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WARUM WIR LENINISTEN UND KEINE STALINISTEN SIND

 

NACH DER OKTOBERREVOLUTION IN RUSSLAND 1917:

LENIN SPRICHT VON STAATSKAPITALISMUS,

WÄHREND STALIN VON SOZIALISMUS REDET.   WIESO?

WO LIEGT DER UNTERSCHIED? WER HAT DIE RICHTIGE VISION?

 

                                                                                                                                                                                                                                                           "Der kommunistische Kampf" - April 2017

 

 

 

 

Nach der Oktoberrevolution behauptet Lenin, dass die Bolschewisten gemeinsam mit dem revolutionären Proletariat an der Macht in Russland keine “sozialistische”, sondern eine “staatskapitalistische” Wirtschaft führen.

 

 

Lenin:

“Unser Staatskapitalismus unterscheidet sich grundsätzlich vom Staatskapitalismus der Länder, die eine bürgerliche Regierung haben, eben weil bei uns der Staat nicht durch das Bürgertum vertreten wird, sondern vom Proletariat, das das volle Vertrauen der Bauern zu erobern gewusst hat.”

Lenin - “Brief an die russische Kolonie in Nordamerika” - November 1922

 

 

Warum äußert sich Lenin in diesem Sinne?

 

 

Lenin:    “Kommunismus nur nach internationaler                                      Revolution möglich”

“Als wir zu jener Zeit die internationale Revolution begonnen haben, haben wir dies nicht getan, weil wir überzeugt waren der Entwicklung vorgreifen zu können, sondern weil uns eine Reihe von Umständen dazu gedrängt hat, sie zu beginnen. Wir dachten: entweder kommt die internationale Revolution uns zur Hilfe, und unser Sieg wird somit völlig sicher sein, oder wir machen bescheiden unsere revolutionäre Arbeit in dem Bewusstsein, dass wir im Falle der Niederlage der revolutionären Sache gedient haben, und unsere Erfahrung den anderen Revolutionen zu Gute kommen wird.

Für uns war es klar, dass der Sieg der proletarischen Revolution ohne die Unterstützung der Weltrevolution nicht möglich war. Schon vor der Revolution und auch danach dachten wir:  entweder bricht die Revolution in den anderen am weitesten entwickelten kapitalistischen Ländern sofort, oder wenigstens recht bald aus, sonst,  falls dem nicht so sein sollte, werden wir unterliegen.”

Lenin   1921

 

Das Endziel der Revolution und damit des russischen Proletariats war sicherlich nicht, wie Lenin klar und deutlich darlegte, der in jenem revolutionären Moment bestehende “Staatskapitalismus”, der nur eine Übergangsphase sein sollte, ein unvermeidbarer Moment der Umwandlung. Das ausdrücklich erklärte Endziel war:  “Die internationale Revolution!”.

Denn nach Lenin kann nur eine internationale Revolution zu einer überlegenen Gesellschaftsform, also zu Sozialismus führen.

 

Lenin: «Der Ausdruck ‘sozialistische Sowjetrepublik’ bedeutet die Entscheidung der Sowjetmacht den Übergang zum Sozialismus durchzuführen, aber er bedeutet absolut nicht, das jetzige wirtschaftliche System als sozialistisch anzuerkennen.»

 

Lenin in “Über Naturalabgaben”, 1921

 

Lenin: “Es hat sich, scheint mir, kein einziger Kommunist gefunden, der verneint, dass der Ausdruck ‘sozialistische Sowjetrepublik’ die Entscheidung der Sowjetmacht bedeutet, den Übergang zum Sozialismus durchzuführen (durch den Staatskapitalismus, “Verbindungsring zwischen kleiner Produktion und Sozialismus”), aber er bedeutet absolut nicht, dass das jetzige wirtschaftliche System sozialistisch ist”.                                                                                                 Lenin. Rede vor NEP, 1920

 

Lenin wiedeholte unzählige Male bis zum Überdruss das Konzept, dass der russische revolutionäre “Staatskapitalismus” nicht mit “Sozialismus” gleichzusetzen sei.

Die russische Revolution ist also in der leninistisch-bolschewistischen Politik des russichen Proletariats lediglich der Beginn einer ganzen Reihe von Revolutionen.

 

Stalin war allerdings nicht dieser Auffassung.

 

 

Stalin:  “Theorie des Sozialismus in nur einem Land”

« Zuerst sah man den Sieg der Revolution in nur einem Land als unmöglich an, weil man davon ausging es sei notwendig, dass die Proletariate aller fortgeschrittenen Länder, oder zumindest deren Mehrheit, gemeinsam vorgingen um das Bürgertum zu besiegen. Heute entspricht diese Sichtweise nicht mehr der Realität. Heute muss man die Möglichkeit eines solchen Sieges einräumen, weil die ungleiche und sprunghafte Eigenschaft der Entwicklung der unterschiedlichen kapitalistischen Länder in der Periode des Imperialismus und die Entwicklung der katastrophalen inneren Widersprüche des Imperialismus, die unvermeidbare Kriege herbeiführen, die Entwicklung der revolutionären Bewegung in allen Ländern der Welt, all diesen Ländern. »                                                                                                                                                                                                                                                                   Stalin   1925

 

 

Für Stalin war also, im Gegensatz zu Lenin, der “Sozialismus in nur einem Land” möglich.

Stalin nimmt eine Umkehr, eine radikale und plötzliche Änderung der Politik vor. Worauf geht dieser Unterschied zu Lenin und damit eigentlich zu Marx Lehren zurück?

An diesem Punkt haben wir das Problem uns fragen zu müssen, was eigentlich “Sozialismus” ist.

Das weltweit anerkannte Konzept des Sozialismus (oder Kommunismus) ist eine Gesellschaftsform mit dem Prinzip: “jeder nach seinen Möglichkeiten und jedem nach seinen Bedürfnissen”, und das ist nur möglich, wenn die Produkte in dieser Gesellschaftsform nicht mehr verkauft oder gehandelt werden um daraus Profit zu ziehen, sondern unter der Bevölkerung zum Wohlstand aller verteilt werden. Als Folge davon verschwinden die sozialen Klassen, verschwindet die Ausbeutung, der Verdienst, die Banken, der Wettbewerb usw.

