürgertum betrifft, ist allerdings die Tatsache bedeutend, dass Trump schon mit fast allen Präsidenten der Welt telefonisch Kontakt aufgenommen hat, aber nicht mit dem, äußerst wichtigen, Chinas. Ein weiteres aufschlussreiches Signal seiner negativen Einstellung den Chinesen gegenüber ist die Tatsache, dass Trump vor hat ,die Einfuhrsteuern auf Importe aus China auf 45% anzuheben.

Eine Außenpolitik die demnach genau das Gegenteil derer ist, die bisher von den Präsidenten der Vereinigten Staaten verfolgt wurde, egal ob Demokraten oder Republikaner.

Wie alle wissen, ist Trump kein Mensch mit in den vergangenen Jahrzehnten gewonnener politischer Erfahrung und daher ist es erlaubt davon auszugehen, dass er keine genaue, präzise Ahnung davon hat, wie die Politik unter politischen Banditen und Haifischen, die die einzelnen Bürgertümer der Welt vertreten, funktioniert. Er glaubt es sich vorstellen zu können, aber genau, ja wirklich weiß er das nicht. Das amerikanische Großbürgertum sieht seinen Präsidenten Trump sicherlich als inkompetent und naiv an, auch wenn er es geschafft hat die Wahlen zu gewinnen, indem er die Unzufriedenheit des Proletariats ausgenutzt hat. 

Auch wenn die Experten der imperialistischen US-Außenpolitik versuchen ihm zu erklären, dass die Dinge in der realen Außenpolitik nicht wirklich so laufen, wie er sich das vorstellt, scheint Trump auf den ersten Blick hin sehr überzeugt seinem politischen Instinkt zu folgen, was dem amerikanischen Großunternehmertum das Fürchten lehrt.

Wie schon gesagt, schon immer haben die demokratischen sowie republikanischen US Präsidenten in Russland einen gefährlichen Konkurrenten gesehen, ein Standpunkt, der konstant von den großen Industrie- und Finanzgruppen (den sogenannten starken 

 

Mächten) über ihre Zeitungen und Fernsehsender gebilligt wird. 

Und schon immer war die amerikanische Einstellung gegenüber dem zukünftig supermächtigen chinesischen Bürgertum diejenige, ein politisches Gleichgewicht beizubehalten, obwohl man in ihm den schrecklichen Superkonkurrenten der Zukunft sieht.

Trump krempelt heute plötzlich alles um, ändert alles!

Trump erklärt, er werde sowohl das  TTP als auch das TTIP Abkommen platzen lassen (wir werden sehen, ob er es dann auch tatsächlich tut), welche von Obama gewollt waren um Russland und China langsam zu isolieren, und er behauptet weiterhin, dass er die Ausgaben für Atomkraft und Rüstung enorm anheben wird, und um dies möglich zu machen, hat er so viele Vertreter des Militärs in seine Regierungsmannschaft aufgenommen wie nie zuvor.

Wie wir es im Titel ansprechen, wird diese andere Politik Trumps von mehreren Zeitungen und Experten (und wir sehen das auch so) als ein Versuch Trumps gesehen, einen Keil zwischen Moskau und Peking zu treiben (indem er Moskau super begünstigt und Peking behindert). Sollte dem so sein, wird sich dies Manöver als ziemlich gewagt und schwierig erweisen, angesichts der Tatsache, dass er es hier mit  zwei superschlauen und in der Außenpolitik höchst erfahrenen Leuten wie Putin und Xi Jinping zu tun hat.

Es könnte gut sein, dass sich Trump am Ende eben genau an dieser naiven und gewagten Strategie die Zähne ausbeißt und sich alles zu Gunsten der konkurrierenden Bürgertümer entwickelt, denen er eigentlich damit schaden wollte.

Noch sind wir bei den ersten Schritten seines Mandats und seiner politischen Sichtweise. Wir werden den Verlauf verfolgen um zu sehen, wie sich die Situation entwickeln wird und wie die großen imperialistischen Industrie- und Finanzgruppen Amerikas auf seine Politik reagieren werden.