Aber nach der Oktoberrevolution in Russland mussten die Bolschewisten und das revolutionäre Proletariat eine Gesellschaftsform leiten, in der die Produkte, wie allseits bekannt, noch verkauft und gehandelt, und nicht unter der Bevölkerung verteilt  wurden. Als Konsequenz bestand das Proletariat weiter, auch wenn es die Fabriken, den Wettbewerb, den Verdienst, die Banken und Gewerkschaften leitete.

All dies war unumgänglich, weil die Wirtschaft in einem Land (oder in mehreren Ländern gemeinsam) immer Teil eines Weltmarktes ist, wo man zur Herstellung eines einzelnen Produktes die Einzelteile, aus denen dieses Produkt besteht (Rohstoffe, Produktionsmaschinen, Einzelteile, Technologie, usw.) in einer Unzahl von Nationen, die untereinander handeln, besorgen muss. Die ständig kaufen und verkaufen und so die Wirtschaft in Gang halten. Sollten diese Elemente fehlen, ist es logischerweise unvermeidbar, dass die nicht “unabhängige” Produktion einer Nation oder eines Nationenverbunds zum Stillstand gelangt, und als Konsequenz die Wirtschaft zum Ruin verurteilt ist, mit den entsprechenden sozialen Reakionen, die man sich leicht vorstellen kann.   

Diese grundlegenden wirtschaftlichen Grundlagen waren den bolschewistischen Führern und auch Lenin nur zu bewusst, und tatsächlich unterstrich er wiederholt “dies bedeutet keinesfalls anzuerkennen, dass die jetzige Wirtschaftsform sozialistisch ist» .

Mit diesem Bewusstsein wird es klar, warum “der Kommunismus erst nach der internationalen Revolution möglich ist”. Die “internationale Revolution” wird somit zu einer Notwendigkeit, die es erlaubt, dass sich die Märkte so ausweiten, dass man in der Produktion der Güter komplett autonom wird.

 

Wenn Stalin behauptete “Heute muss man die Möglichkeit eines solchen Sieges einräumen ” (d.h. des “Sozialismus in nur einem Land”) verschwieg er vorsätzlich, was Sozialismus bzgl. seiner wirtschaftlichen Grundlagen wirklich bedeutet.

Und natürlich schwieg er auch bzgl. der Existenz einer unumgänglichen “Übergangsphase” zum “Staatskapitalismus”, wie es von Lenin wiederholt bestätigt wurde, als Anfangsphase, um anschließend zur  “internationalen Revolution” und dann zum Sozalismus fortzuschreiten.

An diesem Punkt wird es klar, dass Stalin vom “Staatskapitalismus”, d.h. von der von den Bolschewisten und dem russischen Proletariat durch die Revolution erreichten Verstaatlichung der Wirtschaft,  profitiert um seine These zu entwickeln, dass sich diese Verstaatlichung plötzlich in “den Sozialismus” verwandelte, obwohl all seine wirtschafltichen Gesezte kapitalistisch funktionierten.

Auch die Tatsache, dass das revolutionäre russische Proletariat an der Macht war, benutzte Stalin  schlau um zu behaupten, dass es sich aus diesem Grunde schon um ein “sozialistisches” Regime handelte. Für Stalin war es grundlegend zu verstecken, dass weiterhin kapitalistische Regeln galten.

Die von den Bolschewisten und Lenin verfolgte “internationale Revolution” wurde damit nach dem stalinistischen Konzept überflüssig und war nicht mehr der Zweck aller Anstrengungen. Folglich verschwindet auch das sozialistische Ziel der Verteilung der Güter zum Allgemeinwohl aller.

Um diese Thesen (seinen Betrug) durchzusetzen zu können, musste es Stalin gelingen, fast alle bolschewistischen Führer und wahren Kommunisten, die natürlich alle gegen ihn waren, auch physisch zu eliminieren. 

Man kann also ruhigen Gewissens behaupten: wenn die russische Wirtschaft unter Stalin keine sozialistische war, wie vorher dargelegt, sondern eine kapitalistische, dass diese Wirtschaft logischerweise all den Widersprüchen jedweder anderen kapitalistischen Wirtschaft zu unterliegen hatte.

Und genau das ist auch passiert. 

Im Kampf des kapitalistischen Wettbewerbs hat sich Stalin, um seine Einflusszone auszuweiten (wie jeder andere bürgerliche Imperialisy), 1938 mit dem verhassten Nazi Hitler zusammengetan um Polen zu erobern und anschließend untereinander aufzuteilen; durch unerhörte Blutbäder. Als Hitler dann 1941 in Russland einmarschierte, verbündete sich Stalin mit den verhassten westlichen Imperialisten Großbritannien und den USA, die er zuvor immer verachtet und als Räuber und Bandieten bezeichnet hatte, um sich nach dem Sieg mit ihnen auf imperialistische Weise das besiegte Deutschland und den Rest Osteuropas zu teilen.  Trotz dieser nationalimperialistischen Politik ließen sich Stalin und seine Schürgen weiterhin “Kommunisten” und “Genossen” rufen, und behielten die marxistische Terminologie bei, um sich das Vertrauen der Arbeiter zu bewahren.

Andere nationalistische Parteien bezeichnetenn sich später als “kommunisitsch”, um das Vertrauen der Massen zu gewinnen,  und folgten dem Beispiel des stalinistischen Staatskapitalisums, dem sogenannten “Sozialismus in nur einem Land”. Wir sprechen von  Mao Ze Tung, der in China (?) die bürgerliche Bauernrevolution zu Ende führte. Die bürgerliche Wirtschaft verhalft China zu einer schwindelerregenden kapitalistischen Entwicklung, die mehr als zehn Jahre andauerte und das Land zu einer der stärksten imperialistischen Mächte der heutigen Welt aufstiegen ließ. Auch die Revolution in Kuba trugt das stalinistische Brandzeichen und hatte mit Kommunismus absolut nichts zu tun.

 

Gleich nach der Revolution 1917 erklärte Lenin, dass “entweder sofort die Revolution [in den anderen Ländern - A.d.R.] ausbricht (…) oder dass man, falls dem nicht so sei, unterliegen müsse”. Sicher konnte Lenin nicht wissen, und schon gar nicht ahnen, dass dann der Stalinismus die gegenrevolutionäre politische Kraft sein würde, die die russische Revolution “unterliegen” läßt. Eben der Stalinismus war der gegenrevolutionäre Akteur, der das Ziel der “internationalen Revolution” als Mittel zum Erreichen des Sozialismus verschwinden ließ, und die Verstaatlichung der Unternehmen im kapitalistischen Regime zum “Sozialismus” erklärte.  Es war eben dieser Stalinismus, der die internazionalistisch-revolutionäre Politik in eine nationalistisch-bürgerliche Politik umwandelte mit dem einzigen Ziel, den russischen Staatsunternehmen Profit einzuheimsen. 