Im Moment wiederholen alle bürgerlichen Quellen lediglich die Notwendigkeit abzuwarten. In der Zwischenzeit strengen die großen amerikanischen Zeitungen und Fernsehsender  (die Stimme des Großbürgertums) Medienkampagnen gegen ihn an, indem sie vor allem Obamas Maßnahmen hervorheben (Erklärung, die Russen haben sich in den amerikanischen Wahlkampf eingemischt; von Obama erlassenes Verbot im Norden der USA nach Erdöl zu bohren), die alle in die Trumps Politik entgegengesetzte Richtung zielen. In politischem Jargon bedeuten diese Kampagnen ein klares Zeichen an Trump, das ihm beibringen soll, dass er seine Auffassung zu ändern habe, um ihn zu beeinflussen, um ihn  auf jene Politik hinzusteuern, die seine Vorgänger verfolgt haben.

 

Sollte Trump auf seinen Ideen beharren und fortfahren, im Kontrast zu dem und gegen das, was die großen Industrie- und Finanzgruppen für angebracht halten, zu handeln, dann ist es nur allzu wahrscheinlich zu erwarten, dass sich der Gegensatz zwischen dem Großbürgertum, seinen Medien und seinen politischen Vertretern auf der einen sowie dem amerikanischen Präsidenten auf der anderen Seite bedeutend verschärfen wird. Zeitungen, Fernsehsender und politische Flügel, die natürlich die Möglichkeit haben, einen Teil der Bevölkerung einzubeziehen und zu mobilisieren, an Volkskundgebungen gegen ihn teilzunehmen, mit Folgen, die sehr wohl völlig unerwartet und umwerfend sein könnten.


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Krieg in Syrien:

BLUTIGE AUFTEILUNG UNTER RÄUBERN!

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STELLEN WIR UNS EIN RUDEL GIERIGER WÖLFE VOR, DIE SICH RAUFEN UM DIE BEUTE ZU TEILEN 

                                                                                                                                                                                                                                                                           “Der kommunistische Kampf“ - November 2016

 

Das heißt nicht, dass die “Beute”, d.h. das syrische Bürgertum, weniger blutrünstig und räuberisch ist als seine Angreifer. Aber dieses Mal ist es selbst an der Reihe, von den anderen räuberischen Bürgertümern zerfleischt zu werden.

Alle Quellen sind sich darin einig, dass das zukünftige Syrien nach dem Krieg ein “föderalistischer”, in mehrere Zonen aufgeteilter Staat sein wird, ähnlich wie in der Schweiz die Kantone. Hier geben wir eine der vielen Aussagen wieder: “Nach der Befreiung von den Terroristen wird Raqqa Teil des föderalen demokratischen Systems von Rojava und Nordsyrien sein” (Gharib Hassou, Vertreter der kurdischen Democratic Union Party des Syriens im irakischen Kurdistan”.

Wenn man beobachtet, wie sich die militärischen Aktionen dort abspielen, versteht man, dass zwischen den verschiedenen Rivalen  (USA, Russland, Türkei, jetzige Assad-Regierung, Kurden und moderate Opposition) schon eine Übereinkunft besteht, das Land nach der definitiven Niederlage des Kalifats aufzuteilen. Tatsächlich bemerkt man bei den militärischen Operationen gegen IS und andere islamistisch-integralistische paramilitärische Formationen (Al-Nusra) eine fast totale Einigkeit unter den Kriegführenden, sich nicht gegenseitig zu bekämpfen und man stellt fest, wie jeder militärische Zug (abgesehen von einigen Zusammenstößen) darauf abzielt, das zuvor abgesprochene Gebiet zu erobern ohne sich in anderen Gebieten einzumischen.