 

 

 

 

 

 

WARUM WIR LENINISTEN UND NICHT STALINISTEN SIND.

IN DEN UNIVERSITÄTEN WIRD DER GRUNDLEGENDE UNTERSCHIED ZWISCHEN DER POLITK DES REVOLUTIONÄRS LENIN UND DER DES GEGENREVOLUTIONÄRS STALIN NICHT ERKLÄRT.

 

                                                                                                                                                                                                                              "Der kommunistische Kampf" - Juni 2016

 

Ein marxistischer Aktivist ist immer auch ein Revolutionär, denn Marxist sein bedeutet das Funktionieren der kapitalistischen Gesellschaft gut zu kennen und sich dafür einzusetzen, eine überlegene Gesellschaftsform zu erreichen.

Lenin hatte diesen Weg richtigerweise eingeschlagen: er hatte, in einer ruhigen Periode der kapitalistischen Entwicklung, die den Krisen vorangeht, eine revolutionäre Partei geformt; im revolutionären Moment, der durch die ungeheure Krise des Ersten Weltkrieges, provoziert durch die Geschäftemacherei, hervorgegangen war, hatte er die Revolution vorangebracht; in der Revolution hatte er das Proletariat an die Macht gebracht; gleich nach der Revolution hatte er die 3. Internationale konstituiert um die proletarische Revolution über den ganzen Planeten auszuweiten.

Mehr hätte er absolut nicht tun können.

Danach hatte er richtigerweise darauf gewartet, dass die Proletarier der anderen Nationen und ihre revolutionären Parteien, die der 3. Internationalen angehörten, auch eine Revolution durchführten. 

Natürlich war es für das russische Proletariat und seine Partei kein Leichtes, die Macht in Russland zu halten. Der Druck, den die Reichen der Welt durch ihre Regierungen und Heere ausübten, damit die Revolution scheiterte, war sehr stark.

Das revolutionäre Russland sah sich in der Tat wirtschaftlich äußerst isoliert auf Grund des Stopps der wirtschaftlichen Handelsbeziehungen, den die Unternehmertümer der ganzen Welt ihm gegenüber verhängt hatten, mit unvorstellbaren Problemen, die Russland daraus entstanden sind. Aber nicht nur das. Die demokratischen Bürgertümer des Westens haben sich auch zu schaffen gemacht um einen blutrünstigen Bürgerkrieg gegen die russische Arbeiterregierung anzuzetteln und zu unterstützen, der  500.000 Tote und riesige Zerstörung forderte.

Angesichts dieser enormen Probleme ließen sich Lenin und die Bolschewiken allerdings nicht einschüchtern und von ihrem Weg abbringen, sie hielten die Arbeiterregierung weiterhin an der Macht und verfolgten weiter mit größtem Einsatz das Hauptziel der russischen Revolution: Die kommunistische Internationale, um im Anschluss daran die weltweite Revolution zu erreichen. Dies war Lenins Werk.

Stalin und der Stalinismus. 

Stalin folgte auf Lenin. Er begann zu behaupten, dass die Schwierigkeiten im revolutionären Russland enorm seien, und dass der Wiederaufbau der russischen Wirtschaft allem anderen vorangestellt werden müsse. Dies hieß für ihn, dass die 

 

Arbeiterregierung  und die revolutionäre Partei sich mehr auf die internen als auf die externen Probleme bezüglich der 3. Internationalen zu konzentrieren hätte (genau das Gegenteil von dem, was Lenin verfolgt hatte). Stalin fing außerdem an zu behaupten, dass es sogar möglich sei “den Sozialismus in nur einem Land” einzuführen (eine absolut unrealistische Sache), und dass diesem Prinzip deshalb in Russland absolute Priorität einzuräumen sei. Dies führte folglich dazu, dass das grundlegende Hauptziel aus den Augen verloren wurde, nämlich der eigentliche Zweck der russischen Revolution des Proletariats: EINE WELTREVOLUTION AUSZULÖSEN. 

Stalin begann weiterhin zu behaupten, dass in Russland “der Sozialismus” nicht nur existiere, sondern dass Russland die “Heimat des Sozialismus” sei, und dass es deshalb der vorrangige Zweck aller kommunistischen Parteien der Welt sein müsse nicht mehr die proletarische Revolution im eigenen Land anzustreben, sondern das “sozialistische” Russland zu verteidigen.

Und hier, sollte es noch irgendwelchen Zweifel geben, wird es mehr als offensichtlich, dass Stalin das kommunistische Konzept von Marx vollständig umkrempelte, und zwar dass DIE RUSSISCHE REVOLUTION (die wirtschaftlich noch nicht sozialistisch-kommunistisch war) DER ERSTE SCHRITT HIN AUF EINE WELTREVOLUTION SEIN SOLLTE! DIE RUSSISCHE REVOLUTION ALS ERSTE EINER REIHE VON  REVOLUTIONEN UM ZUM KOMMUNISMUS ZU GELANGEN.

Im Zuge seiner gegenrevolutionären Logik löste Stalin kurze Zeit später die 3. Internationale auf, die ihm für seine imperialistisch-kapitalistischen Zwecke nur im Wege war.

Viele Parteien ließen sich von diesem schrecklichen nationalistisch-stalinistischen Konzept des “Sozialismus in nur einem Land” mitreißen: die Maos, Castros und die von Ho Ci Minh.

Hier wird ohne jeglichen Zweifel und nur zu klar deutlich, dass sich die Politik des REVOLUTIONÄRS LENIN und die des GEGENREVOLUTIONÄRS STALIN grundlegend unterscheiden! Wer nur ein bisschen von Politik versteht, kann das nicht übersehen.

DIESER GRUNDLEGENDE UNTERSCHIED IN DER POLITIK WIRD IN DEN UNIVERSITÄTEN ABSOLUT NICHT ERKLÄRT, JA NICHT EINMAL ANGESPROCHEN.

 

Und doch gibt es überall auf der Welt Abertausende von Arbeitern und Studenten, die sich für Politik interessieren, die richtig verstehen wollen und die diesen Unterschied mehr als offensichtlich finden, es für notwendig halten dies  niederzuschreiben und bekannt zu machen.