Die Russen gehen sogar so weit hinter vorgehaltener Hand bezüglich des Kriegsendes zu sagen, dass « ISIS bis Ende Dezember aufhört zu  existieren»  (Sergei Markov, Ex-Abgeordneter der Duma des Vereinigten Russland und Experte der Außenpolitik). Und während die Europäer Russland anprangern, da die Schlacht um die Befreiung Aleppos eine “humanitäre Katastrophe” sei, sehen die Russen statt dessen “einen dröhnenden Triumph beim Erreichen der strategischen Ziele” (Sputnik 19 Ott. 2016).

Schaut man sich an, wie die Kräfte sich auf dem Schlachtfeld ausbreiten, ahnt man ziemlich eindeutig, wie die zukünftige “föderalistische” Aufteilung Syriens aussehen wird:

 

 

-           Gebiet unter der Kontrolle der jetzigen Assad-Regierung (von Russland unterstützt) mit             Zugang zum Meer, das ganz Mittel- und Südsyrien umfasst.

-           Gebiet im Norden unter der Kontrolle der moderaten Opposition, unterstützt von der                   Türkei.

-          Gebiet im Nordosten, zwischen dem irakischen und türkischen Kurdistan unter der                    Kontrolle der kurdischen Regionalisten, unterstützt von den USA  und den westlichen                Ländern.

 

 

Russland: im Land wird die Angst verbreitet, ein Atomangriff seitens der USA stünde unmittelbar bevor. Übungen in den Atombunkern für 40 Millionen Einwohner.

Es ist auch immer wieder interessant zu beobachten, wie die Bürgertümer die Geschehnisse in Syrien manipulieren und in ihrem Interesse im eigenen Land missbrauchen, wie die Kriegssituation dargestellt und der eigenen Bevölkerung zu innenpolitischen Zwecken nahe gebracht wird.

In den westlichen Ländern:  es werden Bilder eines durch das russische Bombardieren völlig zerstörten Aleppos gezeigt  (natürlich sendet man keine Bilder von den Städten, die von den westlichen Streitkräften bombardiert werden) wo Frauen und Kinder unter den Ruinen der Häuser wegen Nahrungs- und Wassermangel sterben, und wo die Russen die humanitäre Hilfe daran hindern, die erschöpften und sterbenden Bürger zu erreichen. Die unmenschlichen Bedingungen werden als skandalös angeprangert.

Auch das Heer Assads wird  gemeinsam mit den Jihadisten angeklagt, enorme Gräueltaten gegen die feindliche Bevölkerung zu begehen und manchmal sogar Gas einzusetzen.

Putin wird als gefühlloses zynisches Monster dargestellt, das all dies erlaubt und ohne jegliches Problem vorantreibt.

In Deutschland und Italien wird Putin nicht besonders dämonisiert, aber dafür umso mehr in Frankreich und Spanien, und ganz besonders in den USA. Das geht so weit, dass man

Nachrichten liest von normalen Bürgern, die so erbost sind, dass sie ihn mit Freuden erschießen würden.

In Russland: Hier werden die Siege der russischen Soldaten und des Heeres der Regierung Assad als große Erfolge bei der Wiedervereinigung eines Landes gefeiert, das durch einen von den dekadenten westlichen Räubern (und insbesondere den USA) provozierten blutigen Bürgerkrieg zerstört wurde.

Hier ist Obama der Teufel. Er wird mit aller Kraft aufs Korn genommen und dämonisiert. Die russischen Medien behaupten mit katastrophalem Unterton, dass die superbrillianten militärischen Siege Russlands in Syrien eine Gegenreaktion der Amerikaner verursachen könnten (der Grund sei, dass die USA nicht verlieren können), was den Ausbruch eines 3. Weltkrieges mit Atombomben über Russland bedeuten würde. 

Also stehe der Welt wieder einmal ein Chaos bevor! Deshalb wurden 40 Millionen Einwohner (unglaublich.) mobilisiert zu Übungen in Atombunkern im Falle, dass dies eintrete.

Aber wozu dient diese Dämonisierung des Feindes in den verschiedenen Ländern?

Der Zweck ist so alt wie der Kapitalismus.