 



 

 

 

 

 

 

DER INTERNATIONALISMUS LENINS

DER KAPITALISMUS STALINS

Klarheit über den Unterschied zwischen der kommunistischen Politik Lenins und der kapitalistischen Politik von Stalins Pseudo-Sozialismus

 

                                                                                                                                                                                                                                                         "Der kommunistische Kampf" - April 2015

 

 

Lenin:

“Kommunismus nur nach internationaler Revolution möglich”

“ Als wir zu jener Zeit die internationale Revolution begonnen haben, haben wir dies nicht getan, weil wir überzeugt waren der Entwicklung vorgreifen zu können, sondern weil uns eine Reihe von Umständen dazu gedrängt hat, sie zu beginnen. Wir dachten: entweder kommt die internationale Revolution uns zur Hilfe und somit wird unser Sieg völlig sicher sein, oder wir machen bescheiden unserer revolutionäre Arbeit in dem Bewusstsein, dass wir im Falle der Biederlage der revolutionären Sache gedient haben und unsere Erfahrung den anderen Revolutionen zu Gute kommen wird.

Für uns war es klar, dass der Sieg der proletarischen Revolution ohne die Unterstützung der Weltrevolution nicht möglich war. Schon vor der Revolution und auch danach dachten wir:  entweder bricht die Revolution sofort aus, oder wenigstens recht bald in den anderen am weitesten entwickelten kapitalistischen Ländern, sonst, falls dem nicht so sein sollte, werden wir unterliegen.”

Lenin   1921

 

In praktischer Hinsicht ist der Kommunismus die höchste Gesellschaftsform. Eine bessere Gesellschaft weil die Produkte nicht mehr verkauft, sondern unter der Bevölkerung verteilt werden. Auf diese Weise verschwindet das Streben nach dem maximalen Profit, verschwinden die sozialen Klassen, verschwindet die Konkurrenz, die der Grund für die wirtschaftlichen und sozialen Krisen mit enormer Verschwendung an Produktion ist, Konkurrenz, die der Grund für die Kriege mit noch riesigerer Verschwendung an Produktion und vor allem Menschenleben ist.

Um dies zu erreichen muss es allerdings unweigerlich eine Revolution geben, denn das Bürgertum, also das Unternehmertum, die Reichen, wird sich unweigerlich widersetzen und gegen den Umsturz des kapitalistischen Systems kämpfen, wie sich in den beiden Erfahrungen, der proletarischen Regierung der Pariser Kommune 1871 und der bolschewistischen Revolution 1917 gezeigt hat.

 

Nach der Machtergreifung seitens des Proletariats einer Nation ist es, realistisch argumentierend, wirtschaftlich nicht möglich, gleich zum Kommunismus überzugehen, also zur Verteilung der Produktion an die Bevölkerung, weil der Binnenmarkt eines Landes in der Produktion seiner Produkte nicht autonom ist, in diesem Fall des Landes, in dem das Proletariat an die Macht gekommen ist. Seine Produktion ist dermaßen mit den Wirtschaften der anderen Nationen verflochten, dass es gezwungenerweise mit ihnen handeln (kaufen und verkaufen) muss und auch innerhalb des 

 

 

eigenen Landes Handel treiben muss. 

Geben wir einige Beispiele: wenn man ein Auto baut, braucht man Eisen für die Karosserie, das Eisen wird in den Minen Australiens, Brasiliens und China gefördert und man muss es kaufen; man braucht Reifen, deren Hauptproduzenten sind Japan, Frankreich und die Usa und man muss sie kaufen; man braucht Glas für die Scheiben und man muss es kaufen; man braucht Benzin damit das Auto läuft und man muss es in den arabischen Staaten kaufen, usw. Ein anderes Beispiel: um Möbel herzustellen braucht man Holz, Holz findet man hauptsächlich in den nordischen Ländern oder in Afrika bzw. Südamerika. Um einen Kühlschrank zu produzierenbraucht man Stahl, also muss man Eisen kaufen, usw. usw, und so kann man fortfahren mit allen Produkten, die wir täglich benutzen.

Dies ist die realistische Situation, in der siche in Proletariat wiederfindet, sobald es die Macht erobert. Erst in einem zweiten Schritt, nach einer Weltrevolution oder einer fast weltweiten wird es möglich sein zum Kommunismus überzugehen.

 

 

Lenin und die Bolschewiken waren sich dessen nur zu bewußt, als sie 1917 in Russland die Macht ergriffen. Tatsächlich sprechen die Bolschewiken und Lenin in den diversen Schriftstücken der Zeit nie von Kommunismus in Russland, sondern von Übergangsphase mit einer staatskapitalistischen Wirtschaftsform unter revolutionärer Leitung. 

 



Lenin

“Unser Staatskapitalismus unterscheidet sich grundsätzlich vom Staatskapitalismus der Länder, die eine bürgerliche Regierung haben, eben weil bei uns der Staat nicht durch das Bürgertum vertreten wird, sondern vom Proletariat, das das volle Vertrauen der Bauern zu erobern gewusst hat”

 

Lenin - “Brief an die russische Kolonie in Nordamerika” - November 1922

 

Die Revolution in Russland wird also von den Bolschewiken richtigerweise als ein Anfang gesehen, als der Anfang einer internationalen Revolution, die zum Kommunismus führen muss. Um eine internationale Revolution zu erreichen ist es allerdings notwendig, die Kommunistische Internationale wieder ins Leben zu rufen, damit auch die anderen Proletarier der anderen Nationen Revolutionen anzetteln um an die Macht zu kommen, und so die verschiedenen Ökonomien unter proletarischer Führung zu vereinen.

 Die Kommunistische Internationale wird daher prompt 1919 von den Bolschewiken eingerichtet.

 

Lenin präzisiert in seinen Texten, dass wenn die europäische Revolution nicht bald kommt, auch die russische Revolution dem Untergang geweiht ist.  Das beruht auf der Tatsache, dass es auf der einen Seite den Druck von außen seitens der internationalen Bürgertümer gab, die alles daran setzten die russische Wirtschaft zu Fall zu bringen indem sie verhinderten, dass an Russland die Produkte verkauft wurden, die es benötigte; auf der anderen Seite wegen der inneren Spannungen und Protesten, die aufgrund der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufkamen, in die das revolutionäre Russland wegen des Mangels and Produkten geriet, bedingt durch den Boykott seitens der anderen bürgerlichen Nationen. Auch darf man die andauernden bewaffneten militärischen Interventionen nicht vergessen, die die verschiedenen Bürgertümer unternehmen um die Revolution zu Fall zu bringen.

Die Gegenrevolution

 

Stalin und seine Leute verkörperten die Gegenrevolution in Russland, kurz nach Lenins Tod. Mit dem Slogan “ Aufbau des Sozialismus in nur einem Land” wurde das Konzept der russischen Revolution ans Anfang der internationalen Revolution (um so zu einer höheren Gesellschaftsform zu gelangen) verworfen,  um die Lüge zu proklamieren der “Sozialismus” oder der “Kommunismus” existiere schon in Russland und müsse gestärkt werden. Somit wurde das Hauptziel die proletarische Revolution in den anderen Nationen voranzutreiben verworfen und die Kommunistische Internationale langsam aufgelöst.

 

Indem der kommunistischen Politik diese grundlegenden Punkte genommen wurden, wird die Politik Stalins und seiner Leute ganz offen bürgerlich, in diesem Fall klar gegenrevolutionär. Von der vorläufigen Führung seitens des revolutionären Proletariats über den Staatskapitalismus der russischen Wirtschaft unter Lenin ging man über zur definitiven bürgerlichen Leitung im Staatskapitalismus Stalins.  Mit anderen Worten, Stalin und seine Gefolgschaft  versteckten hinter dem Slogan “Sozialismus in nur einem Land”, dass sie die neuen bürgerlichen Verwalter der russischen Wirtschaft wurden, in der Leitung der Geschäfte an die Stelle der privaten Kapitalisten traten und dadurch endgültig von dem Ziel abrückten zu einer höher entwickelten Gesellschaft zu gelangen. 

 


 

Stalin:

“Theorie des Sozialismus in nur einem Land”

« Zuerst sah man eden Sieg der Revolution in nur einem Land als unmöglich an, weil man davon ausging es sei notwendig, dass die Proletariate aller fortgeschrittenen Länder, oder zumindest deren Mehrheit, gemeinsam vorgingen um das Bürgertum zu besiegen. Heute entspricht diese Sichtweise nicht mehr der Realität. Heute muss man die Möglichkeit eines solchen Sieges einräumen, weil die ungleiche und sprunghafte Eigenschaft der Entwicklung der unterschiedlichen kapitalistischen Länder in der Periode des Imperialismus, die Entwicklung der katastrophalen inneren Widersprüche des Imperialismus, die unvermeidbare Kriege herbeiführen, die Entwicklung der revolutionären Bewegung in allen Ländern der Welt, all dies bedingt nicht nur die Möglichkeit, sondern die Unvermeidbarkeit eines Sieges des Proletariats in einzelnen Ländern. »

 

Stalin   1925

 

Aber die Irreführung, der Betrug des “ Sozialismus in nur einem Land” kann die Wirklichkeit nicht verändern und daher bleiben in Stalins Russland sämtliche kapitalistischen Eigenschaften bestehen: die Lohnarbeit, die Ausbeutung, die Bürgerlichen in der Rolle der Bürokraten der “pseudokommunistischen” Partei, der Wettbewerb, der Handel, die Banken, die Interessen, die Gewinnen und nicht zuletzt oder weniger wichtig die aggressive imperialistische Expansionspolitik 

 

Stalins (erst durch die Allianz mit dem Nazi Hitler und anschließend durch die Allianz mit den feindlichen “imperialistischen” Mächten). 

Viele große Führer der Bolschewiken, die konsequent blieben in der Verfolgung der internationalistischen kommunistischen Politik (Lenins) verloren ihr Leben, weil sie sich gegen die gegenrevolutionäre bürgerliche Politik Stalins stellten: von Zinov’ev zu Kamenev, von Bucharin bis Trockij.

 


 

Aber die bolschewistische Erfahrung und das Opfer der antistalinistischen Bolschewikenführer war nicht umsonst.

Die bolschewistische Erfahrung mit Lenin hat für uns einen unschätzbaren Wert: sie hat uns den richtigen Weg gezeigt, auf den wir zusteuern und dem wir folgen müssen, und der weiterhin Gültigkeit hat. Das Opfer der antistalinistischen Bolschewikenführer muss uns eine wertvolle Lehre sein um zu verhindern, dass ein neuer Stalin entsteht. 

Wir müssen verhindern, dass in unseren Reihen Leute wie Mao oder Castro den “Kommunismus oder Sozialismus in nur einem Land”, nämlich den bürgerlichen 

 

Staatskapitalismus  als höhere Gesellschaft, also als den wirklichen Kommunismus verkaufen.

 

Mittlerweile ist die angesammelte Erfahrung riesig und uns wissenschaftlichen Kommunisten ist nur allzu klar wie wir vorzugehen haben, was zu tun und was zu vermeiden ist. Jetzt braucht es den tagtäglichen Einsatz, der uns zu unserem Ziel führt.

 

 

"Der kommunistische Kampf" - April 2015



 

MARXISMUS - KOMMUNISMUS:

 

WÄHREND DER VORLESUNGEN WIRD NICHT DIE GANZE WAHRHEIT GESAGT!

ES WIRD NICHT ERKLÄRT, DASS

 

ES KEINE KONTINUITÄT ZWISCHEN DER POLITIK STALINS  UND DER VON MARX, LENIN UND DEN BOLSCHEWIKEN GIBT.

 

DIES IST EINE ÄUßERST WICHTIGE ANGELEGENHEIT, DIE UNBEDINGT GEKLÄRT WERDEN MUSS. 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                  "Der kommunistische Kampf"  - September 2015

 

 

In ihrer wissenschaftlichen Sichtweise sehen Marx und Engels, wie sich die kapitalistische Gesellschaft zyklisch entwickelt. Lange Zyklen wirtschaftlicher Expansion und kurze Zyklen unangekündigter Krisen, die leicht, schwer oder besonders schwerwiegend mit Kriegen, Hunger, Armut, Toten usw. ausfallen können.

Diese zyklische Entwicklung des Kapitalismus  entsteht nicht durch den Willen von Personen, sondern ist Bestandteil des Systems und durch den unerbittlichen Verlauf der Geschäfte bedingt.

In den Situationen schwerer Krisen, die Kriege, Tote, Hunger, extreme Armut usw. heraufbeschwören, könnte es passieren, dass die durch diese Realität aufgebrachten Massen sich gegen den Kapitalismus auflehnen. Diese Situationen sind nach Marx und Engels Sichtweise absolut unvermeidbar und durch die Kapitalisten nicht abzuschwächen. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Massen (und nicht der Einzelne) rebellieren, kann die revolutionäre Partei das Proletariat zu der höheren Gesellschaftsform führen.