In jeder Nation versucht das Bürgertum mit seinen unterstützenden Parteien und Medien, Intellektuellen, Priestern usw. ein starkes nationalistisches Gefühl zur Verteidigung des Vaterlandes heraufzubeschwören. Diese starke patriotische Einstellung soll dazu dienen die Bevölkerung, d.h. die Arbeiter vor den Karren des Eigentümers zu spannen, damit sie die “Nation” unterstützen, die Teil hat an diesen blutigen Kriegen (in Syrien, im Irak, Libyen, Jemen, usw.), in denen Hundertausende von Menschen ihr Leben verlieren und Millionen von Flüchtlingen abwandern, wo die Zerstörung und der Hunger, die Verzweiflung usw. unermesslich sind.

In diesen widerwärtigen Situationen versucht sich jedes beutegeile Bürgertum dem eigenen Proletariat (welches von den Geschehnissen angewidert ist und die gesellschaftlichen Kosten tragen muss) als die Guten im Krieg darzubieten, als die, die alles richtig machen und gerecht sind, also als den bestmöglichen Teil,  in dem der  (ausgebeutete) Arbeiter sich ruhig und sicher fühlen kann.

 

In Russland werden die aufstrebenden BRICS Länder (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika)  als Garanten für Frieden und Wohlstand gepriesen.

Wie oft haben wir Europäer den Satz: “… wir leben auf einem Kontinent, der Frieden, Zivilisation, hohe Werte, Demokratie, Kultur, Wohlstand usw. bringt und exportiert …” schon gehört? Unzählige Male. Es kommt uns schon aus den Ohren raus. Natürlich bezieht er sich auf Europa, auf das “neue” Europa, die Europäische Union, der diese hochwertige und sublime Aufgabe gebührt, dies in andere zurückgebliebene und rückständige, in manchen Fällen auch brutale Nationen zu exportieren. 

Vielleicht wissen die Vertreter dieser Thesen nicht, dass im Inneren jeder Nation auf der ganzen Welt die gleichen Konzepte verbreitet werden. Die Vereinigten Staaten halten den Rekord in Sachen Patriotismus, wo man davon ausgeht, die USA seien das Bollwerk der Freiheit, der Demokratie, der Ordnung und des Weltfriedens. Aber genau das Gleiche wird in höchsten Tönen in den aufstrebenden BRICS Ländern (Brasilien, Russland, Indien, China, usw.) angepriesen.  So berichtet die Zeitschrift “Sputnik” vom 18. und 19. Oktober d.J., wie dies in Russland vermarktet wird:  “Brics sind die Garanten einer multipolaren Welt”…“  Die europäischen Multimedien, befinden sich in einer gleichen servilen Analogie eingekapselt in ihrem existenziellen Verfall, während ihre chinesischen Homologen die größten Optimisten des Planeten sind, wenn sie den achten BRICS Gipfel in Goa (Indien) und das friedliche Streben nach einer multipolaren Welt feiern, während diese Nachrichten von den westlichen Kollegen auf alberne Weise boykottiert werden”. In politischen Jargon übersetzt: die aufstrebenden BRICS Länder spielen eine grundlegende Rolle für den Frieden in der neuen multipolaren Welt, wo mehrere Nationen nebeneinander existieren, und die BRICS Länder sehen die Welt mit mehr Vertrauen als die westlichen Länder, die sich im Verfall befinden. Und all dies wird den westlichen Bevölkerungen von ihren dienstbeflissenen Medien verheimlicht.

In Russland werden die westlichen Länder (USA und Europa), wie “Sputnik” berichtet, als “im Verfall begriffen” definiert, also in ihrer dekadenten Phase befindlich. Und um eben diesen Verfall in die Dekadenz aufzuhalten verursachen sie Kriege in der ganzen Welt: in Syrien, Libyen,  und davor in Afghanistan, im Irak, usw.

Wie gesagt, jedes Bürgertum versucht sich seinem Proletariat gegenüber als das Beste zu zeigen. Es sind immer die anderen Nationen die kriegstreibend, brutal und grausam sind.

 

Die deutsche Diplomatie hält sich aus Kalkül beiseite, in einer sekundären Position, was die Verhandlung um die Aufteilung Syriens betrifft.

Deutschland ist durch die NATO an den amerikanischen Imperialismus gebunden, pflegt allerdings beste politische und wirtschaftliche Beziehungen mit dem russischen Bürgertum. Aber Amerikaner und Russen stehen in Syrien im Kontrast und das deutsche Bürgertum will die guten Beziehungen mit dem einen als auch dem anderen beibehalten. Deshalb bezieht Deutschland eine Position, die daraufhin ausgelegt ist, sich sowohl bei der Teilnahme an Gipfeltreffen als auch bei der Unterzeichnung von Dokumenten oder Vorschlägen zur Teilung Syriens zurückzuhalten.

Tatsächlich beobachten wir einen starken Aktivismus seitens der USA, Frankreichs, Englands (zu denen im Oktober noch Spanien gekommen ist) gegen Russland, mit ständigen Vorschlägen und Resolutionen der Vereinten Nationen um Russland zu schaden, während die deutsche Diplomatie sich bedeckt hält.

Auch der Versuch Deutschlands Ende Oktober, gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien und dem Europarat die Sanktionen gegen Moskau zu beenden hat sich als eine Farce entpuppt. Es reichte schon, dass der italienische Premierminister Renzi sich dagegen aussprach, und der Vorschlag bzgl. der Sanktionen wurde sofort fallen gelassen.

 

Schlussfolgerungen.

Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft, die durch ständige Kriege ohne Ende gequält wird. Für die Menschheit absolut sinnlose Kriege. Kriege die in einer Gesellschaft, in der die Produkte zum Wohl aller unter der Bevölkerung aufgeteilt anstatt gegen Profit verkauft zu werden, verschwinden würden. Kriege die nur für die Kapitalisten, die Reichen einen Sinn haben, die ständig krampfhaft versuchen Geld zu machen.

 

ORGANISIEREN WIR UNS ALLE ZUSAMMEN. 


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-GESCHICHTLICHER HINTERGRUND-

DIE SATELLITENSTAATEN  DER EX UdSSR:

VOM AMERIKANISCHEN UNTERNEHMERTUM GEWOLLT.        

(eigentliche Siegermacht des 2. Weltkriegs)

ZIEL : DIE ZERSTÜCKELUNG  DES DEUTSCHEN IMPERIALISMUS

 

(Verlierer des  2. Weltkriegs)

 

Oft, sehr oft, lässt das Bürgertum (das Unternehmertum) die Dinge ganz anders erscheinen als sie eigentlich sind, um die ständige Ausbeutung seiner Arbeiter und die Desaster, die es in der ganzen Welt anzettelt, zu verstecken …..

Wir sollen glauben, dass die Eroberung Polens, Ungarns, der Tschecheslowakei, Rumäniens usw. im 2. Weltkrieg seitens des Staatskapitalismus der Ex-UdSSR ein Teil von Stalins Strategie und der damaligen sowjetischen Regierung gewesen ist. Das ist völlig falsch. Sicher, die russische Armee hat diese Gebiete blutig erobert, aber die politische Substanz, das was wirklich passiert ist, ist etwas völlig anderes.

Wir wollen dies weiter vertiefen.

Nach der Krise 1929, verhalf das mächtige deutsche Industrieunternehmertum Hitler 1932 an die Macht. Man brauchte eine aggressive internationale Politik. Der osteuropäische Markt (Polen, die Tschecheslowakei, Ungarn , Rumänien usw.) wo  seine Produkte verkauft wurden, war zu klein und zu begrenzt für die Masse an produzierten Waren und die Gewinne gingen immer weiter zurück. Das Ziel des Unternehmertums und der deutschen Finanz war es, mit Hitler am Ruder diesen Staus Quo aufzubrechen und den Markt so weit wie möglich zu expandieren. Aber die reichen Deutschen wussten nur zu gut, dass man um dies zu erreichen, erneut mit Gewalt gegen die anderen imperialistischen Bürgertümer, d.h. das englische, französische, russische und amerikanische vorgehen musste (mehr oder weniger, wie es schon im 1.Weltkrieg passiert war). 