Ausgehend von dieser Sichtweise Marx und Engels, hatten sich Lenin und die Bolschewiken organisiert.

WIRD ALL DIES IN DEN UNIVERSITÄTEN UND DEN SCHULEN ERKLÄRT?  Keineswegs.

 

Der junge Lenin hatte klar vor Augen, dass der Kapitalismus zyklisch ist, wie Marx im Buch “Das Kapital” sehr genau erklärt,  und wusste, dass die Geschäfte früher oder später unweigerlich und unabwendbar enorme Krisen heraufbeschwören würden, und beginnt daher zu Beginn des 19.Jahrhunderts (1901-02) in Zeiten des Friedens die Bolschewiken für die zukünftige Revolution zu organisieren. Erst ca. 12 Jahre später kommt die enorme Wirtschaftskrise, die die ganze Welt in den ersten Weltkrieg verwickelt und Millionen von Toten, ungeheuerliche Zerstörung, Verzweiflung und kaum zu berechnende Schäden fordert. Und es kommen die ersten proletarischen Revolutionen.

Lenin und die Bolschewiken sind bereit das russische Proletariat zur Eroberung der Macht zu führen.

WIRD ALL DIES GEKLÄRT?

 

Aus der konkreten, realistischen Sichtweise von Marx und Engels kann die Eroberung der Macht seitens des Proletariats in nur einer Nation nicht zu einer höheren, kommunistischen Gesellschaftsform führen. Denn, wenn man es genau nimmt, ist eine Nation nur ein Teil des Weltmarktes und kann sich auf keinen Fall davon loslösen und eine autonome Wirtschaft einrichten, angesichts der unauflöslichen wirtschaftlichen Verwicklungen, die alle Ökonomien der verschiedenen Länder der Welt verbinden. Nur durch die Eroberung des ganzen Weltmarktes, oder zumindest zum größten Teil, seitens des Proletariats schafft man die Möglichkeit die kapitalistische Wirtschaft zu ändern um eine andere, höhere zu organisieren, da man so alle Produkte, oder die meisten Produkte zur Verfügung hat um diese neue Wirtschaftsform funktionstüchtig zu gestalten.

Wenn das revolutionäre Proletariat nur in einer Nation an die Macht kommt, befindet es sich unausweichlich in der Situation, deren kapitalistische Wirtschaft leiten zu müssen. Die Produktion wird verstaatlicht, das ist klar, aber es handelt sich weiterhin um eine kapitalistische Wirtschaft, eben Staatskapitalismus. Will das revolutionäre Proletariat in diesem Land eine höhere kommunistische Gesellschaftsform erreichen,  muss es gezwungenermaßen  darauf warten, dass auch andere Proletariate anderer Länder die Macht ergreifen um dann seine Wirtschaft mit den anderen zu vereinen. In Erwartung dieser Ereignisse wird in diesem Land die Außenpolitik dahin gehen, den anderen Proletariaten zu helfen, sie anzutreiben, zu organisieren und auf jede mögliche Weise eine Entwicklung zu begünstigen, die es ihnen erlaubt baldmöglichst auch an die Macht zu kommen.

WIRD ALL DIES IM UNTERRICHT HERAUSGEARBEITET?    Keineswegs.

 

Lenin und den bolschewistischen Anführern  Zinowjew, Kamenev, Trotzki, Bucharin usw. war all dies völlig klar.

Jeder von uns kann die Erklärungen der bolschewistischen Anführer finden und darin lesen, dass die russische Revolution nur als erster Schritt zu einer internationalen Revolution dienen solle, dass dies ihr einziger Zweck sei, ansonsten habe sie überhaupt keinen Sinn. Keiner der bolschewistischen Anführer hätte auch nur davon geträumt daran zu glauben, dass die russische Revolution nur dazu dienen sollte das russische Proletariat an die Macht zu bringen und nichts weiter, und dies auch noch zu erklären.

Alle damaligen Stellungnahmen präzisieren ausdrücklich, wie die russische Revolution als Zündfunken zu sehen sei, gedacht um weitere Revolutionen in anderen Ländern zu entfachen und dann zum Kommunismus zu gelangen.

 

Alle nachfolgenden bolschewistischen Bestrebungen konzentrierten sich daher, mehr als korrekt und extrem konsequent, ja fast schon wie besessen, auf die Einrichtung der großen 3. Internationale, auf das Organisieren, Ausbilden und Stimulieren von revolutionären Parteien in der ganzen Welt, von Amerika bis nach China. 

Gleichzeitig hatten die Bolschewiken in Russland, wie vorhergesehen, das Problem die verstaatlichte Wirtschaft zu führen.

 

SO SAH DIE LAGE, IN DER SICH LENIN UND DIE BOLSCHEWIKEN DAMALS BEFANDEN WIRKLICH AUS UND SO HABEN SIE DAMALS GEHANDELT.  (Jeder kann das nachprüfen.)

WIRD ALL DIES IN DEN VORLESUNGEN ERKLÄRT?  Wir haben jedenfalls nie davon gehört.

 

Als Lenin, Gründer und Steuermann der bolschewistischen Partei, Regierungschef des revolutionären Russlands starb, unterschätzten die bolschewistischen Anführer Stalin bei ihrer Entscheidung über Lenins Nachfolge, und er schaffte es mittels einer Reihe von Intrigen Anführer und Präsident der Nation zu werden (Ende 1924). 

Und der hinterlistige Stalin hat angesichts der erheblichen, aber in der gegebenen Situation, in der sich die russische Wirtschaft befand, normalen Schwierigkeiten (unter Lenin waren sie noch größer) begonnen zu behaupten, dass sich die bolschewistische Partei stärker auf die internen wirtschaftlichen Probleme  konzentrieren müsse statt revolutionäre Parteien anderer Länder zu unterstützen, und dies hat allmählich bei der mittleren Parteistruktur Fuss gefasst , trotz der entschiedenen Opposition der höchsten Parteiführer  wie Trotzki, Zinowjew, Bucharin und Kamenev.