Der Krieg wurde daher als unvermeidbar angesehen und die deutsche Aufrüstung beschleunigt.

Die Auseinandersetzungen begannen, wie allseits bekannt, 1939. Polen, die Niederlande und Frankreich wurden problemlos erobert und England neutralisiert. Dann ,1941, warRussland an der Reihe: Operation Barbarossa. Hitler und seine Generäle, wirtschaftlich und politisch stark unterstützt durch Presse, Politiker, Ökonomen, Soziologen, Klerus, Professoren usw. dachten Russland mit einem Blitzangriff  und 3,5 Millionen Soldaten noch vor dem für 1942 vorhergesagten Kriegseintritt des amerikanischen Imperialismus (Quelle: Wikipedia) erobern und anschließend militärisch halten zu können.

Viel ist darüber gesagt und geschrieben worden, dass Hitler und seine Generäle den Kriegseintritt der USA entweder nicht vorhergesehen oder unterschätzt hätten. Alles Lügen.

Was sie vielleicht nicht richtig eingeschätzt hatten, war die reale wirtschaftliche und somit militärische Macht des amerikanischen Unternehmertums und wie sich jenes vor Kriegseintritt verhalten hätte. Vielleicht hatte das deutsche Bürgertum dies sogar bedacht, es hatte aber angesichts des kontinuierlichen Abflauens der Geschäfte und des Rückgangs der Einnahmen keine andere Wahl und glaubte es schaffen zu können. Die kapitalistische Welt unterliegt einem monstruösen Mechanismus aus dem es kein Entkommen gibt. Entweder ändert man ihn oder man wird mit ins Desaster gezogen.

Die Dokumente belegen, dass sich das amerikanische Bürgertum der enormen wirtschaftlichen und somit militärischen Schwäche des von Stalin geführten russischen Staatskapitalismus, bewusst war und wusste, dass er im Falle eines deutschen Angriffs nicht lange hätte Stand halten können,. Und genau dies wurde sofort deutlich, als die deutsche Armee im Juni 1941 in Russland einmarschierte und ohne Schiwerigkeiten russisches Gebiet besetzte. Hätte das amerikanische Unternehmertum nicht militärisch eingegriffen um die Deutschen zu stoppen, hätte Hitler Russland leicht erobert und  hätte sich sicherlich ein kompaktes europäisches Unternehmertum von bedeutendem Ausmaß herausgebildet (die – von den Deutschen – so benannte  “Europäische Festung”), geführt von den mächtigen deutschen Industriellen, die sich zu einem großen Problem entpuppt hätten, zu einem enormen und gefährlichen Konkurrenten    für die amerikanischen Geschäfte im Rest der Welt.

Deshalb war diese Entwicklung aus Sicht des amerikanischen Unternehmertums absolut zu unterbinden.

Dem deutschen Bürgertum Einhalt zu gebieten bedeutete seine Feinde so gut wie möglich zu bewaffnen und gleichzeitig selbst in den Krieg einzutreten.

Zum Zeitpunkt der deutschen Invasion in Russland waren die Amerikaner noch nicht in den Konflikt verwickelt, aber die Notwendigkeit den deutschen Vormarsch aufzuhalten war von ihnen damals zwingend und dringend.

Nur eine massive Wiederbewaffnung der sowjetischen Streitmacht, der es an Soldaten (Schlachtvieh hätte Marx gesagt) sicher nicht fehlte,  konnte dies bewirken. So geschah es, und so setzte sich der Mechanismus in Bewegung.

Durch den Iran, der nicht in den Krieg verwickelt war, über die “iranische Schiene”, war es dem amerikanischen Imperialismus möglich, den Sowjets von 1941 bis Kriegsende enorme, unglaubliche Mengen an Waffen jeglicher Art, Verpflegung und Ausrüstung zu  

liefern und so den Kriegsverlauf völlig umzukrempeln. Die geschlagen gegebene Rote Armee wurde wiederbelebt und in die Lage versetzt zu reagieren und die Deutschen zu besiegen. Giovanni Aruta beschreibt die Situation in seinem Text  “Operation Blau” so: “Was die Nazi-Hierarchie aber am meisten fürchtete war die Stärke ihres Feindes: die Russen hatten den Verlust von Millionen Männern und riesiger Mengen an Material erlitten, aber trotzdem stellten sich dem erschöpften nazistischen Heer Massen von Soldaten und Panzern entgegen. Die Rote Armee schien eine Hydra zu sein, die sich immer wieder regenerierte”. Wie dies möglich war, ist jetzt mehr als klar.

Stalingrad wäre ohne die amerikanischen Waffen nie möglich gewesen. 

Die Anzahl an Waffen und Ausrüstung, die die ”Economics Division” des “Congressional Research Service” unter der Rubrik "von Amerika an die Russen geliefert" auflisten, ist beeindruckend:

 

14.795 Flugzeuge.   [die Deutschen hatten in Russland 2.200 zur Verfügung “Quelle Wikipedia”]

7.056 Panzer.      [8.300 für die Deutschen.“ibidem”]

51.503  Jeeps.

375.883 Lastwagen.      [600.000 für die Deutschen.“ibidem”]

35.170  Motorräder.

8.071 Traktoren.

8.218 Kannonen.          [7.000 für die Deutschen.“ibidem”]

131.633 Maschinengewehre.

345.735 Tonnen Sprengstoff.

10 Millionen und 910.000 Dollar für Baumaschinen.

11.155 Güterwaggons.

1.981 Lokomotiven.

8.089 Maschinen um Gleise zu verlegen.

90 Frachtschiffe.

105 U-boote.

197 Torpedoboote.

4 Millionen und 478.000 Tonnen Lebensmittel.

2 Millionen und 317.694 Tonnen Stahl.

2 Millionen und 670.000 Tonnen Erdölprodukte.

106 Millionen und 893.000 Meter an chemischen Produkten.

 

usw. usw. usw.

 

Berlin 1945
Berlin 1945

Angesichts dieser Zahlen und des Ziels des amerikanischen Imperialismus die deutsche Konkurrenz zu schlagen, wird es offensichtlich, dass die gut bewaffneten und ausgerüsteten Russen nur soweit vordringen konnten, wie mit den amerikanischen Interessen und Zielen zu vereinbaren war: den Deutschen ihren Einfluss in den  Ostgebieten (Polen, Tschecheslowakei, Ungarn, Rumänien, usw.) als Markt zu entziehen und der Dominanz der UdSSR anzuvertrauen; das Hoheitsgebiet Deutschlands zu zerstückeln und unter den Siegermächten aufzuteilen.

Dann im Kalten Krieg mit der (gelungenen) Charade der Pseudofeindschaft zwischen Amerikanern und Russen und dem Mauerbau in Berlin weiterzumachen, um die falsche Spannung zwischen den beiden (Freunden) Siegermächten des 2.Weltkrieges aufrecht zu erhalten, damit eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten angesichts der falschen Rivalität unmöglich schien.

Aber der Staatskapitalismus der UdSSR war schon vor dem Krieg eine schwache Wirtschaft, dies war verstärkt während des Krieges der Fall, und sie blieb auch nach dem Krieg schwach (trotz der lautstarken Proklamation einer Supermacht seitens der Amerikaner); hinzu kam die Last, die polnischen, ungarischen, tschechoslowakischen, ostdeutschen usw. Bürgertümer, die ihm vom amerikanischen Imperialismus anvertraut wurden, militärisch in Schach zu halten.

So lange es ging, hat er Stand gehalten. Dann hat ihn die kapitalistische Konkurrenz zum Zusammenbruch gebracht.

 

                                                                                                “Der kommunistische Kampf“ - Januar 2015

 

 



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