 

Als Stalin sich dann dank der Unterstützung der mittleren Parteistruktur stark genug fühlte, hat er begonnen seine berühmte These des “Sozialismus in einem einzigen Land”auszuarbeiten und ging damit gegen die objektive Wirklichkeit an, nämlich dass der Sozialismus in einem einzigen Land nicht möglich ist. Damit ging er auch gegen Marx, Engels und Lenin und hat somit der russischen Revolution den Garaus gemacht. Stalin und seine Männer hatten mit der Politik des “Sozialismus in einem einzigen Land” praktisch das Ziel, eine internationale Revolution zu erreichen um eine höhere Gesellschaftsform zu etablieren eliminiert, und sie hatten sich als neue russische kapitalistische Eigentümer des Staatskapitalismus aufgezwungen und Stalin ist so der neue kapitalistische Zar Russlands geworden.  

Wir können alle gut beobachten, dass DIE POLITIK STALINS NICHTS MIT KOMMUNISMUS, MIT MARX, LENIN UND DEN BOLSCHEWIKEN ZU TUN HAT. STATTDESSEN HANDELT ES SICH LEDIGLICH UM EINE OFFENSICHTLICH BÜRGERLICHE GEGENREVOLUTION.

Tatsächlich war das Benehmen Stalins eine direkte Folge der bürgerlichen Politik und entpuppte sich als bedingungslos: alle ihm feindlich gesinnten Anführer der Bolchewiken wurden umgebracht: Kamenev, Trotzki, Bucharin, Sinowjew, Bakaev, Berman-Jurin, Tomskij und viele andere. Die 3.Internationale wurde aufgelöst, man verfolgte eine extrem unerbittliche geschäftemacherische Politik der imperialistischen Expansion: zuerst die Allianz mit dem Nazi Hitler, dann die Allianz mit den verhassten imperialistischen Staaten (USA, Großbritannien und Frankreich).

 

KÖNNEN WIR WIRKLICH BEHAUPTEN, DASS STALIN DER DIREKTE NACHFOLGER LENINS UND DER BOLSCHEWIKEN WAR, WIE ES DIE UNIVERSITÄTEN LEHREN?

 

NEIN. ABSOLUT NICHT. NEIN.

 

DER GEGENREVOLUTIONÄRE UND BLUTDURSTIGE STALIN GEHÖRT ZU DER ENORMEN STAFFEL DER BÜRGERLICHEN POLITIKER, DIKTATOREN ODER DEMOKRATEN, DIE MIT EXTREMEM EINSATZ DAFÜR KÄMPFEN DIE EXTREM UNGERECHTE KAPITALISTISCHE GESELLSCHAFT AUFRECHT ZU ERHALTEN.

 

DAS SOLLTE MAN LEHREN.

 


 

-IN DEN UNIVERSITÄTEN WIRD DER POLITISCHE WIDERSPRUCH ZWISCHEN LENIN und STALIN NICHT ERKLÄRT-

KEINE POLITISCHE KONTINUITÄT ZWISCHEN DEN BEIDEN

VON DER REVOLUTION  ZUR GEGENREVOLUTION

                                                                                                                                                                                                                                                                   "Der kommunistishe Kampf" - Oktober 2015

 

DIE REVOLUTIONÄRE POLITIK LENINS: basiert auf der Revolution in Russland als der Stein, der  weitere Revolutionen ins Rollen bringt. Nach der russischen Revolution fällt der Arbeiterregierung, die nun an der Macht ist, die Aufgabe zu, in einer Übergangsphase, die verstaatlichte kapitalistische Wirtschaft (also: Staatskapitalismus) zu leiten. In einem folgenden Schritt, und zwar erst wenn die anderen Proletariate der anderen Nationen eine Revolution angezettelt und die Macht ergriffen haben, erst dann wird es wirtschaftlich möglich sein zum Kommunismus überzugehen. Eine weitere sehr wichtige Aufgabe der bolschewistischen Revolutionsregierung wird es sein, die Kommunistische Internationale zu gründen, die sich dafür einsetzen wird, dass die revolutionären Parteien in den anderen Nationen der Welt unterstützt, ihnen geholfen und sie angestachelt werden.

 

 

 

 

DIE BÜRGERLICHE POLITIK DER GEGENREVOLUTION, vertreten durch den “Sozialismus in nur einem Land” STALINS, sieht in der Leitung des Staatskapitalismus seitens der Arbeiterregierung keine Übergangsphase mehr, sondern die Endphase, andauernd und definitiv. Nach Stalins Auffassung und Politik muss die Partei, die an die Macht gelangt ist, die privaten Kapitalisten definitiv ersetzen und für immer die kapitalistischen Geschäfte führen, und dies wird als “Sozialismus” deklariert. 

 

 

 

Die Opposition seitens der Bolschewistenanführer gegen die gegenrevolutionäre Politik Stalins ist groß. Aber ebenfalls groß ist die Repression Stalins ihnen gegenüber. Schleichend aber unaufhaltsam werden sie fast alle physisch eliminiert.

Leider wird dieser äußerst wichtige Punkt, der den grundlegenden Unerschied zwischen den beiden politischen Standpunkten, dem Lenins und dem von Stalin, im Unterricht, auch an der Universität, nicht klargelegt.

Dabei ist es absolut notwendig sich darüber im Klaren zu sein.

 

DIE ÜBERGANGSPHASE .

Zu zahlreichen Gelegenheiten unterstreicht Lenin, dass die Kontrolle der staatskapitalistischen Wirtschaft in Russland seitens der revolutionären Arbeiterregierung nur eine notwendige Übergangsphase sei um danach eine höhere Gesellschaftsform zu erreichen.

Als ein Beispiel ziehen wir einen seiner Texte von 1918 “Über den linken Infantilismus und die bürgerliche Engstirnigkeit”, heran, den er wenige Monate nach der Revolution schrieb, und in dem er mit einem Flügel naiver Kommunisten polemisiert:  “Anscheinend gab es bisher noch keinen [Bolschewiken, AdR], der über die russische Wirtschaft befragt die Übergangsphase dieser Wirtschaftsform bestritten hat”… und fährt fort “….. die ‘linken Kommunisten’ haben noch nicht richtig verstanden, welches der richtige  Übergang  vom Kapitalismus zum Sozialismus ist”.

Wir sind der Meinung, dass das Konzept von der Übergangsphase auch in dieser Ausführung ohne Zweifel klar und deutlich zum Ausdruck kommt.

 

ÜBERGANGSPHASE WIRD UMGEKREMPELT IN DAUERPHASE UND ALS “KOMMUNISMUS” VERKAUFT.

Nach Lenins Tod ist es Stalin, der mit seiner Theorie des “Sozialismus in nur einem Land” “die Übergangsphase der Wirtschaftsform” Staatskapitalismus verneint und ihn als fixe und dauerhafte Phase proklamiert, als erlangtes Endziel, und diese Phase 

fälschlicherweise als “Kommunismus” deklariert. So wird es nur allzu klar, dass Stalin mit der Theorie des “Sozialismus in nur einem Land” darauf verzichtet, eine weltweite Revolution und damit eine andere, höherwertige Wirtschaftsform anzustreben.

Marx, Engels, Lenin, haben wissenschaftlich fundiert immer verneint, dass wirtschaftlich gesehen die Möglichkeit bestehe, den Kommunismus nur in einem Land aufzubauen. Die Revolution oder die Revolutionen beginnen zwar in einem Land, aber der Prozess um dann eine höherwertige kommunistische Wirtschaft zu erreichen, in der die Produkte nicht mehr gehandelt und verkauft, sondern gerecht unter der Bevölkerung verteilt werden, ist ein sehr langer Prozess, für den viele Revolutionen in zahlreichen Ländern notwendig sind.

Stalin hat das völlig abgelehnt.

Die stalinistische Politik der Gegenrevolution war eine konsequent und hart durchgesetzte bürgerlich-imperialistische Politik: wie schon gesagt, als erstes die komplette physische Beseitigung aller Bolschewiken (Anführer oder nicht), die die Notwendigkeit einer Übergangsphase für richtig hielten und somit nicht mit ihm übereinstimmten. Dann löste er die Kommunistische Internationale auf, die Lenin gegründet hatte. Im Jahr 1939 ging er mit dem Nazi Hitler eine imperialistische Allianz ein um Polen untereinander aufzuteilen. Als Hitler 1941 Russland angriff, verbündete Stalin sich ohne Skrupel mit den gehassten "imperialistischen" englischen und amerikanischen Feinden. Nach dem Krieg teilt er sich mit den Vereinigten Staaten und England  die Überbleibsel des besiegten deutschen Imperialismus.

Wie schon klar hervorgehoben gab Stalin vor, seine bürgerlich-imperialistische Politik sei “Sozialismus”, und gab den westlichen Bürgertümern und den Politikern der ganzen Welt so die Möglichkeit die “Brutalität des Kommunismus” anzuprangern.

Es ist an uns wissenschaftlichen Marxisten, die wir auf Marxismus spezialisiert sind, alles wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen und die Wahrheit ans Licht zu bringen.

 

 

"Der kommunistishe Kampf" - Oktober 2015



-FASCHISMUS UND ANTIFASCHISMUS- 

 

 JENSEITS DES ANTIFASCHISMUS

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           "Der kommunistishe Kampf" - Oktober 2015

 

 

 

Häufig hören wir in den bürgerlichen Medien, dass die Partisanen, die den Faschismus bekämpften, Kommunisten waren. Bei vielen antifaschistischen Kundgebungen, wie den Feierlichkeiten zum 25. April jeden Jahres bei uns, kann man viele kommunistische Flaggen sehen, die die Befreiung Italiens vom Faschismus feiern. Daraus entsteht eine riesige Konfusion in den Köpfen der Leute; man glaubt nämlich landläufig, dass der Kommunismus der Gegenspieler des Faschismus, oder dass Kommunismus gleich Antifaschismus sei.

Wir gehen von der Tatsache aus, dass für einen wissenschaftlichen Marxisten Faschismus und Antifaschismus zwei unterschiedliche Ausprägungen des gleichen Phänomens sind! Die höhere Gesellschaftsform des Kommunismus ist kein Kampf gegen den Faschismus, sondern eine Evolution des Kapitalismus. Der Kapitalismus ist die Gesellschaftsform, in der wir heute 

leben: sie setzt sich zusammen aus einer Klasse, die die Produktionsmittel besitzt und die Geschäfte führt (Bürgertum), und einer Klasse lohnabhängiger Arbeiter (Proletariat). Das Proletariat arbeitet gegen einen Lohn für das Bürgertum, das die Produkte verkauft und sich bereichert. Im Kommunismus hingegen, der keine Klassen kennt, werden die Produkte je nach Bedarf an den Einzelnen verteilt, ohne Armut oder wirtschaftliche Krisen entstehen zu lassen.

Es muss festgestellt werden, dass der Kapitalismus viele Formen oder Gesichter hat: Totalitarismus, wie auch Faschismus oder Nazismus, wo es weder Meinungsfreiheit noch Wahlen gibt; die Form des  Staatskapitalismus wie im Vatikan, oder der Pseudo-Staatskapitalismus in China, Kuba,  Nordkorea (und der Ex-UdSSR mit ihren Ex-Satellitenstaaten), wo die Produktionsmittel dem Staat gehören, der den Platz der privaten Unternehmer einnimmt. Wo die Form demokratisch ist, wie in Italien, gibt es die Meinungsfreiheit und die Bürger glauben mit ihren Stimmen ihre Vertreter zu wählen. In Wirklichkeit sind diese gewählten Vertreter nur die "Verwalter der Geschäfte der dominierenden Klasse". In dieser Situation benutzt das Bürgertum das Parlament um das Proletariat zu unterdrücken (indem man versucht es zu verstecken) und um sich durch seine Geschäfte zu bereichern. Für einen Kommunisten gibt es keine Demokratie, sondern nur eine "versteckte Diktatur".

Die Partisanen haben eine antifaschistische Revolution geführt, als sie eigentlich eine antikapitalistische Revolution hätten durchsetzen müssen, mit dem Ergebnis, dass sie von einem totalitären Kapitalismus in einen demokratischen Kapitalismus geraten sind.

Für einen Kommunisten muss die Revolution als direkte Antwort auf den Kapitalismus verstanden werden, welche Form auch immer er haben mag. Zum besseren Verständnis: Lenin hat die Revolution in Russland (später von Stalin verraten) nicht gegen den Zar geführt, der einem faschistischen System vorstand, sondern gegen den Kapitalismus! Und zwar, weil er keineswegs an der zu jenem Zeitpunkt bestehenden Regierungsform interessiert war, sondern nur daran, die höhere Gesellschaftsform, nämlich den Kommunismus zu erreichen.

Halten wir uns immer vor Augen: es gibt keine andere gesellschaftliche Revolution als die gegen das Kapital.

 

 

Marco  Piccoli

 



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